Dienstag, 16. August 2022
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04.08.2022

DMV NES 500: Enge Entscheidungen in den Klassen

Beim sechsten Lauf der DMV NES 500 sicherten sich Viszokay/Lengyel/Piana (BMW M4 GT4) ihren vierten Saisonsieg. Das Trio verwies auf dem Nürburgring Benny Leuchter (VW Golf GTI TCR) und Koen de Wit (BMW M4 GT4) auf die weiteren Plätze.

In diesem Jahr ist die DMV NES 500 für das ungarische BMW-Team um Arpad Viszokay, Adam Lengyel und Gabriele Piana ein gutes Pflaster. Der vierte Saisonerfolg war durchaus ein hartes Stück Arbeit. Ab der dritten Runde übernahm das Trio die Spitze. Den ersten Pflichtstopp zögerte die Mannschaft lange heraus. Erst nach über 1.14 Stunde Fahrzeit kam Gabriele Piana an die Box. Etwas zu spät, wie Arpad Viszokay zugab: „Wir verpassten den ersten Stopp rechtzeitig zu absolvieren und hatten zu viel Benzin verbraucht. Danach verbrachten wir beim Nachtankten zu viel Zeit in der Box.“ Rund 30 Sekunden kostete der kleine Lapsus. Dadurch kamen Koen de Wit und Benny Leuchter am BMW M4 vorbei. Als kurz darauf Leuchter und de Wit zu ihrem zweiten Stopp antraten, wechselte die Führung erneut. Nach der zweiten Boxenstopp-Phase lautete die Reihenfolge Leuchter vor de Wit und Viszokay/Lengyel/Piana. Während die Drittplatzierten einen ganz kurzen Stint absolvierten, stoppten Leuchter und de Wit erst einige Runden später. Währenddessen zog Schlussfahrer Gabriele Piana noch einmal das Tempo an. Und der Schlussspurt sollte sich lohnen. In der 86. Runde kam Leuchter erst wieder hinter Piana auf die Strecke. Der hielt das Tempo weiterhin hoch, so dass der Abstand auf Rang zwei auf über 29 Sekunden anwuchs und den Sieg einbrachte. „Ich denke, die Pace war von uns allen drei Fahrern in Ordnung. Beim Boxenstopp hatten wir einen kleinen Fehler. Aber wir wussten, dass wir die notwendige Pace haben, um das auf der Strecke wieder zu korrigieren. Es ging dann alles gut und wir hatten unseren nächsten Sieg“, so Adam Lengyel. „Wir mussten hart arbeiten, um unsere Position wieder zurückzuholen. Das war schon ein wenig schwierig“, pflichtete Viszokay bei.

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Wie erwartet war Benny Leuchter der starke Kontrahent um den Gesamtsieg. Trotz 21 Führungsrunden musste sich Leuchter mit dem zweiten Platz vor Koen de Wit zufriedengeben. „Ein wenig enttäuscht bin ich. Aber ich muss fairerweise sagen gegen das Fahrzeug vor mir war auf dieser Strecke kein Kraut gewachsen. Das Fahrzeug ist hier bei dieser Stop and Go Strecke einfach überlegen. Von daher alles gut. Ich konnte auf Gesamt P2 fahren und die Klasse gewinnen. Grundsätzlich zufrieden, aber etwas enttäuscht, dass wir nicht aus eigener Kraft um den Sieg kämpfen konnten“, befand Benny Leuchter. Mit dem zweiten Platz feierte Leuchter auch den Sieg in der gut besetzten NES 8. Da die Teamkollegen Xavier/Dawson/Costantini das Ziel auf Platz sieben sahen, wurde es für das Team von Max Kruse Racing ein Doppelsieg. Zudem räumte das Trio vorzeitig den Titel in der NES 8 ab. „Wir haben in der NES 8 die Meisterschaft gewonnen. Das hatte für uns hier am Nürburgring Priorität. Es freut mich sehr, dass die Jungs gleich in ihrer ersten Saison den Meistertitel in der NES 8 einfahren konnten“, so Leuchter dazu.

