Sonntag, 29. November 2020
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ADAC Kart Masters
26.10.2020

ADAC Kart Masters: Favoriten holen die Meistertitel

In Wackersdorf fand am vergangenen Wochenende das Finale des ADAC Kart Masters statt. 156 Fahrerinnen und Fahrer gingen bei den finalen Wertungsläufen an den Start und erlebten nochmal tollen Kartsport. Im Titelkampf setzten sich am Ende die Favoriten durch.
 
Erst Anfang August startete die Saison des ADAC Kart Masters und hatte nun zwölf Wochen später das Saisonfinale in Wackersdorf. Vorher war die überregionale Kartrennserie des ADAC auf den Strecken in Kerpen, Mülsen und Ampfing zu Gast. Zum Finale waren die Teilnehmerfelder der sechs Klassen noch einmal stark besetzt. Insgesamt 156 Piloten aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland nahmen die Rennen in Angriff.
 
Im Kampf um die Meisterschaften gab es am Ende keine Überraschungen. Mit Phil Colin Strenge (Mini), Daniel Guinchard (OK Junior), Luca Griggs (OK), Maddox Wirtz (X30 Junior), Louis Kulke (X30 Senior) und David Trefilov (KZ2) setzten sich die Favoriten durch und hielten am Abend die Siegertrophäe in der Hand. Im Ladies Cup gewann Mini-Fahrerin Mathilda Paatz.

Mini: Perfektes Wochenende für Meister Phil Colin Strenge

Vor dem Finale hingen die Bambini eng zusammen und es gab mit Phil Colin Strenge (Unterensingen/ADAC Württemberg e.V.), Jens Treuer (Kockengen/CV Performance Group) und Mathilda Paatz (Köln/TB Racing Team) drei Titelaspiranten. Doch bereits im Qualifying unterstrich Strenge seine Ambitionen und fuhr die mit einem deutlichen Vorsprung die Bestzeit. In den späteren Heats und Finals gab es für ihn kein Halten mehr. Alle vier Läufe entschied er mit deutlichem Vorsprung für sich und wurde am Abend mit dem Meisterpokal geehrt. „Ich bin sehr glücklich gewonnen zu haben. Wir hatten die letzten Wochen sehr tolle Kämpfe. Diesmal lief es aber perfekt und ich habe in den Rennen das Tempo bestimmt“, strahlte der Youngster im Siegerinterview.
 
Weniger entspannt waren die Duelle auf den weiteren Rängen. Direkt zum Anfang des ersten Finales musste Paatz einen Rückschlag verkraften. Die schnelle Kölnerin wurde in eine Kollision verwickelt und eilte dem Feld hinterher. Im Kampf um Rang zwei entschied Treuer das teaminterne Duell gegen Niklas Cassarino (Römerberg/CV Performance Group). Richtig Spannung herrschte im Fight um Platz vier. Niklas Hirsch (Altenkirchen/DS Kartsport) schien zu Rennmitte auf einem erfolgreichen Weg. Doch von hinten schloss in der zweiten Rennhälfte das DS-Corse-Duo Elia Weiss (Aschheim) und Marc Gerstenkorn (Landshut) auf und zog in der letzten Runde noch an dem Mach1-Kart-Fahrer vorbei.
 
Im zweiten Durchgang lieferte sich hinter dem Führenden Strenge eine Fünfergruppe packende Fights um die erste Verfolgerposition. Die Youngster wechselten teilweise jede Runde ihre Positionen und keiner konnte bis zum Ende seinen Platz behaupten. Ins Ziel kam Treuer vor Weiss, Paatz und Gerstenkorn als Zweiter. Eine starke Aufholjagd zeigte die Viertplatzierte Mathilda Paatz. Nach dem Rückschlag im ersten Lauf, landete sie noch in den Pokalrängen und wurde am Abend als Siegerin des Ladies Cup geehrt.
 
