Donnerstag, 9. Dezember 2021
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ADAC GT Masters
26.10.2021

GRT Grasser Racing Team zurück auf der Siegerstraße

Spiel, Satz und Sieg für das GRT Grasser Racing Team! Mit einem Doppelpack aus Siegen und Pole-Positions drückte die Crew aus der Steiermark dem ADAC GT Masters am vergangenen Wochenende in Hockenheim ihren Stempel auf. Mirko Bortolotti und Marco Mapelli beendeten auf der legendären Grand-Prix-Rennstrecke in Baden-Württemberg die lange Durststrecke des Lamborghini Huracán GT3 EVO in der Liga der Supersportwagen. Die Lamborghini-Werkspiloten sicherten GRT Grasser Racing und der Lamborghini Squadra Corse am Samstag den ersten Triumph im ADAC GT Masters seit 2019.

Lamborghini-Profi Franck Perera und Silber-Sensation Rolf Ineichen wiederholten das Kunststück am Sonntag mit einem weiteren Start-Ziel-Sieg. Mit einer dominanten Performance eroberten sie für GRT Grasser Racing die 17. Pole und den 12. Sieg in der Liga der Supersportwagen. Ihre Stallgefährten machten die Teamleistung mit drei weiteren Punkteresultaten im Feld der 28 GT3-Boliden perfekt. Lamborghini-Junior Tim Zimmermann und Rookie Hugo Sasse holten im ersten Rennen ein Top-10-Resultat. Clemens Schmid und Mike David Ortmann fuhren zwei Mal in die Punkte.

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In der Teamwertung gelang GRT Grasser Racing durch die starke Ausbeute in Hockenheim ein wichtiger Big Point. Vor dem Finale auf dem Nürburgring liegt die Mannschaft in der Meisterschaft an der Spitze und hat alle Chancen auf den Titelgewinn. Der Vorsprung auf die Verfolger ist mit nur einem Zähler denkbar knapp und verspricht am Wochenende vom 5. bis 7. November einen spannenden Showdown in der Eifel.

Nach dem Rückschlag auf dem Sachsenring meldete sich Mirko Bortolotti zusammen mit Marco Mapelli in Hockenheim eindrucksvoll zurück. Der Italiener gab im ersten Qualifying von Anfang an die Pace vor und sicherte sich auf der 4,574 Kilometer langen Traditionsrennstrecke seine siebte Pole Position im ADAC GT Masters. Im Samstagsrennen knüpfte der 31-Jährige nahtlos an die starke Form an. Im ersten Stint kontrollierte er das Geschehen an der Spitze souverän. Mapelli ließ sich nach dem Fahrerwechsel trotz zwei Safety-Car-Phasen nicht aus der Ruhe bringen. Er verteidigte die Führung eisern und sicherte dem GRT Grasser Racing Team den ersten Sieg im diesjährigen ADAC GT Masters.

Am Sonntag sah sich das Duo mit einer extrem schwierigen Ausgangslage konfrontiert. Mapelli kam im zweiten Zeittraining nicht über Platz 16 hinaus. Die Startposition in Kombination mit dem zugeladenen Erfolgsgewicht machte das Rennen für ihn und Bortolotti zu einer großen Herausforderung. Mapelli managte die turbulente Startphase mit zwei Gelbphasen tadellos. Beim zweiten Restart wurde der 34-Jährige in der Spitzkehre jedoch von einem Rivalen am Heck getroffen und drehte sich. Der Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 63 fiel dadurch auf die letzte Position zurück. Im zweiten Stint machte Bortolotti Boden gut, doch der entstandene Rückstand auf die Punkteränge ließ sich nicht mehr aufholen.

Marco Mapelli: "Das Wochenende war eine Achterbahn. Am Samstag hatten wir den perfekten Tag. Mirko hat eine unglaubliche Performance abgeliefert und ich habe es geschafft, den Job für uns zu erledigen. Im zweiten Qualifying kam ich dafür nicht gut zurecht, obwohl das Auto sehr gut und schnell war. Im Mittelfeld zu starten, ist immer kritisch. Ich hatte dann einen anständigen Start und wir waren schon in den Top-10, als ich von hinten touchiert und gedreht wurde. Ich bin darüber ziemlich sauer und enttäuscht. Es herrscht manchmal zu wenig Respekt, was sehr schlecht ist. Aber gut, wir können es nicht ändern. Am Nürburgring werden wir wieder angreifen."

