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Kartsport Allgemein
12.06.2019

Schweizer Kart-Meisterschaft: Starke Konkurrenz in Wohlen

Am kommenden Samstag gastiert die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen – zum ersten Aufeinandertreffen in der Schweiz. Am Start: 78 Fahrer und Fahrerinnen. Nur zwei Läufe zur autobau Schweizer Kartmeisterschaft finden auf heimischem Boden statt. Der erste davon am kommenden Samstag im aargauischen Wohlen. 78 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für den dritten Lauf eingeschrieben. Darunter auch Formel-3-Pilot Fabio Scherer, der sich wie im Vorjahr die Gelegenheit, auf seiner Heimstrecke zu fahren, nicht entgehen lassen will.

Wohlen ist für viele Fahrer, die an der autobau Schweizer Kartmeisterschaft teilnehmen, so etwas wie der Saisonhöhepunkt. Die Strecke verlangt von den Fahrern sehr viel ab. Sie ist kurvenreich, bietet kaum Ruhephasen und ist mit ihren Bodenwellen und den bescheidenen Auslaufzonen noch ein Relikt aus der „guten, alten Zeit”. Eine besondere Herausforderung stellt in Wohlen auch der Grip dar. Die Strecke ist aufgrund der Sandhügel entlang der Piste oft sehr schmutzig.

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Los geht es am Samstagmorgen um 8 Uhr mit dem ersten Training in der Kategorie Super Mini. Dort stehen insgesamt 18 Fahrer am Start, wobei die ersten drei in der Meisterschaft nur gerade zehn Punkte voneinander trennt. Als Führender reist Roy Alan Shaw nach Wohlen. Der junge Walliser hat zuletzt in Château Gaillard beide Vorläufe gewonnen. Im Final musste er sich Loris Achermann, der auf dem zweiten Zwischenrang liegt, geschlagen geben. Dritter in der Meisterschaft ist Enea Frey, der beim Saisonauftakt in Italien noch alle drei Rennen für sich entscheiden konnte. Alle drei Piloten sind auf unterschiedlichem Material unterwegs, was die Sache in Wohlen besonders spannend macht.

Etwas einseitiger ist die Ausganslage in der Kategorie OK Junior. Mit drei Siegen zuletzt in Château Gaillard hat sich Elia Sperandio in der Gesamtwertung leicht abgesetzt. Das Fliegengewicht aus Mels im Kanton St. Gallen führt mit 137 Punkten vor Sebastien Kraft (102 Punkte) und Florent Panès (86). Wie bei den Super Minis fährt auch dieses Trio auf unterschiedlichen Fabrikaten. Nur ein Fahrer hat sich für die neue OK Junior Academy eingeschrieben: Valentin Steiger. Diese Kategorie wird im Rahmen der OK Junior mit einheitlichen Motoren und Vergasern der Marke Rexon ausgetragen.

Die teilnehmerstärkste Kategorie ist erneut die X30 Challenge Switzerland. Dort stehen 24 Fahrer und Fahrerinnen am Start. Auch hier liegt das Spitzentrio nah beisammen. Zuletzt hat Rafael Aguiar aus Lonay (VD) mit zwei Siegen in Château Gaillard die Führung von Léna Bühler übernommen. Diese ist in dieser Saison in den Finalläufen bisher ungeschlagen und will mit einer Top-Leistung in Wohlen ihren Zwölf-Punkte-Rückstand wettmachen. Dritter im Bunde ist Savio Moccia. Der gerade eben erst 17 Jahre alt gewordene Kart-Republic-Fahrer aus Lyss liegt nur drei Zähler hinter Bühler, hatte zuletzt in Château Gaillard das Glück aber nicht auf seiner Seite.

Bei den OK Senioren hat Pascal von Allmen den besten Saisonstart erwischt. Der 23-Jährige aus Herzogenbuchsee hat mit seinen ersten beiden Saisonsiegen in Frankreich die Führung an sich gerissen. Erster Verfolger ist Timo Moser, dessen Rückstand 16 Punkte beträgt. Ganz so einfach wie zuletzt in Château Gaillard wird es das Duo beim Heimspiel in Wohlen aber nicht haben. Mit Fabio Scherer, Jasin Ferati und Patrick Näscher ist die Konkurrenz deutlich stärker als beim zweiten Lauf. Der amtierende Schweizer Meister Näscher hat wegen seines Studiums auf den zweiten Lauf verzichten müssen und ist deshalb besonders heiß auf die Rennen in Wohlen. Scherer betrachtet den Abstecher nach Wohlen als Fingerübung für seine bevorstehenden Einsätze in der FIA Formel 3. Und Ferati hat zuletzt bei der Kart-EM im belgischen Genk in den Final vorgestoßen.

Bei den Schaltkarts ist Mike Müller der Mann der Stunde. Der Swiss-Hutless-Pilot aus Schwanden hat bisher von allen Fahrern am meisten Punkte gehamstert (142). Hinter ihm liegen Samuel Weibel (96) und Isabelle von Lerber (88). Beide werden in Wohlen versuchen, den Rückstand auf Müller zu verringern. Kleiner Wermutstropfen: Von den bisher 15 Fahrern, die in dieser Saison bereits gepunktet haben, sind in Wohlen nur acht am Start.