Sonntag, 5. Februar 2023
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24h Dubai
17.01.2023

Sorg Rennsport startet in Dubai mit Klassensieg in die Saison

Mit einem Porsche Cayman GT4 Clubsport (Typ 982) stellte sich Sorg Rennsport am vergangenen Wochenende der ersten großen Herausforderung der Saison: den 24 Stunden von Dubai. Dabei nutzte der in Wuppertal beheimatete und am Nürburgring ansässige Rennstall die Woche in der Dubai MotorCity auch zu ausgiebigen Testfahrten mit dem Mittelmotor-Rennwagen. Den Cayman GT4 Clubsport sowie die neu erworbenen Cayman GT4 RS Clubsport und 911 GT3 Cup (992) setzt das Team 2023 bei weiteren Läufen der weltweiten 24H Series, der GT4 European Series sowie in der Nürburgring Langstreckenserie ein. 

Wie professionell und erfolgreich Sorg Rennsport diese Einsätze gestaltet, bewies das Team gleich zum Saisonstart in der MotorCity des rennbegeisterten Emirats. „Alle Testtage, die Trainings und die vier Qualifyings liefen absolut problemlos“, bestätigt Daniel Sorg, Co-Teamchef an der Seite seines Bruders Benjamin. Die fehlerfreie Vorstellung sollte sich auch im Rennen fortsetzen. Die Startnummer 227, pilotiert von dem erst 17-jährigen Daniel Gregor aus Maikammer bei Neustadt, Christoph Krombach aus Asslar, dem Schweizer Patrik Grütter und Benito Tagle aus Mexiko, drehte auf dem Grand Prix Circuit des Dubai Autodrome lange Zeit problemlos ihre Runden.

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Gegen 21 Uhr, nach rund sechs Rennstunden, ereilte die Porsche-Crew am Samstagabend jedoch ein typischer Langstrecken-Zwischenfall: In der letzten Kurve vor Start und Ziel hatte sich ein Gegner gedreht. Daniel Gregor, der zu diesem Zeitpunkt im Cockpit des Sorg-Renners saß, wollte innen vorbeiziehen. In diesem Moment wendete der ausgerutschte GT4-Rennwagen und fuhr auf die Ideallinie zurück. Ohne Chance auszuweichen traf Daniel Gregor ihn mit der Front auf der Beifahrerseite. Per Abschlepper kam der Cayman zurück zur Sorg-Garage. 

„Wir haben in anderthalb Stunden den Vorderwagen mit einer Karosseriepresse gerichtet, sodass wir neue Kühler und eine Frontschürze montieren konnten“, schildert Daniel Sorg die Arbeit seiner Mechaniker. Lohn der Mühen: „Nach der Reparatur lief der Porsche Cayman GT4 CS wieder wie ein Uhrwerk.“

Lediglich mit den warmen Temperaturen hatte die Crew in der Folge zu kämpfen, da in der Kürze der Reparaturzeit nicht alle Luftführungen am Vorderwagen montiert werden konnten. Die Kühler arbeiteten deshalb nicht 100-prozentig. Was das Quartett in der Startnummer 227 nicht daran hinderte, ordentlich Boden gutzumachen. „Über die Distanz konnten wir uns auch dank besserer Zuverlässigkeit auf Platz drei der TCE-Division vorarbeiten“, berichtet Daniel Sorg. So durfte die Sorg-Besatzung nach 24 Stunden und 508 Runden ihren Erfolg sogar auf dem Gesamtsieger-Podium feiern. Den Sieg in der Klasse TCX hatte Sorg Rennsport mit dem einzig gemeldeten TCX-Fahrzeug bei der Zieldurchfahrt ohnehin perfekt gemacht.

In seinem ersten 24-Stunden-Rennen überhaupt gelang Daniel Gregor, im November erst 17 geworden, mit einem Schnitt von 147,10 km/h die schnellste Runde des Fahrer-Quartetts. Der Nachwuchsfahrer kennt den Cayman bestens aus der Talentschmiede DTM Trophy, die er 2022 für das Porsche-Team 75 Motorsport von Timo Bernhard bestritt. Mit erst 16 Jahren gewann er dabei das neunte Saisonrennen in Spa-Francorchamps.

„Die Stimmung im ganzen Team und auch unter den vier Piloten, die zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen gefahren sind, war die ganze Woche sehr positiv“, bilanziert Daniel Sorg den erfolgreichen Auftakt und fügt hinzu: „Benni und ich sind unheimlich stolz auf unser Team. Die ganze Woche lief sehr geordnet und professionell ab, gleichzeitig kam der Spaß nicht zu kurz. Auch in schwierigen Situationen wie nach dem Unfall haben wir gemeinsam großen Einsatz gezeigt und so das Rennen mit einem tollen Ergebnis beenden können.“

Als nächste Einsätze plant Sorg Rennsport Starts bei den 12 Stunden von Mugello am 25./26. März und den 12 Stunden von Spa-Francorchamps am 6./7. Mai 2023. Daniel Sorg dazu: „Bei beiden Langstrecken-Events möchten wir sowohl unsere Porsche Cayman GT4 als auch Porsche 911 GT3 Cup einsetzen. Interessierte Fahrer sind immer herzlich aufgefordert, uns anzusprechen.“
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