Samstag, 22. September 2018
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Sportwagen Allgemein
13.09.2018

Dominik Baumann kämpfte in Laguna Seca mit stumpfen Waffen

Am vergangenen Wochenende ging Dominik Baumann auf einer ganz besonderen Rennstrecke an den Start. Der vorletzte Saisonlauf der IMSA WeatherTech Sportscar Championship fand auf dem Laguna Seca Raceway statt. Auf dem Kurs im Bundesstaat Kalifornien gastierte mehrfach die Motorrad-Weltmeisterschaft MotoGP. Laguna Seca ist vor allem für die anspruchsvolle Kurve mit dem Namen Corkscrew bekannt. 

Der Fahrspaß auf der Rennstrecke wurde für Baumann und 3GT Racing jedoch aufgrund mangelnden Grips getrübt. Der Lexus RC F GT3 kam häufig ins Rutschen und verschliss dadurch stark die Reifen. Ab dem ersten Training taten sich Baumann und sein Teamkollege Kyle Marcelli schwer. Immerhin steigerten sie sich von den Positionen acht und neun in den ersten beiden Trainings auf Rang fünf in der dritten Session. 

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Auch das Qualifying lief mit Platz sechs ordentlich. Im Rennen hatte 3GT Racing der Konkurrenz jedoch nicht viel entgegenzusetzen. Platz zehn in der GTD-Klasse beim Continental Tire Monterey Grand Prix war nicht das erhoffte Ergebnis. 

Für Baumann geht es nun zurück nach Europa. Der Österreicher startet für R-Motorsport beim Saisonfinale des Blancpain GT Series Endurance Cup in Barcelona (28. bis 30. September). Im vergangenen Jahr beendete Baumann das Rennen auf Platz sechs und reist daher optimistisch gestimmt an den Circuit de Barcelona-Catalunya. 

Warum habt ihr euch dieses Wochenende so schwer getan?
„Laguna Seca war die schwierigste Strecke von allen für unser Auto. Das ganze Wochenende über waren beide Autos unseres Teams leider nicht konkurrenzfähig. Wir haben es nicht hinbekommen, auf eine Runde schnell zu sein, aber auch im Renntrimm waren wir zu langsam. Wir wussten schon vom letzten Jahr, dass es schwierig wird. Aber wir dachten, wir hätten am Auto eine Lösung gefunden und außerdem sind die Reifen etwas anders als 2017. Trotzdem war keine Performance da. Wir müssen das noch analysieren. Die Strecke liegt uns jedenfalls nicht. Sie bietet nur wenig Grip. Das bedeutet, dass wir mehr rutschen und das wiederum bedeutet noch mehr Reifenverschleiß. Von der Streckencharakteristik her hat es nicht zusammengepasst.“

Warum kommt dem Lexus das Streckenlayout nicht entgegen?
„Es gibt nur mittelschnelle und langsame Kurven, es sind keine richtig schnellen Kurven dabei. Die letzte Kurve vor der Start-Ziel-Gerade ist eine ganz langsame Kurve. Das ist schlecht für uns, vor allem in Kombination mit der langen Geraden danach. Wir haben dort viel Zeit verloren. Insgesamt gibt es viele für uns ungünstige Kombinationen in Laguna Seca, nur zwei Kurven kommen uns entgegen. Das ganze Layout ist einfach nicht für uns gemacht. Aber die Strecke an sich ist richtig geil. Ich bin dort zum ersten Mal gefahren. Es hat riesig Spaß gemacht, die Corkscrew zu durchfahren.“

Was ist im Qualifying passiert?
„Kyle konnte leider nur eine schnelle Runde fahren. Beim Betanken ist etwas schiefgegangen. Uns ist bereits auf der zweiten schnellen Runde das Benzin ausgegangen. Fürs Rennen haben wir das Problem lösen können. Vielleicht hätten wir uns bei einem reibungslosen Zeittraining ein oder zwei Positionen weiter vorne platziert. Aber auf das Rennergebnis hätte das wohl keinen großen Einfluss gehabt, da uns die Performance fehlte.“

Wie ist es euch im Rennen ergangen?
„Nach einem Restart gab es ein Getümmel und Kyle war leider mittendrin. Er wurde neben die Strecke gedrückt und wir hatten Glück, dass wir weiterfahren konnten. Das Auto war nicht beschädigt, aber wir waren dann leider auf dem letzten Platz. Wir haben uns für eine andere Strategie als die Konkkurrenz entschieden und sehr spät gestoppt. Kyle hat mir das Auto daher auf Position zwei liegend übergeben. Mein Stint dauerte eine Stunde und 20 Minuten, also etwa das halbe Rennen. Im Laufe meines Stints wurde ich von der Konkurrenz überholt. Ich konnte mich ebenso wenig wie der Pilot im Schwesterauto verteidigen und auch nicht angreifen. Ich bin dann als Sechster für unseren letzten Stopp an die Box gekommen, gleichzeitig mit unserem Schwesterauto. Damit beide Autos an der Box Platz hatten, musste ich weiter vorne parken. Leider bin ich ein Stück zu weit gefahren. Das hat dazu geführt, dass das Team Probleme hatte, das Auto zu betanken. Das hat uns etwa 30 Sekunden gekostet und vielleicht wären wir ohne dieses Problem auf Rang acht statt Platz zehn ins Ziel gekommen. Aber das hätte das Wochenende auch nicht viel besser gemacht.“

Schauen wir lieber nach vorn! Du startest im Aston Martin von R-Motorsport beim Saisonfinale des Blancpain GT Series Endurance Cup in Barcelona (28. bis 30. September).
„Ich freue mich schon sehr darauf. Ich mag die Strecke, sie ist in meinen persönlichen Top-Ten. Letztes Jahr war ich im Blancpain-Finale ganz gut unterwegs. In der Zwischenzeit wurde die Strecke neu asphaltiert. Ich hatte schon die Gelegenheit, auf dem neuen Belag zu testen. Vorher gab es in Barcelona extrem viel Reifenverschleiß. Das ist jetzt besser geworden, was dem Aston Martin entgegenkommt. Aber die Strecke ist nicht viel schneller geworden. Endurance-Rennen sind immer schwierig vorherzusagen, weil es so viele Autos gibt und nicht so viele Überholmöglichkeiten. Aber ich werde in jedem Fall mein Bestes geben.“