Schnitzelalm Racing setzte sich in der NES 6 durch

Die NES 7 wurde einmal mehr zur sicheren Beute von Rolf Becker und Stefan Schmickler (Porsche 991). Hinter den NES 9 Autos von Luther/Schmickler (BMW M4 GT4) und Reiter/Müller/Böhnisch (Porsche 718 Cayman GT4 CS) reichte es zum sechsten Platz im Gesamtklassement. Michael Neuhauser (BMW M135i) und Driescher/Baum (BMW M240i Evo) sicherten sich die weiteren Podestplätze.

Voll besetzt war an diesem Wochenende die NES 6 , wo insgesamt sieben Teams antraten. Nach drei Stunden war der Sieg für Neuser/Härtling/Marchewicz/Böckmann mit zwei Runden Vorsprung auf die Teamkollegen Kolb/Hahnenkamm/Büsker/Kieslich sowie Steinacker/Abée/Nagy (alle BMW M240i RC) eine deutliche Angelegenheit, doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Gerade zu Beginn klebte der BMW von Steinacker/Abée/Nagy am Heck von Starterfahrer Marcel Marchewicz. Erst mit zunehmender Renndauer setzte sich Marchewicz von seinen Verfolgern leicht ab. Mit etwas über sieben Sekunden Vorsprung kam der Führenden zum Pflichtstopp, während Steinacker/Abée/Nagy noch ein paar Runden länger auf der Strecke blieben. Während Jay Mo Härtling mit schnellen Rundenzeiten den Abstand konstant ausbaute, gerieten die Zweitplatzierten immer stärker unter Druck des zweiten Schnitzelalm Racing BMW. Nach der Hälfte der Distanz trennte die beiden Plätze nicht einmal eine Sekunde. Das konnte Tim Neuser nur Recht sein, der schließlich den M240i RC mit ordentlich Vorsprung an Tim Böckmann übergab. Der vollendete, was seine drei Teamkollegen vorgelegt hatten. „Mein Job war recht entspannt, weil meine Teamkollegen gute Vorarbeit geleistet hatten. Nix kaputt machen und die Zielflagge sehen. Das habe ich hinbekommen. Ich bin mega happy. Das ganze Team hat einen super Job gemacht.“ freute sich ? Tim Böckmann. Mehr Arbeit hatte dagegen Marcel Marchewicz: „Der Start war grundsätzlich gut. Der Zweitplatzierte konnte zunächst dranbleiben. Ich habe versucht konstant gute Rundenzeiten zu fahren, mich ein bisschen abzusetzen und etwas Vorsprung herauszufahren.“ Dahinter fingen Kolb/Hahnenkamm/Büsker/Kieslich die lange Zeit auf Platz Zwei fahrenden Steinacker/Abée/Nagy noch ab.

