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Formelsport Allgemein
25.11.2023

FormulaVoltage – die Formel für nachhaltigen Motorsport

Wie Autorennsport Spaß und Nachhaltigkeit vereinbaren kann, haben vier kluge Köpfe zu ihrem Projekt gemacht: Georg Barton, Geschäftsführer der ATM Tornau Motoren GmbH & Co. KG, Jörg Kieback, Experte für Autobatterien und -akkus, Designer Herr Gert Pollmann und Konstrukteur Herr Andreas Roß von der Uni Lübeck haben ihren Nachhaltigkeitsgedanken in einen Rennwagen verwandelt. Nun gibt es einen kleinen, leichten E-Rennwagen auf dem Markt: den FormulaVoltage.

Inklusive der verbauten Akkus wiegt der E-Racer 430 kg und verhält sich mit dieser Leichtbauweise sehr dynamisch und agil auf der Strecke. „Trotz seiner adäquaten Motorleistung von 12 kW ist der FormulaVoltage besonders spritzig unterwegs und erreicht Höchstgeschwindigkeiten bis zu 80 km/h“, so Barton. „Dadurch, dass kein ABS und weitere moderne Elektronik verbaut wird, liegt der Rennwagen frei auf der Straße. Besonders das Kurvenverhalten erlaubt auf geschwungenen Bahnen ein aufregendes und lebendiges Fahren.“ Die Bremsanlage des E-Racers ist vorne verbaut und wird durch eine Rekuperationsbremse an der Hinterachse ergänzt. Diese Nutzbremse arbeitet wie jede elektrodynamische Bremse verschleißfrei. Die aus der Bewegungsenergie zurückgewonnene elektrische Energie wird bei der Nutzbremse nicht in Wärme umgewandelt, sondern in einen Speicher im Fahrzeug geleitet.

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Das verwindungssteife Fahrzeuggestell besteht aus einem Aluminium-Kastenrahmen. An diesem sind die selbstfedernden Radaufhängungen, die Antriebseinheit mit Differenzial, die Akkus, der Sitz, die Crash-Elemente sowie die Karosserie verschraubt und schnell auswechselbar. Bis auf die Karosserie sind alle technischen Bauteile einschließlich der Räder- und Reifenkombination sowie der Bremsanlage normiert, zudem werden nur Vorderradbremsen verbaut.

Stilistisch von den Formel-Rennwagen der frühen 60er-Jahre inspiriert, weckt er ein Fahrgefühl „back to the roots“ des Motorsports. Zur Optik und zum Fahrzeugtyp passend sind Oldtimerreifen verbaut, mit denen er sich besonders in Kurven gut behaupten kann. Die Kosten des E-Racers liegen ganz nach dem kostengünstigen Konzept der Entwickler bei um die 35.000 Euro. Mit Abmessungen von einer Gesamtlänge von 3,97 m, einer Breite von 1,57 m und einer Höhe von 90 cm beziehungsweise 1,10 m mit Überrollbügel siedelt er sich zwischen dem kleinen Go-Kart und dem klassischen Rennwagen an. Dies entspricht etwa dem 1,25-fachen stilistischen Vorbild, einem Formel-1-Rennwagen der frühen 60er-Jahre mit der damals üblichen Zigarrenform. Es ermöglicht auch großen Fahrern eine bequeme Sitzposition und sichert ein erwachsenes und beeindruckendes Erscheinungsbild. Und auch die heutigen viel größeren Sturzhelme fallen so im Größenverhältnis nicht nachteilig auf.

Die Karosserie kann in einem reglementierten Bereich von jedem Teilnehmer selbst gestaltet werden. Das bedeutet großen Spielraum für einen individuellen und persönlichen Auftritt. So können Farbe, Felgen und Reifen konfiguriert und Vereinslogos angebracht werden. Auch Zubehör wie Helme und Handschuhe sind farblich kombinierbar und einheitlich erhältlich. Ende Juni hat der E-Racer sein erstes offizielles Rennen bestritten. Weitere, wie die ausgetragene Meisterschaft im Rahmen der ProtoChampSeries, werden folgen.

FormulaVoltage schließt sich damit dem Ausbau des E-Motorsports an. Diese Sportbranche steht immer noch stark in der Kritik, da CO2-Emissionen und Ressourcen in großen Mengen verbraucht werden.
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