Mittwoch, 26. Februar 2020
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Blancpain
15.07.2019

Siegreiches Wochenende für Mercedes-AMG in der Blancpain

In einem schwierigen Qualifying aufgrund von gemischten Wetterbedingungen legten die Mercedes-AMG Piloten den Grundstein für ein erfolgreiches Rennwochenende: Vincent Abril vom AKKA ASP Team verbuchte in seinem Mercedes-AMG GT3 #88 die schnellste Zeit der ersten Session und sicherte sich damit die Pole-Position für das Rennen am Samstag. Im zweiten Qualifying fuhr Maro Engel von BLACK FALCON auf den dritten Platz und verschaffte sich damit ebenfalls als bestplatzierter AMG eine gute Ausgangslage für den bevorstehenden Showdown am Sonntagnachmittag.

Im ersten Rennen, das unter bewölktem Himmel aber auf trockener Strecke stattfand, wurde Abril seiner Favoritenstellung aus dem Qualifying gerecht. Er führte das Feld in den ersten Kurven an und auch nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn und dem darauffolgenden Restart zeigte sich der Monegasse mit einer starken Leistung. Er konnte schnell einen Vorsprung von rund einer Sekunde herausfahren und hielt diesen souverän bis zum Boxenstopp zur Rennmitte. Auch das AKKA ASP Team zeigte ihr ganzes Können und schickte Raffaele Marciello mit einem nochmals ausgebauten Vorsprung zurück auf die Strecke. Nach einem fehlerfreien Stint fuhr der Italiener mit über acht Sekunden Vorsprung als Erster ins Ziel und sicherte dem Team damit den souveränen Start-Ziel-Sieg.

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Fast hätte es für die Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach zum Doppelpodium an diesem Nachmittag gereicht, doch Luca Stolz und Maro Engel verpassten den dritten Platz nach 60 Minuten Rennzeit nur um wenige Meter. Nach einem harten Zweikampf, bei dem vor allem Engel in der zweiten Hälfte ein starkes Rennen mit der schnellsten Rennrunde zeigte, stand am Ende Platz vier zu Buche – ein Ergebnis, das wichtige Punkte im Meisterschaftskampf bedeutete. Weniger erfreulich lief es dagegen für Felipe Fraga (BR) und Timur Boguslavskiy (RU) vom AKKA ASP Team: Das Duo lag über weite Strecken des Rennens auf Siegkurs im Silver Cup, ehe Boguslavskiy zwei Minuten vor Rennende von der Strecke abkam, den greifbar nahen Sieg verpasste und das Auto auch für das zweite Rennen nicht mehr einsatzbereit war. Durch diesen Ausfall rückte allerdings das Schwesterfahrzeug von AKKA ASP im Silver Cup nach vorne: Nico Bastian und Thomas Neubauer beendeten in der Startnummer 89 den Lauf auf dem zweiten Klassenplatz sowie Rang neun in der Gesamtwertung.

Zum zweiten Rennen am Sonntag mussten zunächst mehrere Formationsrunden gefahren werden, nachdem ein Fahrzeug in der Einführungsrunde liegen geblieben war. Dies schien einige Fahrer nervös zu machen, wodurch es zu Strafen wegen eines Frühstarts kam. Anschließend setzte sich das Feld und es gab wenige Überholmanöver auf dem Circuit Zandvoort. Startfahrer Maro Engel lieferte sich in der #4 einen engen Positionskampf um den zweiten Gesamtplatz, kam am etwas langsameren Fahrzeug vor ihm aber nicht vorbei. Auch nach dem Boxenstopp kam der BLACK FALCON GT3 zunächst knapp hinter dem Konkurrenten auf Rang vier liegend auf die Strecke zurück. Die #88 von AKKA ASP mit Abril/Marciello konnte hingegen einen Vorteil aus dem Boxenstopp ziehen und sich von der neunten auf die sechste Position verbessern. Insgesamt war es ein relativ ereignisarmes Rennen in der Spitzengruppe und bis zum Ziel änderte sich nichts mehr: Engel/Stolz kamen nach 35 Runden auf dem vierten Platz und Abril/Marciello auf dem sechsten Rang ins Ziel. Lediglich Nico Bastian konnte in der zweiten Rennhälfte einige Überholmanöver setzen und sich noch auf den zwölften Gesamtrang verbessern, was zugleich den vierten Platz im Silver Cup bedeutete.

In der Meisterschaft liegen die Mercedes-AMG Teams und Fahrer nach wie vor vielversprechend im Rennen: Maro Engel und Luca Stolz führen die Gesamtwertung der Blancpain GT World Challenge Europe mit 8,5 Punkten Vorsprung an. Nico Bastian und Thomas Neubauer verteidigten mit den Ergebnissen aus Zandvoort ebenfalls die Führung im Silver Cup.

