Mittwoch, 25. Mai 2022
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Sonstiges
26.01.2022

Nachhaltiges Fahrzeugtuning – möglich oder sinnlos?

Dass sich das Weltklima bereits verändert hat und auch weiter verändern wird, daran besteht unter Fachleuten kaum ein Zweifel. Aus gutem Grund wächst in der Gesellschaft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dabei schreiben sich nicht nur die eingefleischten Fridays-for-future-Aktivisten das Thema auf ihre Fahnen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft hat sich das Denken zu einem ökologischeren Ansatz hinentwickelt. Ob es der selbst mitgebrachte Coffee-to-go-Becher ist, ein Strohhalm aus Glas oder das neue Elektroauto – Nachhaltigkeit kann sich in fast allen Lebensbereichen ausdrücken.

Es gibt jedoch auch Themen, die sich auf den ersten Blick so gar nicht mit einem ökologischen Lebensstil vereinbaren lassen. Die Tuningszene gehört ohne Zweifel dazu.


Schneller, größer, lauter! 

Die Faszination für Tuning ist nach wie vor ungebrochen. Shops für Motorsport Tuningteile gedeihen prächtig. Nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise verbleibt in den Taschen junger Menschen häufig mehr Geld, welches nicht selten für das Aufhübschen des eigenen Gefährts verwendet wird. Dass ökologische Faktoren dabei nicht die ganz große Rolle spielen, ist kein Geheimnis. In der Regel geht es beim Tuning darum, mehr Kraft, mehr Sound, mehr Leistung und mehr Optik in und ans Auto zu kriegen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sehen anders aus. Und doch mehren sich auch in der Tuningszene die Stimmen, die ihr Hobby zunehmend kritisch sehen. Denn zum einen erhöhen sich die Kosten für Benzin überproportional. Dass die getunten Spritfresser nicht selten zwanzig und mehr Liter verbrauchen, belastet die Kassen der Tuningfreunde stark. Auch die Diskussion um Tempolimits, Fahrverbote in Innenstädten und höhere KfZ-Steuern schaffen ein ungünstiges Klima für die Tuningzsene, die ohnehin unter Dauerbeobachtung steht. Doch welche Ansätze gibt es, sich dem Zeitgeist zu öffnen, ohne dass der Charakter und der Spaß des Tunings verloren geht? 


Tuning und Umweltschutz muss kein Widerspruch sein

Man muss ehrlich bleiben. Die Entwicklung hin zu einem ökologischeren Ansatz in der Tuningszene steckt noch in den Kinderschuhen und die Möglichkeiten sind aktuell noch begrenzt. Doch selbst ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Tuning besteht auch aus optischen Aspekten. Gerade in diesem Bereich lässt sich viel fürs Auge machen, ohne ein Gramm Benzin mehr in die Luft zu blasen. Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Eco-Tuning. Dies gilt als Disziplin des Chiptunings und setzt in erster Linie auf Effizienzsteigerungen. Eingriffe in die Software des Motors oder der Einbau eines Chips können verschiedene Auswirkungen haben. Für gewöhnlich ist beim Chiptuning das Ziel, eine höhere Leistung zu generieren.

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Anders beim Eco-Tuning. Hier geht es darum, durch Veränderungen an der Software den Spritverbrauch zu reduzieren und damit sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt zu schonen. Elektroautos sind nach dem Willen der aktuellen Bundesregierung schon in wenigen Jahren von Deutschlands Straßen nicht mehr wegzudenken. In der Tuningszene werden Fahrzeuge mit Elektroantrieb tendenziell belächelt. Doch auch hier werden die Zeichen der Zeit langsam erkannt. Zwar ist bei einem Fahrzeug mit Elektroantrieb im Hinblick auf Motor und Abgasanlage tuningtechnisch so gut wie nichts zu bewerkstelligen, doch Tuning hat viele Gesichter. Fahrwerk, Felgen oder Folierung lassen sich auch problemlos bei einem Elektroauto verändern. Sicherlich ist dies in der Szene noch Neuland, jedoch wird man sich aufgrund der geplanten gesetzlichen Regelungen eher früher als später damit auseinandersetzen müssen.
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