Montag, 16. Juli 2018
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Automobilsport
22.06.2018

Das I.D. Familientreffen: I.D. BUZZ und der I.D. R Pikes Peak

Am Sonntag ab 10 Uhr Ortszeit (18 Uhr MESZ) startet Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb im US-Bundesstaat Colorado die Jagd auf den Rekord für Elektrofahrzeuge, der derzeit bei 8:57,118 Minuten steht. Der dreimalige Gesamtsieger Romain Dumas sitzt am Steuer des I.D. R Pikes Peak, dem ersten rein elektrisch angetriebenen Rennwagen von Volkswagen. Am Mittwoch erzielte der Franzose bereits die Bestzeit im Qualifying. Doch auch abseits der Rennstrecke gibt es rund um den Pikes Peak allerhand Neuigkeiten.

I.D. BUZZ trifft erstmals auf sportlichstes Familienmitglied I.D. R Pikes Peak

In Detroit feierte er 2017 Premiere, im mondänen Pebble Beach wurde noch im selben Jahr zur Begeisterung der Bulli-Fans seine Serienproduktion für 2022 verkündet. Jetzt hat der elektrische Sympathieträger von Volkswagen die Reise nach Colorado Springs angetreten, um seinem sportlichen Bruder am Sonntag beim Rekordversuch am Pikes Peak Gesellschaft zu leisten. Dabei muss sich der I.D. BUZZ mit geplanten 275 kW (374 PS) nicht allzu weit hinter den 500 kW (680 PS) des Rennwagens verstecken.

US-Star Tanner Foust unterstützt Volkswagen Team

Mit Lokalmatador Tanner Foust kann sich die Volkswagen Mannschaft der Unterstützung eines US-Stars gewiss sein. Der Rennfahrer und Fernsehmoderator wurde rund 150 Kilometer vom Pikes Peak entfernt in Denver geboren und fährt aktuell in einem Volkswagen Beetle Supercar in der Americas Rallycross (ARX). Am Pikes-Peak-Wochenende ist der dreifache US-Rallycross-Champion und mehrfache X-Games-Gewinner auf Einladung von Volkswagen of America zu Gast. Im Jahr 2014 trat er in der TV-Show „Top Gear USA“ gegen seine Moderatorenkollegen Adam Ferrara und Rutledge Wood am berühmten Berg im US-Bundesstaat Colorado zu einem Wettbewerb an.

Colorado Springs ganz im Zeichen des Motorsports

Das Rennwochenende beginnt am Freitagabend traditionell mit dem Fan-Fest in Colorado Springs. Im Stadtzentrum kommen rund 30.000 Motorsport-Enthusiasten zusammen, um gemeinsam zu feiern und die Rennautos zu bestaunen. Zum ersten Mal ausgetragen wurde das Fan-Fest im Jahr 2002. Mittlerweile ist es das größte Straßenevent in der Stadt mit 465.000 Einwohnern. Romain Dumas und Tanner Foust treffen dort die Fans des Rennens und geben Autogramme

Drei Fragen an ... Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor

Herr Smeets, Volkswagen kehrt 31 Jahre nach seinem letzten Start am Pikes Peak mit dem I.D. R Pikes Peak zurück. Warum mit einem Elektrorennwagen?
„Unsere Marke hat sich der Elektromobiliät verschrieben und für uns ist die Teilnahme am Pikes Peak eine hervorragende Möglichkeit, diese Idee mit einem Rennwagen zum Leben zu erwecken, bevor ab 2020 die erste Volkswagen Baureihe mit rein elektrischem Antrieb auf den Markt kommt. Und natürlich gibt es da diesen Makel in unserer Geschichte mit dem Ausfall im Jahr 1987. Wir möchten zurückkommen, gewinnen und den Rekord für Elektrofahrzeuge verbessern.”
Der Rekord steht derzeit bei 8:57,118 Minuten. Welche Zeit ist ein realistisches Ziel für Sie?
„Jede Zeit unter 8:57 Minuten wäre ein Erfolg für uns. Wir sind durchaus optimistisch für das Rennen, müssen uns aber immer wieder vor Augen führen, dass wir nur einen einzigen Versuch haben. Alles muss auf den Punkt passen, der Fahrer, das Auto, das Wetter, einfach alles.”
Was ist für Sie das Besondere am Pikes Peak International Hill Climb?
„Ein solches Rennen gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Es ist eine öffentliche Straße, die bis auf den Rennsonntag immer für den normalen Verkehr geöffnet ist. Das bringt Herausforderungen mit sich. Training und Qualifying finden von 5.30 bis 8.30 Uhr am Morgen statt. Frühes Aufstehen ist also Pflicht. Und dann ist da natürlich noch der Berg selbst: 1.440 Höhenmeter und 156 Kurven werden auf einer Distanz von 19,99 Kilometern zurückgelegt. Das muss man selbst erleben.”

