Dienstag, 19. März 2019
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Rallye Dakar
11.01.2019

Von Zitzewitz bewährt sich bei der „Dakar“ als Pannen-Helfer

Neue Rolle angenommen, neue Rolle ausgefüllt: Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz gehen als die blau-weißen-roter Engel der vierten Etappe ins Protokoll der Rallye Dakar 2019 ein. Nachdem die „Dakar“-Sieger von 2009 am Vortag hinter einem Teilnehmer der Quad-Wertung im dichten Staub einen Stein so unglücklich trafen, dass Unterfahrschutz und Ölwanne ihres Toyota Hilux barsten sowie Ölleitungen und -Filter beschädigt wurden, hatten sie mit den daraus resultierenden viereinhalb Stunden Zeitverlust auch ihre Gesamtsieg-Chancen eingebüßt.

Von nun an ist das südafrikanisch-norddeutsche Duo als sogenanntes Chasecar ihrer Toyota-Teamkollegen Nasser Al Attiyah/Mattieu Baumel (QA/FR) und Bernhard Ten Brinke/Xavier Panseri (NL/FR) unterwegs – um bei Bedarf schnelle Pannen-Hilfe zu leisten. Reichlich Übergewicht für Extra-Ersatzteile und -Werkzeug inklusive. An Tag vier, der die Teilnehmer von Arequipa nach Tacna führte, waren ihre Mechaniker-Fähigkeiten bereits bei Kilometer 63 gefragt. „GdV“ und „DvZ“ hielten für Ten Brinke/Panseri an, um ihnen bei der Reparatur eines Schadens am linken Hinterrad ihres Hilux zur Hand zu gehen. Der Zeitverlust von de Villiers/von Zitzewitz, die in den weiß-roten Farben von Toyota sowie im Blau von Sponsor Red Bull antreten – von Zitzewitz repräsentiert somit gleichzeitig die Landesfarben seiner Heimat Schleswig-Holstein –, summierte sich entsprechend um weitere 1:31 Stunden.

Anzeige
„Ein echt harter erster Teil einer Marathon-Etappe. Der Veranstalter hat es darauf angelegt, es uns besonders schwer zu machen. Wir haben einmal angehalten, um unseren Teamkollegen Bernhard Ten Brinke und Xavier Panseri bei einer Reparatur zu helfen – sie hatten sich das linke Hinterrad abgerissen. Dafür haben wir eine gute Stunde gebraucht. Danach haben wir uns einmal im Fesh-Fesh festgefahren und ingsesamt eine Menge Staub geschluckt. Was für ein langer Tag. Wir freuen uns eigentlich jetzt schon auf den Ruhetag – auch wenn noch eine Etappe dazwischen liegt. Wir brauchen Schlaf! Aber so ist die „Dakar“ – wir sind froh, noch im Rennen zu sein“, so Dirk von Zitzewitz nach Etappe 4 der Rallye Dakar 2019.


Geschärfte Sinne gefragt: Marathon-Etappe kritischer „Dakar“-Moment

Um sich als schnelle Eingreiftruppe zu bewähren, war ein Kraftakt des Teams nötig: Bis fünf Minuten vor dem Verlassen des nächtlichen Biwaks dauerten die Reparaturen am Hilux von Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz an – also die ganze Nacht hindurch. Um ihren Teamkollegen im Falle eines Falles zu Hilfe eilen zu können, wurde dem Pritschenwagen mit der #302 zusätzliche Ersatzteile und Werkzeuge zugeladen: Querlenker und Achsträger beispielsweise. Insgesamt summierte sich das Extra-Gewicht auf rund 75 Kilogramm. Gerade auf der sogenannten Marathon-Etappe ein womöglich praktischer „Rucksack“: Am Abend ist in diesem Fall der Service durch das Team nicht erlaubt, nur durch die Teilnehmer selbst, gegenseitige Hilfe inklusive.