Für Franck Perera und Rolf Ineichen war das Wochenende auf dem Hockenheimring ein weiterer Beleg für ihr Teamwork der Extraklasse. Mit Startplatz 20 für den ersten Lauf blieb Ineichen im ersten Qualifying zwar hinter seinen Erwartungen zurück, doch im Rennen korrigierten er und sein Teamkollege diesen Schönheitsfehler eindrucksvoll. Der Schweizer arbeitete sich im ersten Stint bis auf Position 13 vor. In der zweiten Hälfte nutzte Perera den Rennverlauf perfekt aus. Das Feld lag nach zwei Neutralisierungen wieder dicht beisammen und der 37-Jährige erkämpfte im Mittelfeld mit entschlossenen Manövern eine Position nach der anderen. Die Aufholjagd der Startnummer 19 wurde im Ziel mit einem starken sechsten Platz belohnt.

Am Sonntag stellte Perera seine bestechende Form mit der Bestzeit im Qualifikationstraining noch eindrucksvoller unter Beweis. Seine insgesamt dritte Pole Position im ADAC GT Masters nutzte der Franzose im zweiten Lauf für eine Performance der Extraklasse. Im ersten Stint fuhr er trotz mehrerer Neutralisierungen einen Vorsprung von über fünf Sekunden heraus und drehte dabei die schnellste Runde. Ineichen übernahm den Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 19 in Führung liegend und fuhr den Sieg mit kontrollierter Pace nach Hause. Für Perera bedeutete der Erfolg den ersten Triumph im ADAC GT Masters. Für Ineichen war es der vierte Sieg in der hochkarätigen GT3-Serie. Darüber hinaus sackte der 43-Jährige in Hockenheim den Doppelsieg in der Trophy-Wertung ein.

Franck Perera: "Das gesamte GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Squadra Corse und wir Fahrer haben dieses Wochenende einen tollen Job gemacht. Wir werden mit jedem Rennen stärker und haben das in Hockenheim gezeigt. Das zweite Rennen war hart. Ich wusste, dass der Start und die Anfangsphase entscheidend sind. Die beiden Safety-Car-Phasen waren etwas ärgerlich, aber ich habe bei den Restarts die Führung behauptet. Rolf ist im zweiten Stint super gefahren. Dieser Sieg bedeutet uns allen sehr viel. Wir hatten alle eine harte Saison. Es ist schön, dass es endlich geklappt hat."

Rolf Ineichen: "Es war wirklich ein tolles Wochenende für das gesamte Team. Das Sonntagsrennen war mega. Franck hat super vorgelegt. Das Qualifying ist hier extrem wichtig und er hat dort fantastische Arbeit geleistet. Genauso im Rennen, wo er toll gestartet ist und sich immer gut verteidigt hat. Er hat uns einen schönen Vorsprung herausgefahren und ich habe in meinem Stint einfach nur versucht, das zu machen, was ich kann. Ich habe mich auf meine Pace konzentriert und nach vorne geschaut. Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Alle bei GRT Grasser Racing arbeiten so hart und die Truppe hat diesen Erfolg wirklich verdient."

Clemens Schmid und Mike David Ortmann unterstrichen am sechsten Rennwochenende der Saison erneut ihre steile Formkurve im ADAC GT Masters. Der 17. Platz im ersten Qualifying entsprach zunächst nicht den Erwartungen des Duos, doch im Samstagsrennen behaupteten sich die beiden wieder einmal im hart umkämpften Mittelfeld. In der Startphase verhinderte Ortmann einen Unfall, als er in der ersten Kurve mit blitzschneller Reaktion einem außer Kontrolle geratenen Rivalen auswich. Den Platzverlust bügelte der 21-jährige Berliner im ersten Stint wieder aus und stieß bis zum Fahrerwechsel in die Punkteränge vor. In einer intensiven Schlussphase eroberte Schmid Rang 13 und holte damit an einem schwierigen Tag das Maximum heraus.

Von diesem Kraftakt beflügelt lief der Tiroler am Sonntag zur Höchstform auf. In der Qualifikation stellte Schmid den Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 16 auf Startposition neun. Auf die Pole Position von Perera fehlten ihm lediglich fünf Zehntelsekunden. Die starke Ausgangslage brachte ihm in der Startphase allerdings kein Glück. In der ersten Runde musste er einem verunfallten Fahrzeug ausweichen und fiel bis auf die 17. Position zurück. Bis zum Fahrerwechsel fuhr der 31-Jährige wieder an die Top-10 heran. Ortmann hatte im zweiten Stint mit der Pace zu kämpfen und sah die Zielflagge schlussendlich als 13.

Clemens Schmid: "Ich hatte am Sonntag ein wirklich gutes Qualifying, aber in der ersten Runde des Rennens liefen die Dinge nicht wie geplant. Ich fand mich direkt hinter einem Audi wieder, der nach einem Kontakt seinen Reifen verloren hatte. Beim Ausweichen habe ich viele Positionen verloren. Es ging dann zwar wieder nach vorne, aber Platz 14 war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Das Auto war in Hockenheim wieder einmal richtig gut und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Die Pace war super und es wäre für uns in beiden Läufen deutlich mehr drin gewesen."