Meisterschaftsendstand Klasse Mini:
1. Phil Colin Strenge (168 Punkte)
2. Jens Treuer (145 Punkte)
3. Mathilda Paatz (135 Punkte)
4. Marc Gerstenkorn (119 Punkte)
5. Elias Weiss (89 Punkte)

OK Junior: Daniel Guinchard wird trotz Ausfall Gesamtsieger 

Mit einer kleinen Überraschung starteten die Geschehnisse bei den OK Junior. Paul Ducoffre (Bedburg/SFR Motorsport) holte sich seine erste Pole-Position in diesem Jahr. Während der Heats etablierte er sich ebenfalls auf den vorderen Rängen und belegte am Samstagabend hinter seinem Teamkollegen Kris Haanen (Meterik/SFR Motorsport) den zweiten Rang. Die Anfangsphase des ersten Finals war dann geprägt von einem Dreikampf an der Spitze. Als Führender ging daraus Titelfavorit Daniel Guinchard (Hertfordshire/SFR Motorsport) hervor. Er fuhr bis zum Ende eine Lücke zu seinen Kontrahenten heraus und siegte vor seinem direkten Titelgegner Herolind Nuredini (Oststeinbek/CV Performance Group). Letzterer erhielt aber eine fünf Sekundenstrafe und fiel auf Platz zehn zurück – eine erste kleine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft. Neuer Zweiter war Haanen vor Maxim Rehm (Blaubeuren/Rehm Racing), Nathan Ottink (Hengelo/SFR Motorsport) und Tom Kalender (Hamm-Sieg/TB Racing Team).
 
Kris Haanen übernahm vor Guinchard im zweiten Durchgang die Führung. Beide lösten sich leicht vom Feld. Doch noch in der Anfangsphase schied Guinchard wegen eines technischen Defekts aus und die Titelvergabe schien wieder offen. Obwohl sich Nuredini mit einer tollen Aufholjagd wieder bis auf Rang zwei verbesserte, durfte der Guinchard am Abend den Meisterpokal in der Hand halten. „Es war ein phantastisches Debütjahr bei den OK Junioren. Ein großer Dank an mein Team SFR Motorsport und GFR Engines für die perfekte Unterstützung“, fasste der neue Champion aus Großbritannien zusammen. Rookie Tom Kalender schloss das Rennen als Dritter vor dem SFR Motorsport-Duo Nico Lemberg (Espoo) und Ottink ab.
 
Meisterschaftsendstand Klasse OK Junior:
1. Daniel Guinchard (170 Punkte)
2. Herolind Nuredini (163 Punkte)
3. Kris Haanen (155 Punkte)
4. Tom Kalender (116 Punkte)
5. Leon Hoffmann (83 Punkte)

OK: Luca Griggs schafft Kür in Wackersdorf

Bereits vor dem Finale fehlte Luca Griggs (Dagham/SFR Motorsport) nur ein Punkt zum vorzeitigen Titel. Diesen holte er bereits mit der Führung nach den Heats und knüpfte daran in beiden Finals an. Vom Start weg fuhr er jeweils dem Feld davon und feierte Saisonsieg Nummer fünf und sechs. „Es war ein perfektes Wochenende für mich. Vom Zeittraining bis zum letzten Finale war ich der schnellste Fahrer im Feld und habe nun den Titel geholt“, zog Griggs ein durchaus positives Fazit.
 
Hinter Griggs erlebte auch Dylan Yip (Worb/TB Racing Team) aus Macau ein ruhiges erstes Rennen. Deutlich enger ging es dagegen um Rang drei zur Sache: Die Zwillinge Juliano und Sandro Holzem (Polch/SFR Motorsport) sowie Vincent Andronaco (Wentorf bei Hamburg/Millenium Racing Team) bogen zu dritt nebeneinander auf die Zielgerade ein, kollidierten und verloren dadurch ihre Plätze. Den Sprung auf das Siegerpodium schaffte Gastfahrer Marius Kristiansen (Holstelro/HK Motorsport) aus Dänemark vor Moritz Wiskirchen (Euskirchen/TB Racing Team) und Niels Tröger (Großfriesen/Mach1 Motorsport).
 