In der NES 5 fuhren Rob Nieman und Simon Knap (Renault Clio 4) nach zwei zweiten Plätzen ihren dritten Klassensieg ein. Wie so oft waren Philipp Eis und Pia Ohlsson die engsten Kontrahenten, doch nachdem der Scirocco gegen Ende Probleme bekam, war der Drops gelutscht. Dadurch kamen auch noch Borcheld/Richert (BMW M3 E36) zu einem dritten Platz. Die NES 4 ging an Backus/Drasal/Sauerbrei, die nach Assen zum zweiten Mal den Mercedes C300 zum Einsatz brachten. Ein packendes Finale spielte sich in der NES 3 ab. Eigentlich gab Thomas Röpke die Marschrichtung aus – den Platz 2 abzusichern und zu verwalten. Doch Alex Pawlow ignorierte das beflissentlich und drehte nach dem Boxenstopp voll auf. Runde um Runde verkürzte er den Rückstand auf die Teamkollegen Heidrich/Volmer (beide BMW 328i ST E36). Kurz vor Schluss ging Pawlow vorbei und baute den Abstand sogar noch aus. Die Ernüchterung für ihn kam kurz darauf. Wegen eines zu kurzen Boxenstopps gab es zehn Strafsekunden obendrauf. Strafsekunden bekamen aber auch Heidrich/Volmer – allerdings nur fünf Sekunden. Das sicherte dem „Duo der Glücklichen“ knapp den Sieg. Rang drei holten sich Obermann/Blum/Bock/Rosam im Awesome Racing BMW 325iS E90. „Zum Schluss war es ein harter Kampf. Da haben wir alles herausgeholt. Aber die Reifen waren ziemlich fertig. Ich hatte mich auch heftig verbremst. Da hatte der Kontrahent eine gute Chance vorbeizuziehen. Für ihn war es schade, dass er am Ende die Strafe bekommen hat“, so Dirk Volmer. Nach viel Pech im bisherigen Saisonverlauf freute sich Martin Heidrich über den Sieg. „Technisch war alles tipp top. Wir hatten die Reifen teilweise überfahren. Es gab viele Zweikämpfe, da kann das schon passieren. Umso glücklicher, dass wir fehlerfrei und pannenfrei angekommen sind.“

Zittern in der NES 1+2

Bisher waren Igor Rodella und Michel Dänzer mit ihrem Suzuki Swift nicht zu schlagen. In der Eifel stellte sich den beiden Eidgenossen gleich ein ganzes Rudel von BMW 318ti Cup Fahrzeugen entgegen. Vor allem Paul Heinisch und Ioannis Smyrlis entpuppten sich als starke Gegner. Somit musste sich die siegverwöhnte Suzuki-Mannschaft erst einmal mit dem vierten Rang in der Klasse zufrieden geben. Denn sowohl Hermann/Hermann/Hermann, als auch Berrenberg/Bodin/Henggeler hatten sich vor den Suzuki geschoben. Rund 45 Minuten vor Rennende hatten sich Heinisch/Smyrlis mit dem verbesserten Cup-318er an der Spitze etabliert. Als Heinisch für den letzten Stint übernehmen sollte, sprang der BMW plötzlich nicht mehr an. Es dauerte einige Zeit bis ein gelöstes Massekabel als Übeltäter ausgemacht und fixiert war. Die Zeit nutzten Rodella/Dänzer, um die Führung zu übernehmen. Die letzten Kilometer wurden jedoch auch für die Schweizer zur Qual. Kupplungsprobleme, Servoausfall und ein schleichender Plattfuß verhinderten fast den nächsten Sieg. Doch Igor Rodella rettete den Suzuki vor Berrenberg/Bodin/Henggeler und Beckwermert/Micheel/Bedbur ins Ziel. „Am Anfang mussten wir richtig hart kämpfen, um nicht zu weit nach hinten zurückzufallen. Wir haben uns langsam wieder an die anderen Autos heran gekämpft. Am Schluss hatten wir noch ein bisschen Glück, da das andere Team ein technisches Problem hatte“, erzählte Michel Dänzer. Ein sichtlich erschöpfter Igor Rodella berichtete: „Mein erster Stint war eigentlich ziemlich gut. Ich konnte die Pace gut mitgehen und habe ziemlich aufgeholt. Ab der dritten Runde hatte ich keine Servo mehr. Das wurde immer schlimmer. Die letzten zehn Runden fuhr ich ohne Unterstützung. Dazu war es noch sehr heiß. Die letzten zwei Runden hatte ich extreme Vibrationen vorne. Schleichender Plattfuß. Am Ende war somit richtig Glück dabei.“
Nach dem packenden Rennen auf dem Nürburgring bleibt etwas Zeit zum Durchatmen. Das nächste Rennen steht im September an. Dann fallen vom 9.-10. September auf dem Lausitzring die letzten Entscheidungen.
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