Mike David Ortmann: "Die Rennen waren sehr intensiv aber uns hat dieses Wochenende leider das Glück gefehlt. Wir waren irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Das Team hat tolle Arbeit geleistet und uns ein schnelles Auto hingestellt. Unser Speed war wirklich gut, weshalb es etwas ärgerlich ist, dass wir nicht weiter vorne gelandet sind. Am Nürburgring haben wir zum Glück noch eine Chance, das nachzuholen. Wir wollen unsere Form dort bestätigen und einen schönen Saisonabschluss feiern."

Der zweite gemeinsame Auftritt von Tim Zimmermann und Hugo Sasse im Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 82 war in Hockenheim ein Auf und Ab. Am Samstag präsentierten sich die Youngster stark. Zimmermann sorgte mit der zwölften Startposition für eine solide Basis. Im Rennen hielt der 25-Jährige den Anschluss an die Top-10. Kurz vor dem Boxenstopp fuhr ihm ein Kontrahent ins Heck, wodurch er Positionen verlor und das Auto beschädigt wurde. Mit der richtigen Strategie und einem kontrollierten Stint von Sasse schlug die Crew in der zweiten Rennhälfte zurück. Der 17-jährige Rookie überquerte die Ziellinie nach einer Stunde als Achter und holte damit sein bestes Resultat im ADAC GT Masters.

Am Samstag zahlte der jüngste Fahrer in der Liga der Supersportwagen dafür Lehrgeld. Auf der Zeitenjagd im ersten Qualifying rutschte er in der ersten Kurve von der Strecke und beschädigte das Auto. Er konnte nach dem Zwischenfall aus eigener Kraft an die Box zurückkehren, aber der Schaden ließ keine weitere Attacke zu. Im Rennen rehabilitierte sich Sasse mit einem starken Start von diesem Fehlschlag. Aus der letzten Reihe des Grids arbeitete er sich in der ersten Rennhälfte an die Punkteränge heran. Zimmermann setzte den Trend im zweiten Stint fort und beendete die Aufholjagd auf Platz 16.

Tim Zimmermann: "Es war im Großen und Ganzen ein recht positives Wochenende, nachdem wir bisher so eine schwierige Saison hatten. Die Pace war ziemlich gut und ich war mit meinem Qualifying zufrieden. Das erste Rennen verlief vielversprechend, bis ich im Zweikampf in einen Unfall verwickelt wurde. Es danach immer noch in die Top-10 zu schaffen, war kein schlechter Rennausgang. Am Sonntag hat uns das Qualifying zurückgeworfen. Vom letzten Platz bis auf Position 16 vorzufahren war zwar ein Erfolg, aber wir hatten uns natürlich ein besseres Resultat erhofft."

Hugo Sasse: "Am Samstag konnten wir uns aus vielen Situationen heraushalten, bis Tim von einem Gegner touchiert wurde. Der dabei entstandene Schaden hat uns etwas Performance gekostet. Die Jungs haben beim Boxenstopp alles versucht, es zu richten. Unter diesen Umständen noch Achter zu werden, war ein mega Resultat. Im zweiten Qualifying habe ich dann leider einen Fehler gemacht. Die Reifen waren noch nicht auf Temperatur und ich habe zu hart gepusht. Im Rennen lief es dafür gut. Wir hätten von ganz hinten gerne noch einen Punkt geholt, aber es hat gerade so nicht gereicht. Dennoch bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Wenn ich die Fehler abstelle, ist für uns noch mehr drin."

Teamchef Gottfried Grasser: "Es ist unglaublich. Wir haben eine zweijährige Durststrecke durchlebt, haben wie wild gekämpft und alles versucht. Das Team ist durch eine Zeit der Veränderung gegangen, aber wir haben unseren Fokus nie verloren. Der Blick war immer nach vorne gerichtet und wir haben immer an das geglaubt, was wir können. Was wir an diesem Wochenende erreicht haben, bedeutet mir unbeschreiblich viel. Solch ein Teamwork ist nur mit den richtigen Menschen möglich, und die haben wir. Diese Poles und Siege sind der Beweis dafür. Harte Arbeit zahlt sich am Ende immer aus und ich kann mich bei jedem einzelnen, der diese Erfolge möglich gemacht hat, nur von ganzem Herzen bedanken. Ich bin unglaublich stolz auf unseren Teamspirit und natürlich auf die fantastischen Leistungen unserer Fahrer. Sie haben dieses Wochenende alle einen unglaublichen Job gemacht. Beim Finale auf dem Nürburgring möchten wir den Titel holen, den eine Mannschaft wie diese verdient."