Schon früh hatten die Fahrer ihre Positionen im zweiten Wertungslauf bezogen und änderten daran auch bis ins Ziel nichts mehr. Kristiansen verbesserte sich auf Rang zwei gefolgt von Tröger, Juliano Holzem und Yip.
 
Meisterschaftsendstand Klasse OK:
1. Luca Griggs (190 Punkte)
2. Moritz Wiskirchen (107 Punkte)
3. Juliano Holzem (103 Punkte)
4. Niels Tröger (102 Punkte)
5. Dylan Yip (84 Punkte)

X30 Junior: Maddox Wirtz entscheidet Zweikampf für sich 

Maddox Wirtz (Bornheim/RMW Motorsport) und Maximilian Schleimer (Obertiefenbach/Giti Tire Motorsport by WS Racing) machten auch beim Finale den Sieg unter sich aus. Nach dem Wirtz im Zeittraining auf die Pole-Position vor, entschied Schleimer gleich beide Heats für sich. Aus der ersten Startposition fuhr der Rookie auch im Finale am Vormittag direkt eine Lücke zum gesamten Feld heraus. Wirtz war dagegen kurzzeitig nur Dritter, kämpfte sich aber zurück, schloss zum Führenden auf und überholte diesen wenig später auch. Mit dem Fallen der Zielflagge feierte der Erftländer einen wegweisenden Sieg im Titelkampf. Hinter dem Duo erkämpfte sich Maximilian Prunner (Neufarn/RS Motorsport) Platz drei vor Fabian Böffel (Tholey) und Jan Waibel (Schwäb. Gmünd/RMW Motorsport).
 
Auftaktsieger Maddox Wirtz entschied den Start zum zweiten Rennen direkt für sich und verwaltete seine Position in den insgesamt vierzehn Runden. Mit seinem Doppelerfolg fiel auch die Meisterschaftsentscheidung zu seinen Gunsten – entsprechend guter Laune war er im anschließenden Interview: „Es war keine einfache Saison, die Rennen waren immer hart und man durfte keinen Fehler machen. Nach dem Vizetitel im vergangenen Jahr, lag nun mein Focus auf dem Gewinn des Titels. Das habe ich geschafft und freue mich nun auf die nächste Saison.“ Schleimer folgte im Rennen wieder als Zweitplatzierter vor Böffel, Prunner und Waibel.

Meisterschaftsendstand Klasse X30 Junior:

1. Maddox Wirtz (199 Punkte)
2. Maximilian Schleimer (179 Punkte)
3. Fabian Böffel (114 Punkte)
4. Maximilian Prunner (112 Punkte)
5. Jonas Weber (77 Punkte)

X30 Senior: CV Performance Group feiert mit Louis Kulke vierten Titel in Folge

Bereits vor dem Finale hatte Louis Kulke (Bad Salzuflen/CV Performance Group) einen komfortablen Vorsprung im Gesamtklassement und musste in Wackersdorf nicht alles riskieren. Am Samstag war es Gabriel Streitmatter (Breisach/Flandria Kart) der nach den Vorläufen das Zwischenranking anführte. Aus der Pole-Position erlebte der Schwarzwälder jedoch einen schlechten Start in den ersten Wertungslauf und fiel weit zurück. Im weiteren Verlauf kämpfte er sich aber wieder nach vorne und feierte nach Mülsen seinen zweiten Saisonsieg. Kulke reihte sich als Zweiter ein und entschied damit die Meisterschaft für sich. Um die weiteren Pokalränge duellierten sich gleich fünf Fahrer. Im Ziel stand Timo Kischkat (Böblingen/Dutt Motorsport) als Dritter auf dem Siegerpodium. Sam Bollacke (Gronau) und Douglas Lundberg (Helsingborg/Bamberger Kart Racing) komplettierten die Top-Fünf.
 
