Mittwoch, 17. Oktober 2018
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ROTAX MAX Challenge
08.10.2018

RMC Germany feiert Finale nach Maß

Zum großen Finale trafen sich die Teilnehmer der ROTAX MAX Challenge Germany am 6. und 7. Oktober 2018 in Wackersdorf. Nach den Rennen in Genk (BE), Kerpen, Oppenrod und Wittgenborn zog es Deutschlands beliebteste Single-Brand-Serie zum Abschluss in die Oberpfalz. Exakt 100 Fahrerinnen und Fahrer pilgerten zur südlichsten Station im diesjährigen RMC-Kalender, um sich bei bestem Spätsommerwetter im Prokart Raceland die letzten Punkte und Pokale zu sichern.
 
Spannung war auf dem 1.190 Meter langen Kurs in jedem Fall angesagt, denn insgesamt standen noch fünf der möglichen sechs Titelentscheidungen aus. Und nicht nur das – auch der deutsche Kader für die ROTAX MAX Grand Finals in Brasilien musste im Rahmen der letzten drei Wertungsläufe noch endgültig bestimmt werden ...

Micro: Max Reis setzt sich durch

Einen packenden Dreikampf erlebten die Zuschauer im Feld der Nachwuchsklasse: Die beiden Titelaspiranten Max Reis (Nees Racing) und Enrico Förderer (Beule Kart Racing Team) sowie Tom Muhler (Nees Racing) schenkten sich über das gesamte Wochenende kaum einen Zentimeter. Die besten Nerven bewies jedoch Max Reis. Der Youngster aus Ramstein fuhr die Trainingsbestzeit und holte sich mit einem zweiten Rang sowie zwei Siegen Platz eins in der Tageswertung. Leichtes Spiel hatte er aber keineswegs, denn Enrico Förderer und Tom Muhler machten ihm in packenden Manövern mehrfach den Platz an der Sonne streitig. Am Ende mussten sich die beiden mit den Ehrenplätzen auf dem Podium begnügen, wobei sich Muhler immerhin als Laufsieger des ersten Rennens in den Ergebnislisten verewigen durfte.
 
Die Entscheidung in der Meisterschaft war bereits im zweiten Durchgang gefallen. In einem sehenswerten Duell hatte sich Reis an Rivale Förderer vorbeiquetschen können und den Gesamtsieg in trockene Tücher gebracht. Förderer konnte sich dennoch über den Vizetitel freuen und Rafael Baltzer (Beule Kart Racing Team) komplettierte die Top-Drei der Meisterschaft.

Mini: Farin Megger lässt nichts anbrennen

Mit einem komfortablen Punktepolster angereist, brauchte Tabellenführer Farin Megger (Kartschmie.de) kein allzu großes Risiko beim Saisonfinale einzugehen. Und dennoch ließ er sich nicht zweimal bitten und erkämpfte sich im ersten Wertungslauf nicht nur den Sieg, sondern machte auch den Titelgewinn ohne Umwege klar. In den folgenden Rennen steckte der frischgebackene Champion dann zurück und begnügte sich zweimal mit Position zwei. Gleichzeitig übernahmen die Anwärter auf den Vize-Titel das Geschehen: Während Valentin Kluss im zweiten Lauf gewann, siegte der Trainingsschnellste Nikita Gense (Beule Kart Racing Team) im dritten Lauf. Damit sicherte sich der Wuppertaler den zweiten Rang in der Meisterschaft und der Tageswertung. Kluss musste sich jeweils mit Position drei begnügen. Als Tagessieger setzte sich erneut Farin Megger durch, der sich am Ende mächtig freute: „Ich bin sehr glücklich, dass ich es geschafft habe, Meister zu werden. Dies habe ich auch der guten Arbeit des gesamten Teams im Rennstall Kartschmie.de zu verdanken.“

Junioren: Gianni Andrisani siegt – Ben Dörr triumphiert

Die 26 Junioren lieferten einen spannenden Saisonabschluss ab, der sich extrem ausgeglichen präsentierte. Mit Finn Gehrsitz (JJ Racing), Linus Hensen (Kartschmie.de) und Ben Dörr (Dörr Motorsport) feierte man in jedem Rennen einen neuen Sieger. Und selbst in der Tageswertung stand jemand unerwartetes ganz oben: Gianni Andrisani (RS Competition) feierte seinen ersten Tagessieg bei den Junioren. Dabei wurde vor allen Dingen seine Konstanz über das Wochenende belohnt. Mit zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang war er im Gegensatz zu seinen Kontrahenten stets in der Spitzengruppe zu finden. Hinter dem Nordlicht belegten Finn Gehrsitz und Ben Dörr die Ehrenplätze auf dem Podium.
 
In der Meisterschaft gelang Dörr am Ende die erfolgreiche Titelverteidigung. Nachdem sein einziger Kontrahent, Vincent France (JJ Racing) im ersten Durchgang mit einem technischen Defekt hatte aufgeben müssen, war die Entscheidung früh zu Gunsten des Butzbachers gefallen. France, der im Verlauf der Rennen 2 und 3 eine bemerkenswerte Aufholjagd ablieferte, brachte noch den Vizetitel nach Hause. Der letztjährige Mini-Champion, Linus Hensen, empfahl sich als hervorragender Dritter der Junioren-Gesamtwertung.

