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HJS Rallye
03.07.2023

Hochkarätiges Rallyefest bei der 25. Hunsrück-Junior-Rallye

Das Silber-Jubiläum der ‚kleinen‘ Hunsrück bei der 25. Hunsrück-Junior-Rallye wurde zu einem hochkarätigen Rallyefest. Der dritte Lauf zum HJS AvD DMSB Rallye Cup in der Region Süd forderte alle Beteiligten. „Ein riesiges Lob an den Veranstalter. Diese Veranstaltung war perfekt organisiert, hatte anspruchsvolle Prüfungen und vor allem, die haben es geschafft, trotz des riesigen Starterfeldes den Zeitplan perfekt einzuhalten“, sagte Gesamtsieger Georg Berlandy im Ziel. Zusammen mit Co-Pilotin Tina Annemüller sicherte er sich im Škoda Fabia R5 souverän den Sieg. „Als Hunsrücker ist es für mich etwas ganz Besonderes, jetzt in der legendären Siegerliste der Hunsrück-Junior zu stehen.“

Für den Veranstalter gab Rallyeleiter Kim Oliver Rieth die Komplimente zurück: „Unser Konzept, durch kurzfristige Änderungen doch noch 110 Teilnehmer starten lassen zu können war sehr ambitioniert. Wir sind selbst etwas überrascht, und auch ein wenig stolz darauf, dass das funktioniert hat. Doch das ist nicht allein unser Verdienst, alle Beteiligten haben ihren Teil dazu beigetragen. Egal ob Teilnehmer, die zahlreichen Zuschauer oder unsere Sportwarte – alle haben durch ihr umsichtiges Handeln an diesem Erfolg mitgearbeitet.“ Rieth ergänzt: „Das war Rallyesport vom Feinsten auf hohem Niveau. Und der Regenschauer hat es dann zum Finale sportlich noch spannender gemacht.“
 
Rostek musste kurz vor dem Start absagen und Michael Bieg (Mitsubishi Lancer) kommentierte: „Heute stand ich mir selbst im Weg, zwei Reifenschäden und zwei Dreher machen das dann auch nicht besser.“ Somit tobte hinter Berlandy ein Kampf der ‚kleinen Fronttriebler‘ um die weiteren Podestplätze, die aber allesamt den ‚großen Allradlern‘ auch so das Leben richtig schwer machten. Wie im Vorjahr sicherte sich Max Reiter mit Co-Pilotin Conny Nemenich im Peugeot 208 Rally4 den zweiten Gesamtrang vor seinen Markenkollegen Tom Kässer / Stephan Schneeweiß. „Die Bedingungen und das Wetter zum Schluss waren nicht wirklich optimal für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse,“ sagte Reiter im Ziel. Der Führende im ADAC Opel e-Rally Cup ergänzte, „Ich bin sehr froh, auf diesem Platz hier im Ziel zu sein, trotz unseres Ausrutschers in der zweiten WP konnten wir die 20 Sekunden Zeitverlust noch aufholen und die Klasse gewinnen.“
 
Auch für Tom Kässer war der Weg aufs Podium nicht problemlos, „es ist schon etwas ärgerlich, dass es so knapp nicht gereicht hat. Vielleicht war ich auch mit dem für mich noch neuen Auto etwas zu vorsichtig unterwegs. Zwei Reifenschäden musste ich zwischen den Prüfungen wechseln, danach sorgte die unterschiedliche Bereifung auf unserem 208er für ein etwas abenteuerliches Fahrverhalten. Dennoch ich bin sehr zufrieden bei diesem genialen Starterfeld mit auf dem Podium zu stehen.“ Von den 108 gestarteten Teams erreichten 74 das Ziel in Wertung.

Pöttgen / Jerrentrup übernehmen im Seat Ibiza die Cup-Führung im Süden

Stolze 36 Teams des mit fast 90 Einschreibungen teilnehmerstärksten Rallye-Cups in Deutschland kämpften beim dritten Lauf zum HJS AvD DMSB Rallye Cup in der Region Süd um Punkte. Die Punkte werden in den jeweiligen Klassen in Relation zu den gestarteten Teilnehmern vergeben. „Wie geil ist das denn. Das ist ein geniales Konzept, so kann man in diesem Cup auch mit einem kleinen seriennahen – und damit auch preisgünstigen – Fahrzeug wie unserem Seat Ibiza ganz vorne mitmischen“, freute sich Niklas Pöttgen gemeinsam mit Co-Pilotin Lisa Jerrentrup über die frisch gewonnene Führung in der Region Süd. In der Klasse NC 8 landeten sie auf dem zweiten Platz von acht gestarteten Teilnehmern. „Wir waren zum ersten Mal hier am Start, einfach geniale Prüfungen. Die 22 Sekunden Rückstand auf den Klassensieger haben wir selbst verschenkt, sagen wir mal so: Auf der dritten WP waren wir beide nicht optimal sortiert.“ Die bisherigen Cup-Leader Daniel Hammel / Matthias Kotz mussten im Honda Civic TypeR nach einem Ausfall ohne Punkte aus dem Hunsrück abreisen. Mit der bis dahin erreichte Platzierung hätte es aber auch bei einer Zielankunft nicht zur Verteidigung der Führung erreicht.
 
Neue Zweitplatzierte in der Cup-Wertung sind die Brüder Lars und Björn Schwarzmannseder. In Ihrem Renault Clio 3 RS belegten sie in der mit 32 Startern teilnehmerstärksten Klasse den fünften Platz. Das brachte wichtige 8,59 Punkte und füllte ihr Konto auf nun 23,13 Zähler. „Das war eine mega Veranstaltung mit genialen Prüfungen. Diese ‚Junior‘ macht dem Hunsrück alle Ehre,“ bilanzierte Lars Schwarzmannseder. Mit diesem Resultat verteidigten sie auch die Führung im Renault Sindermann Rallye Cup, „aber unser Teamkollege Mark Wetzel hat uns erstmals geschlagen, und das ziemlich deutlich. Auf den müssen wir aufpassen.“
 
Den dritten Platz in der Cup-Zwischenwertung übernahmen Herbert Schmidt / Jürgen Krieg in Toyota Yaris in der seriennahen Klasse NC6. „Dabei war unser Auftritt heute nicht gut, die Reifenwahl war falsch und es hat gefühlt nichts gepasst. Aber mit dem dritten Platz haben wir noch wichtige Punkte gesammelt, vielleicht können wir das Resultat später als Streichergebnis nutzen.“
 
Das Cup-Reglement sieht vor, dass von den geplanten acht Vorläufen im Süden nur die besten fünf Ergebnisse in die Zwischenwertung vor dem gemeinsamen Finallauf mit den Teams aus der Region Nord einfließen. Dies macht nochmals einen anderen Blick auf die Zwischenwertung erforderlich. Der Klassensieg in der heiß umkämpften NC3 ging mit über einer Minute Vorsprung! an Nico Otterbach und Co-Pilot Paul Gehbauer (BMW 320is) mit rekordverdächtigen 9,84 Punkten bei 32 Konkurrenten. Otterbach hat bereits in Zerf die Klasse gewonnen und hat mit nur zwei von drei möglichen Starts bereits 19,53 Punkte auf seinem Konto – so viel wie niemand vor ihm. Doch Nico Otterbach ist nicht nur am Lenkrad überzeugend. Als Co-Pilot von Christian Riedemann liegt er aktuell an der Spitze der Deutschen Rallye-Meisterschaft.
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