Pikes Peak live in der Autostadt

Motorsportfans, die am Wochenenden den Weg in die USA nicht auf sich nehmen, können das berühmteste Bergrennen der Welt auch in der Autostadt in Wolfsburg verfolgen. Am Sonntag wird das legendäre Bergrennen ab 17.30 Uhr im Volkswagen Nutzfahrzeuge Pavillon live übertragen. Mit Direkt-Schalten zum Volkswagen Team am Pikes Peak erleben die Gäste die Rennatmosphäre hautnah. Als Ehrengast wird auch Jochi Kleint vor Ort sein und von seinem Pikes-Peak-Abenteuer im Bi-Motor-Golf aus dem Jahr 1987 berichten. Die Autostadt nimmt den Rekordversuch zum Anlass, vom 22. bis 24. Juni die Facetten der Elektromobilität mit zahlreichen Aktionen zum Mitmachen und Ausprobieren zu präsentieren.

Alles über Hagel, Schnee und Sonne: das Wetter

Mit Spannung blicken die Teilnehmer des Pikes Peak International Hill Climb auf das Wetterradar. Nicht selten haben am dem 4.302 Meter hohen Berg Schnee, Hagel und sogar Blitzeisbildung Rekordversuche jäh gestoppt. Am Rennsonntag soll es nach aktueller Vorhersage am Gipfel bei einer Höchsttemperatur von 6 °C zunächst trocken bleiben. Erst gegen 15 Uhr wird mit vereinzelten Regenschauern gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt hat Romain Dumas seinen Lauf im I.D. R Pikes Peak bereits absolviert – und hoffentlich den neuen Elektrorekord auf der Habenseite.

Starke Vorstellung im Qualifying

Romain Dumas hat im Qualifying für die 96. Auflage des Pikes Peak International Hill Climb eindrucksvoll seine Siegambitionen unter Beweis gestellt. Der Gewinner von 2014, 2016 und 2017 fuhr in 3:16,083 Minuten die beste Zeit aller 64 Teilnehmer und geht am Sonntag mit dem I.D. R Pikes Peak als Erster ins Rennen. Im Qualifying für den Pikes Peak International Hill Climb geht jeder Teilnehmer im ersten Streckenabschnitt an den Start und legt dabei nur 8,3 der 19,99 Kilometer zurück, die im Rennen zu bewältigen sind.

Dumas erhält familiäre Unterstützung

Am Wochenende erhält Romain Dumas Besuch von seinen Eltern. Vater Maurice und Mutter Geneviève unterstützen ihren Sohn regelmäßig vor Ort und haben für die Rekordjagd am Pikes Peak in diesem Jahr auf den Besuch in Le Mans verzichtet. Bereits im Alter von sechs Jahren teilte Dumas seinen Eltern mit, dass er Rennfahrer werden wolle, um einmal beim Pikes Peak International Hill Climb an den Start zu gehen. Maurice Dumas, bis heute selbst Rallyefahrer, ist seitdem genauso ein Unterstützer, wie Romains Mutter Geneviève, die hin und wieder selbst als Co-Pilotin ihres Mannes mitfährt.