Samstag, 22. September 2018
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Sportwagen Allgemein
11.09.2018

Platz sechs und sieben für Ford Chip Ganassi Racing

Titelentscheidung vertagt: Der Kampf um die GTLM-Meisterschaften in der nordamerikanischen IMSA-Sportwagen-Langstreckenserie geht weiter. Am Sonntag beendete Ford Chip Ganassi Racing (CGR) den vorletzten Saisonlauf auf dem Laguna Seca Raceway nur auf den Plätzen sechs und sieben, da beide Ford GT durch Kollisionen auf der Strecke weit zurückgeworfen wurden. Das 160-minütige Rennen nahe der kalifornischen Westküste war von zahlreichen Zwischenfällen und Safety-Car-Phasen geprägt.

Der erste und folgenreichste ereignete sich während des fliegenden Starts noch vor der ersten Kurve, als ein Fahrer aus der Prototypen-Kategorie seinen Rennwagen aus der Kontrolle verlor und durch einen Dreher mehrere Teilnehmer aus dem GT-Feld mit ins Verderben riss – darunter auch Dirk Müller im Ford GT mit der Startnummer 66. „Welch ein Drama“, bedauerte der Werksfahrer aus Burbach im Siegerland. „Ich hatte einen so guten Start erwischt, dass ich mich bereits selbst darüber gefreut habe, und lag direkt hinter den Prototypen – und dann kollidieren die unmittelbar vor mir. Mir blieb keine Möglichkeit auszuweichen: Die rechte Seite war blockiert, also wollte ich meine letzte Chance nutzen und eine Lücke links vorbei an einem quer auf der Strecke stehenden Auto finden. Das hat leider nicht geklappt.“

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Der Ford von Müller und seinem Teamkollegen Joey Hand (USA) wurde mit einem abgerissenen rechten Vorderrad und weiteren Beschädigungen ins Fahrerlager gebracht, wo die CGR-Mechaniker ein kleines Wunder vollbrachten: Sie machten den Mittelmotor-Rennwagen im Handumdrehen wieder flott, das Auto kehrte noch einmal auf die Strecke zurück und spulte die notwendige Distanz ab, um noch auf Rang sieben gewertet zu werden. Gut eine Stunde vor Ende der angesetzten Distanz stellte das Duo das Auto endgültig ab.

Richard Westbrook (GB) und Ryan Briscoe (AU) – mit dem zweiten Ford GT von GTLM-Startplatz zwei ins Rennen gegangen – hatten das Tohuwabohu der ersten Runde heil überstanden und nahmen bereits Kurs auf ein weiteres Top-Ergebnis, als auch ihr Rennwagen nach einer unglücklichen Feindberührung zur Reparatur der Lenkung ins Fahrerlager abbiegen musste. Das Ziel erreichte die Startnummer 67 auf Rang sechs. „Die Jungs von Chip Ganassi haben einen großartigen Job vollbracht und uns schnell wieder auf die Strecke geschickt“, bedankt sich Westbrook. „Aber es ist sehr schade: Unser Ford war richtig schnell, wir hätten den Tabellenführern in der Fahrerwertung wichtige Punkte abjagen können – das blieb uns leider verwehrt.“

Dank der fünf in der laufenden IMSA-Saison errungenen GTLM-Siege führt Ford CGR die Markenwertung auch weiterhin mit souveränem Vorsprung an und kann dem Saisonfinale – das zehnstündige „Petit Le Mans“ findet vom 10. bis 13. Oktober in Road Atlanta statt – entspannt entgegen blicken. In der Fahrertabelle liegen Westbrook/Briscoe mit neun Punkten Rückstand auf Rang zwei vor ihren drittplatzierten Teamkollegen Müller/Hand.