Mittwoch, 12. August 2020
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Interview
03.07.2020

Comeback in FIA Formel 3: Interview mit David Beckmann

David Beckmann, Trident-FIA-Formel-3-Pilot aus Hagen, wird am kommenden Wochenende auf dem Red Bull Ring im Support-Programm der Formel-1-Weltmeisterschaft in die europäische Motorsport-Saison starten. Der 20-Jährige fährt mit der Startnummer 11 für das italienische Trident-Team. In Spielberg (AT) werden an den zwei kommenden Wochenenden insgesamt vier Rennen in der hart umkämpften FIA Formula 3 Championship ausgetragen.

Glückwunsch zu deiner Rückkehr in die FIA Formula 3 mit Trident.
David Beckmann: „Grazie mille!“

Wie kam es dazu, dass du nach deinem erfolgreichen Abstecher ins Auto mit Dach, in den Porsche 911 GT3 Cup im Winter, wieder zurück in der FIA Formel 3 mit Trident bist?
„Das war sehr kurzfristig. Tatsächlich hatte ich mit Formelsport im Jahr 2020 schon mehr oder weniger abgeschlossen. Jedoch rief mich dann der Team-Chef von Trident an und fragte, was ich dieses Jahr vorhabe. Ich merkte schnell, dass dort ein Platz frei wird und konnte es nicht glauben. Dazu kommt, dass ich einen guten Deal ausgehandelt habe und dass der Ingenieur und die Mechaniker von 2018 wieder mit dabei sind – da kann einfach nichts schief gehen und deswegen habe ich auch ja gesagt.“

Wie hast du die letzten Wochen und Monate erlebt und die Corona-Zeit verbracht?
„Eigentlich hat mir die Corona-Zeit tatsächlich geholfen. Ich hatte keinen Motorsport und konnte mich vollkommen auf unsere Firma fokussieren. Nur dadurch kann ich auch dieses Jahr fahren. Natürlich bekommt man sehr schnell wieder den Drang zu fahren und jetzt habe ich ja auch wieder die Chance dazu!“

Wie und wo siehst du deine Zukunft im Motorsport?
„Ich denke, das ist sehr schwer zu sagen. Im Motorsport ändert sich jedes Jahr so unglaublich viel. Außerdem ist es natürlich ein finanziell abhängiger Sport und dadurch weiß man natürlich nie ganz genau, wohin die Reise geht.“

Was hältst du von dem RTL-Ausstieg aus der F1-Berichterstattung und was sagt das für dich über den Motorsport in Deutschland aus? Dazu kommen die Entwicklungen der letzten Wochen: Das Vettel-Aus bei Ferrari, der Audi-Ausstieg aus der DTM usw.
„Das ist natürlich alles sehr schade. Deutschland verabschiedet sich immer mehr aus dem Motorsport. Zumindest aus dem ,Verbrenner-Motorsport‘. Ich kann es aber auch niemandem übel nehmen, da es um sehr viel Geld geht und halt auch Unternehmen dahinter stehen, die keine Verluste erleiden dürfen. Eine schwierige Zeit momentan.“

Erstmals fahren mit dir, Lirim Zendeli, Sophia Flörsch und David Schumacher vier Deutsche in der FIA Formel 3. Kennst du Lirim, Sophia und David schon von der Kartbahn in Kerpen?
„Ja klar, ich kenne alle drei. Wir verstehen uns alle relativ gut, aber die Konkurrenz ist nicht größer als zu andere Fahrer, nur weil unsere Nationalität dieselbe ist.“

Wie sieht bzw. sah deine Vorbereitung bis zum ersten Rennwochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg am ersten Juli-Wochenende aus?
„Momentan fahre ich sehr viel Schaltkart und auch viel auf meinem eigenen Simulator daheim. Sonst halt das übliche Training – Kraft, Cardio etc.“

Experten sehen dich als das deutsche Top-Talent unter den nur noch knapp zehn Deutschen im Formel-Auto. Mit Trident hast du 2018 in der GP3-Series mit drei Siegen und zwei Pole-Positions schon gezeigt was geht. Was sind deine Saisonziele 2020 mit dem bewährten Team?
„Ich denke wir können mit einem kühlen Kopf durchaus die gleichen Ergebnisse erzielen. Jedoch weiß man nie ganz, wie es am Ende ausgehen wird, daher möchte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen.“

Vielen Dank für das Interview und eine erfolgreiche Saison, David!

Interview: Susanne Roßbach