Freitag, 30. Oktober 2020
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24h Nürburgring
25.09.2020

Space Drive Racing Team nach dem Trainingstag bereit für das 24h-Rennen

Der erste Tag im Rahmen des ADAC TOTAL 24h Rennen 2020 verlief für den Porsche Cayman 718 GT4 #58 mit dem Steer-by-Wire System von Schaeffler Paravan sehr erfolgreich. Die Piloten Tim Scheerbarth, Niklas Steinhaus, Marvin Dienst und Kai Riemer haben die beiden Qualifying-Sessions mit Bravour gemeistert. Somit ist die Generalprobe zum 24h Rennen mit dem Space Drive System, das ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe auskommt, gelungen.

„Wir sind hier angetretenen um das 24h Rennen durchzufahren, um das System im Dauereinsatz unteren den härtesten Testbedingungen auf der Nordschleife zu testen“, sagt Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan GmbH & Co.KG und Geschäftsführer der PARAVAN GmbH, wo das System als Fahr- und Lenksystem für gehandicapte Menschen einwickelt wurde. „Die Erkenntnisse aus diesem Einsatz bringen uns unserem Ziel, ein System weiter zu entwickeln, das einmal die gesamte Fahrzeugindustrie prägen kann, einen deutlichen Schritt näher.“

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Der Porsche Cayman 718 GT4 als Testträger für Steer-by-Wire wird von W&S Motorsport betreut. Das Team rund um Patrick Wagner und Daniel Schellhaas hat den Renner perfekt vorbereitet, was sich beim ersten Qualifying am Donnerstagmittag ab 12:30 Uhr bestätigte. Es war der erste Einsatz der vier Fahrer mit dem Space Drive System auf der legendären und respekteinflößenden Nürburgring Nordschleife. Die routinierten Piloten kamen auf Anhieb hervorragend mit den Herausforderungen der Strecke zurecht. Im Feld von etwa 100 Rennwagen, davon fast 30 GT3 Autos, stand um 14:00 Uhr der 55. Rang mit einer Rundenzeit von 9:18.793 Minuten für die 25,378 Kilometer lange 24h-Streckenvariante, wobei die Rundenzeiten bei dem Testprojekt und über die Distanz nicht im Fokus stehen.

Auch das von 20:30 Uhr bis 23:30 Uhr ausgetragene Qualifying zwei in der herbstlichen Dunkelheit der Eifelwälder und mit einsetzendem Regen – somit erschwerten Bedingungen – war ohne Probleme souverän bewältigt worden. Niklas Steinhaus ging mit einem BMW M6 GT3 auf sanfte Tuchfühlung, konnte seinen Stint jedoch fortsetzen. Nachdem das Auto vorsorglich gecheckt wurde, waren es nur oberflächliche Kratzer. Die Nachtsitzung wurde dann aufgrund eines Unfalls eine halbe Stunde früher als geplant durch die Rote Flagge vorzeitig beendet.

Niklas Steinhaus berichtet: „Im Wehrseifen – an der langsamsten Stelle der Nordschleife – da seitlich getroffen zu werden, hätte für uns beide das Renn-Aus bedeuten können. Gott sei Dank, standen meine Räder beim Treffer gerade, so dass die Achsteile keinen erheblichen Schaden genommen haben. Der erste Check in der Box zeigte glücklicherweise, dass Auto und System alles unbeschadet überstanden hat.“ Steinhaus, der beim Qualifying 1 als erster fuhr erklärt weiter: „Das Space Drive System hat viele der Schläge gut weggefiltert. Auch in den Senken, wie Fuchsröhre und Tiergartensenke war es absolut stabil – kein Thema – wie auch an den Sprungkuppen am Pflanzgarten 1 und 2.“


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„Die ersten Kilometer auf der Nordschleife sind gefahren. Trotz widriger Witterungsbedingungen sind wir gut durch die ersten zwei Qualifyings gekommen und direkt qualifiziert. Space Drive hat seine erste Bewährungsprobe auf der Nordschleife bestanden“, sagt Axel Randolph, Head of Racing der Schaeffler Paravan Technologie.

„Ich bin überrascht, wie gut die Lenkung funktioniert. Ich hatte im Quali einen GT 4 vor mir, also eine schöne Referenz. Unser Auto lässt sich genauso fahren wie mit der herkömmlichen Lenkung und die Einlenkpunkte entsprechend ansteuern“, berichtet Nordschleifenroutinier Kai Riemer nach der Nachtqualifikation.

„Wir haben hier und da noch etwas feinjustiert und sind jetzt sehr zuversichtlich für das Rennen. Auch im Dunklen haben wir ohne Probleme unser Pflichtprogramm abgespult“, sagt Tim Scheerbarth.

Zum Ende der Nachqualifikation setzte dann Regen ein und Marvin Dienst ging als erster unter diesen Bedingungen an den Start. Er schilderte danach: „Auch im Regen hat alles gut funktioniert, für Slicks zu nass – für Regenreifen war es eigentlich noch zu trocken. Die Regenreifen waren dann schnell an ihrer Grenze, ich bin mal gespannt auf das Rennen. Der Cayman funktioniert sehr gut im Regen, das stimmt sehr zuversichtlich. Die Nacht überleben und schauen, wo wir am Ende des Tages ankommen. Die komplette Renndistanz ist das erste Ziel.“

Die Spitzen-Startplätze werden dann im Top-Qualifying zwischen 17:50 Uhr und 20:10 Uhr ausgefahren. Start des ADAC TOTAL 24h Rennen Nürburgring 2020 ist dann am Samstag den 26. September um 15:30 Uhr. Das gesamte Rennen als Livestream mit Livetiming bis nach dem Zieleinlauf am Sonntag den 27. September um 15:30 Uhr, wird auf https://www.24h-rennen.de/im-netz-verfolgen/ übertragen.