Donnerstag, 1. Oktober 2020
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24h Nürburgring
07.09.2020

Hochspannung beim „Rennen vor dem Rennen“

Das ADAC TOTAL 24h-Rennen sorgt in diesem Jahr mit einem neuen, zweiteiligen Modus im Top-Qualifying (TQ) für noch mehr Action. Nach Abschluss der Nennungsfrist steht nun auch fest, welche Teams ins Einzelzeitfahren einziehen: 14 Fahrzeuge haben sich in den fünf Läufen der Nordschleifen-Langstrecken-Serie (NLS) durch ihre Rennergebnisse direkt für das finale Stechen um die Pole-Position beim TQ2 qualifiziert, vier weitere Plätze sind noch zu besetzen. Diese werden beim TQ1 ausgefahren, für das 19 weitere Teams eine Startberechtigung haben. Das Top-Qualifying beschließt am Freitagabend (25. September ab 17:50 Uhr) die Trainingstage beim Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife, bevor es dann am Samstagnachmittag ab 15:30 Uhr auf die Marathon-Distanz zwei Mal rund um die Uhr auf der längsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt geht.

Fast alle Top-Fabrikate sind bereits für das finale Einzelzeitfahren gesetzt: Audi, BMW, Ferrari, Mercedes-AMG und Porsche werden mit GT3-Fahrzeugen und sehr starken Teams sicher vertreten sein, darunter die Siegermannschaft des Vorjahres sowie – fast – alle Siegerteams der diesjährigen NLS-Saison. Einzig das neu gegründete Mercedes-AMG Team HRT schaffte vorerst noch nicht den Einzug ins TQ2: Denn die Mannschaft um Hubert Haupt, die Mitte Juli einen beeindruckenden Doppelsieg beim „Double-Header“ der NLS einfuhr, verpasste die vorzeitige Qualifizierung für TQ2, weil sie beim entscheidenden 5. NLS-Lauf frühzeitig ausfiel. Sie muss nun ebenso zittern, wie einige andere Top-Teams: Falken und Manthey-Racing im Porsche-Lager etwa, oder auch Phoenix-Racing (Audi) und einige weitere Sieganwärter. Schon das erste Top-Qualifying wird also zu einem spannenden „Rennen vor dem Rennen“, denn auch dort gilt es, die ganze Performance in zwei Solo-Runden über die Nordschleife auf die Strecke zu bringen. Taktieren und Prognosen? Fehlanzeige! Denn sie werden noch ein wenig durch den Umstand erschwert, dass die Teams noch bis zum Rennwochenende Fahrerbesetzungen wechseln können: Da so theoretisch auch aus einem Pro- ein Pro-Am-Fahrzeug werden kann und umgekehrt, müsste die vorläufige Liste in diesem Fall noch einmal neu berechnet werden.

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Auch wenn die Detailregeln zum neuen Top-Qualifying eher etwas für Experten sind, lässt sich der neue Modus auf zwei ganz einfache Formeln bringen: Er fördert den transparenten Wettbewerb, weil die Teams vom ersten Nordschleifen-Kilometer der Saison Vollgas geben mussten, wenn sie einen Startplatz erobern wollten. Denn bei jedem NLS-Lauf werden in einem komplexen Rechenverfahren die theoretisch schnellsten Rundenzeiten in den gesamtsiegfähigen Klassen (SP9, SP9-LG, SP-Pro, SP-X) ermittelt. Nach dem Abschluss aller Vorläufe in der NLS sowie dem Vorliegen des Nennungsergebnisses erhielten nun die jeweils schnellsten 40 Prozent der Profi (Pro-) und Semiprofi- Mannschaften (Pro-Am-) einen Startplatz direkt im TQ2: Neun Pro-Teams und fünf Pro-Am-Fahrzeuge haben so den Direkteinzug geschafft, allen verbleibenden 19 Teams müssen zunächst im TQ1 um die verbleibenden vier Plätze fighten: Es wird ein heißer Tanz am Freitagabend auf der Nordschleife!