Mit dem Wissen bereits Meister zu sein, fuhr Kulke im zweiten Durchgang befreit auf und gewann das Rennen deutlich vor seinen Verfolgern. „Ich bin mega Happy die Meisterschaft gewonnen zu haben. Wir haben von Kerpen an das Klassement angeführt und wollten hier nicht mehr zu viel riskieren. Das ist ein toller Saisonabschluss. Im kommenden Jahr möchte ich dann gerne umsteigen und in einem GT4 Sportwagen antreten.“ Hinter dem Sieger war es erneut richtig eng: Ein Quartett lieferte sich tolle Windschattenduelle. Philipp Damhuis (Haren) behaupte sich am Ende vor Streitmatter, Kischkat und Lundberg als Zweitplatzierter.
 
Meisterschaftsendstand Klasse X30 Senior:
1. Louis Kulke (171 Punlte)
2. Gabriel Streitmatter (124 Punkte)
3. Felix Wischlitzki (112 Punkte)
4. Philipp Damhuis (97 Punkte)
5. Niklas Kalus (90 Punkte)

KZ2: David Trefilov entscheidet Dreikampf für sich 

Das engste Duell wurde bei den Schaltkarts der Kategorie KZ2 erwartet. Daniel Stell (Hammelburg/Bamberger Kartracing), David Trefilov (Berlin/SRP Racing Team) und Robert Kindervater (Kleinmachnow/ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) trennten in der Gesamtwertung nur drei Punkte. Nach dem Zeittraining führte aber keiner des Trios das Klassement an. Lokalmatador Valentino Fritsch (Steinberg am See/BirelART Racing KSW) war Schnellster und nahm die Heats als Polesetter in Angriff. Doch zwei teils schwierige Rennen warfen ihn zurück. Neuer Spitzenreiter war Stell vor Mitfavorit Trefilov. Die Beiden machten auch im ersten Finale den Sieg unter sich aus. Nach wenigen Umläufen ging der amtierende Champion aus Berlin in Führung und verwaltete diese vor Stell und Mike Müller (Schwanden/ Berner Kart Racing Club) aus der Schweiz. Platz vier ging an Kindervater vor Lauren Alexander Clevert (Gräfelfing/Solgat Motorsport).
 
Im entscheidenden Rennen wendete Stell dann das Blatt und ging in Führung. Hinter ihm lagen seine Mitfavoriten Trefilov und Kindervater. Das Trio fuhr ein unspektakuläres Rennen, beim Überqueren des Zielstrichs wusste aber keiner wer die Meisterschaft gewonnen hatte. In der Endabrechnung hatte Trefilov schließlich sechs Punkte Vorsprung und verteidigte den Titel. „Das war eine richtig enge Entscheidung. Ich habe im Ziel gedacht nicht gewonnen zu haben. Nach Berücksichtigung der Streichergebnisse hat es aber doch gereicht“, freut sich der alte und neue Champion. Im Rennen zu einem Fotofinish kam es im Kampf um Rang vier – Valentino Fritsch lag im Ziel eine Handbreit vor Müller und schaffte damit noch einen erfolgreichen Abschluss.
 
Meisterschaftsendstand Klasse KZ2:
1. David Trefilov (179 Punkte)
2. Daniel Stell (173 Punkte)
3. Robert Kindervater (151 Punkte)
4. Tim Tröger (90 Punkte)
5. Valentino Fritsch (77 Punkte)
 
Mit den Rennen in Wackersdorf endete eine ungewöhnliche Saison 2020. Trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen war es ein erfolgreiches Jahr mit abwechslungsreichen Rennen. Bereits jetzt blicken die Verantwortlichen des ADAC auf das kommende Jahr und arbeiten an einem attraktiven Rennkalender.