Samstag, 20. Juli 2019
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Automobilsport
02.07.2019

Ellen Lohr mit erfolgreichem EuroNASCAR-Debüt in Most

Die NASCAR Whelen Euro Series gastierte am vergangenen Wochenende erstmals in ihrer zehnjährigen Geschichte in Osteuropa. Gastgeber des vierten Saisonlaufes war das berühmte Autodrom Most an der deutsch-tschechischen Grenze. Der charakterreiche Kurs beheimatet bereits seit vielen Jahren Rennen des Truck-GP und GT-Masters. Mit mehr als 20.000 Zuschauern auf den Tribünen feierte der europäische NASCAR Ableger einen großen Erfolg, der Lust auf mehr macht.

Ellen Lohr kennt die fordernde 4,2 Kilometer lange Strecke aus ihrer fünfjährigen Truck-GP-Zeit wie ihre Westentasche. In der ELITE-1-Division, der Top-Liga der EuroNASCAR, kämpft die Wahlmonegassin in der Saison 2019 um den Sieg in der Challenger Trophy – die Wertung für FIA-Silberfahrer. In Most sollte der nächste Erfolg verbucht werden.

Anzeige
Der Kurs in Tschechien hat es Lohr bereits in der Vergangenheit angetan. Sie sagt: „Ich liebe die Strecke, weil sie sehr abwechslungsreich ist. Sie hat noch alles, was eine old-fashioned Rennstrecke ausmacht, die noch nicht für ein Formel-1-Design versaut wurde. Es gibt wunderschöne Bergauf- und Bergabpassagen, schnelle und langsame Kurvenkombinationen und eine Schikane, die man auf modernen Rennstrecken heute vergebens sucht.“

Im ersten 17 Runden langen Rennen am Samstag machte Lohr gleich neun Positionen gut. Sie überquerte die Ziellinie auf Platz 14 und sicherte sich damit den dritten Platz in der Challenger Trophy. Es war nach einem zweiten sowie ersten Platz in Italien bereits das dritte Podium für die Deutsche in der Sonderwertung. Aufreger des Rennens war ein Unfall zwischen NWES-Champion Alon Day und Ex-Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve, die beide ausfielen. An der Spitze sicherte sich Nicolo Rocca den Sieg.

Im zweiten Rennen am Sonntag war Lohr wieder auf dem Weg, auf das Challenger-Podium zu fahren, bis es zu einem Kontakt mit Mauro Trione kam. Für den Unfall wurden dem CAAL-Fahrer, der schon mehrmals in der Saison mit Lohr aneinander geraten war, fünf Meisterschaftspunkte abgezogen.

Trotz des Ausflugs ins Kiesbett beendete sie den Lauf auf einem soliden 15. Platz. Day und Villeneuve krachten auch im zweiten Rennen ineinander, weshalb sie wieder nicht ins Ziel kamen. Die achte Runde der NWES-Saison 2019 gewann Loris Hezemans, Sohn von Motorsport-Ikone Toine Hezemans.

„Ich war in viele Zweikämpfe verwickelt und habe mir einige tolle Duelle geliefert“, so Lohr. „Besonders im zweiten Rennen am Sonntag hatte ich das Potenzial im Fuß, mein bestes Saisonergebnis einzufahren. Mauro und ich werden trotz des Kontaktes weiterhin gute Freunde bleiben. Wir sind uns in dieser Saison immer wieder in die Quere gekommen, das muss aufhören“, witzelt sie. „Es war für mich insgesamt das bisher beste Rennwochenende in der NWES 2019 und ich freue mich schon jetzt auf mein erstes Ovalrennen.“

In der Gesamtwertung liegt Lohr nach dem vierten Rennwochenende des Jahres 2019 auf dem dritten Platz der Challenger Trophy. und auf Gesamtrang 20 von 37 gewerteten Fahrern. Die Dexwet-df1-Fahrerin hat in der zweiten Saisonhälfte noch alle Chancen, den Titel in der Sonderwertung und damit einen Start in einem NASCAR-Rennen in den USA zu gewinnen.

In zwei Wochen gastiert die EuroNASCAR am niederländischen Raceway Venray, dem einzigen Ovalrennen der Saison 2019. Am 13. und 14. Juli finden auf dem Halbmeilen-Oval unweit der deutsch-niederländischen Grenze zwei Rennen statt – jeweils eins in der ELITE-1- und ELITE-2-Division. Der Lauf ist außerdem das Finale der regulären Saison und das letzte Rennen vor der Sommerpause.

Nach dem wohlverdienten Urlaub starten im September die Playoffs, in denen doppelte Punkte vergeben werden. Das Halbfinale findet in Deutschland am Hockenheimring statt. Das Finale wird im Oktober am berühmten Circuit Zolder in Belgien ausgetragen.