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TCR Germany
14.08.2019

Rallyestar Neuville fiebert Gaststart auf dem Nürburgring entgegen

Wenn an diesem Wochenende die fünfte Runde der ADAC TCR Germany steigt, wird Thierry Neuville im Mittelpunkt stehen. Der Rallyestar fiebert seinem Gaststart entgegen - und zählt bereits die Tage. „Natürlich ist der Spaß super wichtig, aber ich will schon zeigen, was ich draufhabe“, sagt der Belgier, der im VIP Auto des Hyundai Team Engstler angreifen wird, mit einem Lächeln: „Das Gefühl ist gut, es sollte eine gute Performance drin sein.“ 

Neuville hat sich vorgenommen, „für eine kleine Überraschung“ zu sorgen. Und dafür überlässt der viermalige Rallye-Vizeweltmeister nichts dem Zufall. Ende Juli konnte der Belgier seinen 350 PS starken Hyundai i30 N TCR auf dem Nürburgring bereits testen und kennenlernen, vor Beginn des Rennwochenendes geht es am Donnerstag erneut auf die Strecke. Tipps und Tricks wird er dabei von Gabriele Tarquini bekommen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und aktuelle Champion der WTCR ist ebenfalls vor Ort, um den Belgier zu unterstützen.

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Nach dem Rennwochenende geht es für Neuville direkt weiter zur ADAC Rallye Deutschland, die vom 22. bis 25. August im Saarland steigt. Dann sitzt der Belgier wieder in seinem angestammten Hyundai i20 WRC und im gewohnten Umfeld. Die ADAC TCR Germany ist dagegen Neuland für ihn. Die Anforderungen sind ganz andere. Wiederkehrende Bremspunkte, Rundstrecke, direkter Kontakt mit den Konkurrenten. „Mich reizt das“, sagt er. „Natürlich sind die anderen alle Spezialisten auf ihrem Gebiet, es wird schwierig, dort vorne mitzufahren“, meint Neuville mit Blick auf die starke Konkurrenz in der ADAC TCR Germany: „Ich fahre nicht um die Meisterschaft und möchte auch auf keinen Fall entscheidend eingreifen. Aber wenn das Gefühl im Auto gut ist, werde ich versuchen, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.“

Für die Fahrer der ADAC TCR Germany bleibt derweil keine Verschnaufpause. Nur fünf Tage nach dem Sonntagsrennen von Zandvoort stehen am Freitag auf dem Nürburgring bereits die ersten Trainingseinheiten an. Als Tabellenführer reist Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) an. Der finnische Audi RS3 LMS-Fahrer, der drei der vier bisherigen Sonntagsrennen gewonnen hat, liegt mit 270 Punkten jedoch nur knapp vor Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International), Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) und Max Hesse (18, Wernau, Hyundai Team Engstler. Diese vier Piloten haben sich nach acht von 14 Rennen bereits von der Konkurrenz abgesetzt. Proczyk ist mit 258 Punkten Zweiter vor Halder (246) und Hesse (233).

„In Zandvoort hatten wir ein paar Probleme mit der Pace und konnten nicht ganz mithalten“, sagt Buri, der an der niederländischen Nordseeküste die Plätze fünf und zwei eingefahren hat: „Dass wir unter diesen Umständen trotzdem gute Ergebnisse hatten, macht sie umso wertvoller. Ich hoffe sehr, dass wir in Zandvoort die Lücke zur Konkurrenz wieder schließen und selbst wieder die Pace vorgeben können.“

Im vergangenen Jahr war das Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen nicht zu schlagen und gewann im Honda Civic TCR beide Rennen. Samstags triumphierte Mike Halder, am Sonntag sein Teamkollege Dominik Fugel (22, Chemnitz). Zuversichtlich ist auch Max Hesse, der in Zandvoort jüngst seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert hat.

Apropos positiv: Auch Michelle Halder (20, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) kommt voller Selbstvertrauen in die Eifel. Die 20-Jährige hatte im Sonntagsrennen in Zandvoort triumphiert und als erste Frau einen Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert. „So kann es gerne weitergehen, ein Wahnsinnsgefühl“, sagt sie lachend. Die Schwester von Mike Halder ist in der Honda Junior Challenge derzeit Zweite, in Führung liegt dort Bradley Burns (18, Großbritannien, Pyro Motorsport).

An diesem Wochenende stoßen neben Neuville noch drei weitere Gaststarter zur ADAC TCR Germany. Pascal Eberle (28, Schweiz, Steibel Motorsport) und Jörg Schori (58, Schweiz, Lubner Motorsport) waren bereits in der Vergangenheit in der Tourenwagenserie des ADAC am Start, Karen Gaillard (18, Schweiz, Topcar Sport) gibt dagegen ihr Debüt. Sie gehört zu den Top Drei der diesjährigen Young Driver Challenge von Cupra und AutoScout24. „Ich werde weiterhin konzentriert bleiben“, sagt sie: „Ich weiß, dass ich gut vorbereitet bin und freue mich unglaublich auf diese Chance.“

Ein Kurzzeit-Comeback gibt auch Kai Jordan (50, Wolfsburg). Der 50-Jährige ersetzt beim VW Team Oettinger Maurits Sandberg (46, Niederlande), der vor Kurzem Vater geworden ist und das Wochenende mit der Familie verbringt.

SPORT1 zeigt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, online sind sie im Livestream auf SPORT1.de, adac.de/motorsport, youtube.com/ADAC und auf der Facebook-Seite der ADAC TCR Germany zu sehen.