Senioren: Phil Dörr setzt sich durch

Die Meisterschaft der Senioren war zum Finale noch eine offene Angelegenheit: Der Gesamtführende Phil Dörr (Dörr Motorsport) hatte im Hinblick auf Streichergebnisse zwar die besten Karten, doch die Verfolger Jan Heinen (3G Racing), Fabian Bock (Woik Motorsport) und Andre Walter (Kart Performance Racing) hatten durchaus noch Chancen auf die Krone. Und diese Ambitionen untermauerten die „Dörr-Jäger” auch von Beginn an: Bock drehte im Qualifying die schnellste Runde und verwandelte die Pole-Position im ersten Rennen auch gleich in einen Sieg vor Walter und Heinen, während Dörr sich mit Platz fünf zufriedengeben musste. Aber Dörr sollte sich im zweiten Lauf eindrucksvoll zurückmelden: Zusammen mit Teamkollege und RMC-Rückkehrer Tim Mika Metz (Dörr Motorsport) fuhren die KR-Piloten einen Doppelsieg nach Hause, womit Dörr den Sack in der Gesamtwertung zu machte. Im letzten Rennen des Wochenendes schlug dann die Stunde von Tim Mika Metz. Der Gaststarter katapultierte sich souverän zum Laufsieg vor Phil Dörr und Dennis Siemens (Dörr Motorsport), der damit einen dominanten Dreifachsieg des Teams komplett machte. In der Tageswertung setzte sich Dörr vor Metz und Bock durch. In der Meisterschaft holte sich Heinen den Vizetitel vor Walter.

DD2 Masters: Schumacher dominiert im Herzschlagfinale

Den Routiniers des DD2 Masters war beim Saisonabschluss die wohl spannendste Entscheidung vorbehalten. Mit dem Gesamtführenden Michael Becker (RS Competition), Timo Haug (Swiss Hutless), Patrick Weinstock (FM Racing) und Thomas Schumacher (Kartsport Klimm) kamen noch vier Piloten für den Titel in Frage. Während Haug seine Chancen schon nach dem ersten Rennen mit einer Disqualifikation wegen Untergewichts verspielte, lieferten sich die verbliebenen drei Aspiranten einen beinharten Kampf. In diesem legte Schumacher die Messlatte hoch: Der Grünberger markierte die Trainingsbestzeit und gewann im Anschluss alle drei Rennen. Der Druck der Verfolger Becker und Weinstock war permanent hoch, sodass die endgültige Titelentscheidung erst in der vorletzten Kurve des letzten Rennens fiel, als Beckers finaler Schlussangriff scheiterte. Am Ende sicherte sich Schumacher nach einer kämpferischen Leistung nicht nur den Tagessieg vor Weinstock und Becker, sondern auch den Meisterschafsgewinn.

DD2: Fleischmann räumt ab in Wackersdorf

Max Fleischmann (FM Racing) bewies einmal mehr, dass ihm die 1.190 Meter des Prokart Racelands besonders gut liegen. Außer im Zeittraining, das der bereits feststehende Champion Niklas Gränz (Nees Racing) als Schnellster beendete, war Fleischmann das Maß der Dinge. Er gewann alle drei Läufe knapp vor Gränz und stand damit auch ganz oben auf dem Podest der Tageswertung. Gränz belegte Position zwei, während Marcel Steinert (Kartsport Klimm) das Wochenende als Dritter abschloss. In der Meisterschaftstabelle gab es keine großen Überraschungen mehr. Hinter Gränz als souveränem Meister holte sich Fleischmann erwartungsgemäß den Vizetitel. Dahinter setzte sich Steinert als Dritter vor Ronny Göttler (Mach1 Motorsport) durch. Die beiden Letztgenannten durften sich am Abend besonders freuen, denn neben den beiden Erstplatzierten, erhielten auch sie noch jeweils ein Ticket für das Weltfinale in Brasilien, womit Deutschland erstmals vier DD2-Fahrer bei den Grand Finals am Start haben wird.

Eine gelungene Saison 2018

„Ich bin mit der Saison sehr zufrieden. Die Qualität der Rotax-Motoren und Mojo-Reifen hat sich 2018 deutlich gesteigert und verlorenes Vertrauen bei den Fahrern zurückgewonnen. Das hat sich auch in den sehr stabilen Teilnehmerzahlen widergespiegelt. Während andere Serien dramatische Rückgänge zu verzeichnen haben, hat die RMC Germany ihre Stellung in der deutschen Kartsport-Landschaft gefestigt und ist zu Recht die größte Single-Brand-Serie Deutschlands. Wir werden alles daran setzen, dass sich das auch in Zukunft nicht ändert”, so RMC-Initiator Anderas Matis, der in Kürze auch einige Neuerungen für die Saison 2019 verkünden wird.
 
Den Terminkalender hat man bereits fixiert: Der Auftakt wird am 13./14. April 2019 in Wackersdorf stattfinden, bevor es in Oppenrod (18./19. Mai 2019) in die zweite Runde geht. Im belgischen Genk startet am 29./30. Juni 2019 die zweite Saisonhälfte und das Finale ist am 14./15. September 2019 in Wittgenborn geplant. Zusätzlich wird es am 30./31. März 2019 in Wackersdorf ein Rotax Festival zur Saisonvorbereitung geben.
 
Während die Macher der RMC schon auf 2019 schielen, steht für zehn RMCler noch ein Höhepunkt auf dem Plan. Max Reis (Mirco), Farin Megger (Mini), Ben Dörr (Junioren), Phil Dörr (Senioren), Thomas Schumacher, Patrick Weinstock, Michael Becker (alle DD2 Masters), Niklas Gränz, Maximilian Fleischmann, Marcel Steinert und Ronny Göttler (alle DD2) werden Deutschland vom 26. November bis 1. Dezember bei den ROTAX MAX Grand Finals in Brasilien vertreten. Dort werden sie sich gegen die 360 besten Fahrer von weltweit über 15.000 RMC-Piloten messen.