Samstag, 8. Mai 2021
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FIA Formel E
10.04.2021

Porsche beim stark im Qualifying, beim Rennen hinter den eigenen Erwartungen

Turbulenter Europa-Auftakt für die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft: Das spannende und ereignisreiche dritte Saisonrennen auf dem Stadtkurs in Rom, bei dem Pascal Wehrlein (GER) im Porsche 99X Electric den siebten Platz belegte und wertvolle Punkte für das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team holte, war geprägt von zahlreichen Führungswechseln und Kollisionen im Kampf um die Spitze. Typisch für den turbulenten Rennnachmittag in der Ewigen Stadt war, dass das Rennen hinter dem Safety Car gestartet und schließlich auch beendet wurde.

Mit einem starken Qualifying und der zweitschnellsten Zeit im Kampf um die Super Pole sicherte sich André Lotterer, wie schon sein Teamkollege Pascal Wehrlein beim Saisonauftakt im saudi-arabischen Diriyah, einen Platz in der ersten Startreihe. Auf der 3,385 Kilometer langen Strecke im Stadtbezirk Esposizione Universale di Roma konnte er diese vielversprechende Ausgangsposition allerdings nicht für ein Top-Resultat nutzen. Gleich in der ersten freien Runde nach dem Start, der wegen der teilweise noch nassen Strecke hinter dem Safety Car erfolgte, kam es durch ein missglücktes Überholmanöver zu einer Kollision mit dem Spitzenreiter. Von der Rennleitung gab es dafür eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe. Am Ende wurde er schließlich als Sechzehnter gewertet. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein, als Achter gestartet, konnte im Porsche 99X Electric mit der Startnummer 99 zeitweise bis auf den vierten Platz nach vorne fahren. Er kam schließlich als Siebter ins Ziel.

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Als Gast von Porsche-Partner TAG Heuer war Patrick Dempsey in Rom und stattete dem TAG Heuer Porsche Formel-E-Team vor dem Rennen einen Besuch ab. Dabei zeigte sich der Hollywood-Star und Co-Teambesitzer vom Dempsey Proton Racing, der in der italienischen Hauptstadt derzeit die zweite Staffel der Thrillerserie „Devils“ dreht, sichtlich beeindruckt von der Entwicklung der Formel E. Das Engagement von Porsche in der ersten elektrischen Rennserie der Welt hält er für den richtigen Schritt. „Wir alle haben eine Verantwortung für die Umwelt, deshalb ist es wichtig, dass Porsche in der Formel E dabei ist. Viele der auf der Rennstrecke erprobten Entwicklungen in der Elektromobilität werden wir auch in Straßenautos sehen, das geht Hand in Hand“, sagte der ehemalige Rennfahrer, der sich 2015 bei den 24 Stunden von Le Mans mit einem Porsche 911 RSR als Zweiter der GTE-Am-Klasse seinen Rennfahrertraum erfüllte. Mit dem Taycan, dem ersten vollelektrischen Sportwagen von Porsche, konnte er am Renntag einige Runden auf dem Stadtkurs drehen und war sehr angetan, vor allem von der Beschleunigung und dem Handling. Sein Fazit: „Dieses Auto zu fahren, ist ein Vergnügen.“

Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E: „Das Qualifying lief sehr gut für uns, vor allem der zweite Platz von André war eine starke Leistung. In der ersten Rennrunde sah er dann die Möglichkeit, den Pole-Sitter innen zu überholen und hat es auch versucht. Doch als der Führende dagegenhielt, ging beiden der Platz aus und es kam zur Kollision. Danach war das Rennen, auch wegen der Zeitstrafe, für André gelaufen. Pascal fuhr eine sehr solide erste Rennhälfte, doch dann waren wir leider nicht mehr effizient genug und verloren an Boden. Die Gründe dafür müssen wir evaluieren. Schade, Pascal hätte durchaus ganz vorne mit dabei sein können. Jetzt greifen wir morgen wieder an.“

Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#99): „Ich war wieder in den Punkten, das ist schon mal positiv. Trotzdem, vom Ergebnis her fühlt es sich nicht so gut an. Wir hätten gut und gerne ein Podium holen können, doch im Rennen sind einige Dinge passiert, die das verhindert haben. Deshalb bin ich im Moment auch etwas enttäuscht. Wir werden jetzt im Team die Köpfe zusammenstecken und sehen, was wir morgen besser machen können. Schön, dass wir endlich mal wieder auf einem für die Formel E typischen Stadtkurs fahren. Ich hoffe, dass wir nach dem Rennen morgen eine positivere Bilanz ziehen können.“

André Lotterer, Porsche-Werksfahrer (#36): „Ich hatte ein gutes Qualifying und war sehr zuversichtlich für das Rennen. Nach dem Safety-Car-Start war ich hinter dem Spitzenreiter, und als der vor Kurve 7 früh bremste, wollte ich innen an ihm vorbei. Doch als er mich sah, machte er die Tür zu und es kam zur Kollision. Das ist echt traurig, denn unser Auto war schnell und wir hätten gewinnen können. Heute haben wir leider eine große Chance nicht genutzt.“