Mittwoch, 10. August 2022
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Rallye WM
18.07.2022

Kalle Rovanperä setzt Erfolgsserie fort

Kalle Rovanperä setzt seine Siegesserie fort: In Estland hat der schnelle Finne den fünften Erfolg im sechsten Saisonrennen der diesjährigen FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gefeiert. Für das Toyota Gazoo Racing World Rally Team ist es ein weiterer Doppelsieg: Elfyn Evans wurde Zweiter im Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid.

Nach den raueren Schotterpisten der letzten Rallyes waren die schnellen Wertungsprüfungen Estlands eine neue Herausforderung. Die Toyota Boliden der neuen Generation meisterten diese jedoch mit Bravour und dominierten das Event: Auf 22 Prüfungen fuhr ein Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid die schnellste Zeit, nur auf den beiden kurzen Super Special Stages am Donnerstag- und Samstagabend wurde dieser knapp geschlagen. Kurze und heftige Regenschauer und die damit verbundenen wechselhaften Bedingungen verlangten den Fahrern das ganze Wochenende über alles ab.

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Evans glänzte nach einem überwiegend trockenen Start in den Freitag und gewann alle vier Vormittags-Prüfungen vor Rovanperä, der als WM-Führender den Auftakt gut meisterte. Das nasse Wetter am Nachmittag nutzte er sogar, um sich an die Spitze zu setzen. Samstags gewann Rovanperä gemeinsam mit Beifahrer Jonne Halttunen sieben Prüfungen in Folge – und zeigte sich auch noch Sonntagmorgen in Topform.

Wetterkapriolen erschwerten jedoch die letzten Prüfungen: Durch die schlechter werdenden Bedingungen waren sowohl Rovanperä als auch Evans mehr als eine halbe Minute langsamer als einige Konkurrenten, konnten aber ihre Gesamtpositionen halten. Rovanperä fuhr mit 22,5 Sekunden Vorsprung auf Evans die beste Zeit und holte damit die maximale Punktzahl für sich und seinen Beifahrer. Nach sieben von 13 WRC-Läufen liegt das Duo in der Meisterschaft nun 83 Punkte in Front.

Evans und sein Beifahrer Scott Martin kletterten nach ihrem zweiten zweiten Platz in Folge – dem dritten insgesamt – auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. Das Team sicherte sich mit der Power Stage die maximale Punkteausbeute und führt nun mit 87 Punkten in der Herstellerwertung.

Für den dritten Toyota Fahrer lief es durchwachsen: Nachdem Esapekka Lappi am Samstag aufgrund von Reifenproblemen Zeit verloren hatte, kämpfte er sich zurück und triumphierte am Sonntag auf zwei Prüfungen – in der Gesamtwertung reichte es noch für den sechsten Platz. Takamoto Katsuta baute seine Erfolgsbilanz aus: Der für TGR WRT Next Generation startende Japaner wurde trotz der schwierigen Bedingungen Fünfter, nachdem er sich im Laufe des Rennens kontinuierlich verbesserte.

„Kalle, Jonne, herzlichen Glückwunsch zu eurem zweiten Sieg in Folge nach Kenia, dem fünften Saisonsieg insgesamt und auch dem zweiten aufeinanderfolgenden Erfolg in Estland! Nachdem ich Kalle im letzten Jahr hier in Estland zum Titel des jüngsten WRC-Siegers aller Zeiten gratulieren durfte, hat er inzwischen sieben Siege eingefahren. Das macht mich stolz und glücklich“, freut sich Teamgründer Akio Toyoda. „Diese Rallye markiert die Halbzeit der Saison 2022. Die zweite Hälfte beginnt mit unserem Heimrennen in Finnland und endet mit unserem anderen Heimrennen in Japan. Ich freue mich sehr auf die nächsten Monate. Gemeinsam mit Jari-Matti und allen im Team werden wir weiterhin unser Bestes geben, um die Erwartungen der Fans zu erfüllen.“

„Kalle überrascht uns jedes Mal aufs Neue mit dem, was er leistet. Die Bedingungen waren vor allem in der Power Stage extrem schwierig. Aber je schwieriger die Bedingungen sind, desto stärker ist Kalle“, so Teamchef Jari-Matti Latvala. „Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass dieses Ergebnis eine Teamleistung ist. Der GR Yaris Rally1 Hybrid ist schnell und zuverlässig, was nicht nur die vielen Prüfungssiege an diesem Wochenende beweisen, sondern auch die Platzierung aller vier Fahrzeuge unter den ersten Sechs. Elfyn lieferte erneut eine sehr solide Leistung mit hoher Beständigkeit und Geschwindigkeit, auch Esapekka und Takamoto hatten gute Läufe bis ins Ziel. Wir sind sehr dankbar, dass wir die besten Fahrer und das beste Team im Rallyesport haben.“
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