Das nächste Rennen der Blancpain GT World Challenge Europe findet vom 30. August bis 1. September auf dem Nürburgring statt und ist bereits das vorletzte Sprintevent der Saison, bevor das Finale auf dem Hungaroring (6. bis 8. September) ausgetragen wird.


Klassenerfolge in der GT4 European Series

In der GT4 European Series konnten die Mercedes-AMG Customer Racing Teams ebenfalls erfolgreiche Resultate auf dem Circuit Park Zandvoort verbuchen. Marcus Paverud (NO) und Luca Trefz (DE) von Leipert Motorsport fuhren im zweiten Rennen am Sonntag auf Platz eins in der Pro-Am Klasse, gefolgt von Kay van Berlo (NL) und Angélique Detavernier (BE) auf Rang zwei, die damit das Doppelpodium perfekt machten. Bereits am Samstag konnten Paverud/Trefz mit Rang drei ein Podium in der Pro-AM-Klasse einfahren. In der AM-Klasse feierte das Selleslagh Racing Team mit Alessandro Giovanelli (IT) und Bob Herber (NL) am Samstag den Klassensieg und ließ am Sonntag Rang zwei folgen. Das erfolgreiche Rennwochenende wurde schließlich von Max Koebolt (NL) und Jan Kisiel (PL) abgerundet, die in ihrem Mercedes-AMG GT4 von Leipert Motorsport Gesamtrang vier und fünf in den beiden 60-minütigen Rennen belegten und damit wichtige Punkte im Meisterschaftskampf sammelten. Koebolt/Kisiel führen damit weiterhin die Silver Cup- und Paverud/Trefz die Pro-AM-Meisterschaft an. Die Entscheidung in der GT4 European Series fällt beim nächsten und damit letzten Event am Nürburgring vom 30. August bis 1. September.

Vincent Abril, AKKA ASP Team #88: „Ich liebe diese Rennstrecke. Bisher ging in dieser Saison nicht viel für uns, also war es an der Zeit. Wir hatten große Erwartungen an uns, aber Rennsport kann man eben nicht immer exakt planen. Wir wissen aber, dass wir ein super Team im Hintergrund haben, das den Grundstein für unseren Erfolg an diesem Wochenende gelegt hat. Schon im Qualifying lief es perfekt für mich mit der Pole-Position, das gab mir zusätzlich Selbstvertrauen. Das Rennen lief dann super und alle haben einen fehlerfreien Job gezeigt. Es macht sehr viel Spaß, mit Lello und in diesem Team zu fahren. Wir sind sehr glücklich!“

Raffaele Marciello, AKKA ASP Team #88: „Dieses Jahr war für uns bisher nicht leicht. Der Sieg ist also eine sehr gute Motivation für die letzten Rennen. Für mich war es am Samstag ehrlich gesagt nicht der schwierigste Job, die Fahrzeuge hinter mir haben sich gegenseitig durch die Positionskämpfe aufgehalten. Vincent hat mir das Fahrzeug mit einem guten Vorsprung übergeben und auch das Team hat einen super Job erledigt und beim Boxenstopp nochmal etwas Zeit gutgemacht. Am Ende musste ich den Sieg nur ins Ziel bringen.“

Maro Engel, BLACK FALCON #4: „Zwei Mal Platz vier – das sind wertvolle Punkte für uns. Auf der anderen Seite etwas schade, es wäre wohl etwas mehr für uns drin gewesen, da unsere Pace übers Wochenende sehr gut war. Hier mein Dank an das Team für die top Arbeit und das super Auto. Leider konnten wir uns aufgrund der gemischten Bedingungen im Qualifying keine bessere Ausgangslage schaffen. Insgesamt sind wir aber mit der Punkteausbeute zufrieden und freuen uns auf das Highlight in Spa in zwei Wochen.“

Luca Stolz, BLACK FALCON #4: „Kein optimales Wochenende, aber zweimal Vierter ist okay für uns im Hinblick auf die Meisterschaft – auch wenn wir grundsätzlich höhere Ambitionen haben. In Rennen eins haben wir ein wenig beim Start verloren, dafür beim Boxenstopp aufgeholt. Im zweiten Rennen haben wir dann beim Stopp etwas Zeit verloren. Wir haben damit aber die Führung in der Meisterschaft verteidigt und müssen uns weiter fokussieren, denn mit Spa steht schon das nächste Highlight bevor.“

Nico Bastian, AKKA ASP Team #89: „Wir hatten ein schwieriges Qualifying und damit war es auch im Rennen sehr schwer aufgrund der wenigen Überholmöglichkeiten in Zandvoort. Wir haben aber trotzdem unser Ziel erfüllt: wichtige Punkte im Silver Cup geholt und unsere Führung in der Meisterschaft ausgebaut. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Rennen wieder von weiter vorne starten, damit auch wieder bessere Ergebnisse folgen.“