Mittwoch, 18. Juli 2018
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ADAC Kart Masters
02.07.2018

Hitzeschlacht bei Halbzeit im ADAC Kart Masters

In der Motorsport Arena Oschersleben fielen am vergangenen Wochenende die Entscheidungen in der Halbzeitmeisterschaft des ADAC Kart Masters und der ADAC Kart Academy. Insgesamt gingen 149 Fahrerinnen und Fahrer an den Start und erlebten eine wahre Hitzeschlacht in der Magdeburger Börde.
 
Nach zwei Rennen in Bayern, zog das ADAC Kart Masters nun weiter nach Sachsen-Anhalt. In Oschersleben fanden die Wertungsläufe fünf und sechs der überregionalen Kart-Rennserie statt. 117 Fahrerinnen und Fahrer reisten an und lieferten sich bei strahlendem Sonnenschein abwechslungsreiche Rennen. Als Sieger wurden Luca Inderfurth, Maxim Rehm (beide Bambini), Vincent Andronaco (X30 Junior), Jan Philipp Springob (X30 Senior), Ben Dörr (OK Junior) sowie Alexander Tauscher und Tim Tröger (beide OK) abgewinkt.
 
Im Rahmenprogramm des ADAC Kart Masters, war auch wieder die ADAC Kart Academy und erstmalig die Deutsche Elektro-Kart-Meisterschaft vertreten. Die insgesamt 32 Teilnehmer sorgten in sieben Rennen für zusätzliche Spannung auf der Rennstrecke. Tagessieger der ADAC Kart Academy wurde diesmal Piet Matthes (Großschirma/Parolin Deutschland MSR). In der Elektro-Kart-Rennserie (DEKM) siegten Philipp Britz (Saarbrücken), Dennis Siemens (Bielefeld) und Lukas Horstmann (Meerbusch).
 
Gleich zwei Gründe zum Feiern gab es beim Veranstalter des AMC Diepholz e.V. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 60-jährigen Bestehen und organisierte am Wochenende zum 50. Mal ein Kartrennen. Insgesamt 27 Personen sorgten an den Renntagen für einen reibungslosen Ablauf.

Bambini: Inderfurth und Rehm gewinnen spannende Rennen

Die Jüngsten im ADAC Kart Masters sorgten wieder für aufregende Rennen. Bereits in den Heats hing das Feld sehr eng zusammen. Als Polesetter beendete der Gesamtführende Maxim Rehm (Blaubeuren) den Rennsamstag und verteidigte zu Beginn des ersten Laufes seinen Spitzenplatz. Doch lange blieb er nicht in Führung. Die Youngster wechselten im Verlauf der 14 Rennrunden gleich mehrmals ihre Positionen. Vom Start bis zum Ziel fuhren die ersten sechs Fahrer wie an einer Perlenschnur gezogen. Das Ziel sah letztlich Marc Schmitz (Neuwied/Maxim Racing Sports) als Sieger. Doch zahlreiche Strafen im Anschluss des Rennens wirbelten das Klassement komplett durcheinander. Als Sieger wurde letztlich Luca Inderfurth (Lahr/FS-RL Competition) vor Dalvin Mustafa (Erndtebrück) und Leon Bauchmüller (Bendingbostel/RS Motorsport) gewertet. Daniel Pauls (Silberstedt/RTG Kartsport) und Leon Hoffmann (Bönningstedt/DS Kartsport) schlossen die Top-Fünf ab.
 
Nach den zahlreichen Rückversetzungen im ersten Rennen, rollten die Favoriten im zweiten Lauf das Feld von hinten auf. Inderfurth nutzte in der Anfangsphase seine gute Ausgangslage und fuhr einen kleinen Vorsprung heraus. Doch von hinten stürmten Schmitz, Rehm und Dusan Radivojevic (Allschwill/TR Motorsport) nach vorne. Am Ende zog das Trio an dem Schwarzwälder vorbei. Auf Grund eines Berufungsverfahren wurde Schmitz aber nicht gewertet. Somit kletterte Rehm auf das oberste Treppchen und zog ein positives Fazit: „In den beiden Rennen durfte man sich nicht ausruhen, es war immer etwas los. Wirklich Zeit zum Verschnaufen hatte man nicht.“ Neben ihm standen Radivojevic und Inderfurth auf dem Siegerpodium. Leon Bauchmüller beendete mit Rang vier sein bisher bestes Wochenende im ADAC Kart Masters. Als fünfter reihte sich Dalvin Mustafa ein.
 
Meisterschaftsstand Bambini nach 6 von 10 Läufen:
1. Maxim Rehm (140 Punkte)
2. Tom Kalender (105 Punkte)
3. Luca Inderfurth (99 Punkte)
4. Maddox Wirtz (88 Punkte)
5. Leon Hoffmann (74 Punkte)

X30 Junior: Doppelsieg für Vincent Andronaco

Vincent Andronaco (Team Hemkemeyer) aus Wentdorf war an diesem Wochenende nicht zu bremsen. Im Zeittraining noch hinter Sam Bollacke (Gronau/FS-RL Competition) auf Rang zwei platziert, setzte er sich in beiden Heats und Finals durch. Mit jeweils einem deutlichen Vorsprung wurde er als Sieger abgewinkt und war am Sonntagabend sichtlich zufrieden: „Nach den guten Rennen beim ADAC Kart Cup, wusste ich das wir schnell sind. Das es nun zu einem Doppelsieg reicht, ist natürlich schon klasse. In der Meisterschaft bin ich jetzt nah an den Führenden herangerückt.“
 
Neuer Gesamtleader nach den Rennen in der Magdeburger Börde ist Linus Jansen (Erkelenz/HTP Kart Team). In beiden Läufen nahm er die Verfolgerrolle ein und sah jeweils als zweiter die Zielflagge. Veränderungen gab es dagegen auf den weiteren Positionen. Im ersten Rennen setzte sich Claudia Henning (Waidhofen) gegen ihren Markenkollegen Tim Hartelt (Filz/ADAC Mittelrhein) und Bollacke durch. Knapp war der Kampf um Rang drei im Nachmittagsrennen: Hartlet und Valentino Catalano (Westheim/ADAC Pfalz e.V.) hingen eng zusammen und duellierten sich bis zum Überqueren der Ziellinie. Aus sicherer Verfolgerrolle schaute sich die fünfte Claudia Henning die Geschehnisse an. Am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr.
 
Meisterschaftsstand nach 6 von 10 Läufen:
1. Linus Jansen (130 Punkte)
2. Vincent Andronaco (127 Punkte)
3. Claudia Henning (122 Punkte)
4. Valentino Catalano (110 Punkte)
5. Tim Hartelt (80 Punkte)

X30 Senior: Jan Philipp Springob auf dem Weg zur Titelverteidigung

Der amtierende Champion Jan Philipp Springob (Olpe/HTP Racing Team) ist in dieser Saison nicht zu bremsen und stellte mit einem weiteren Doppelsieg die Weichen für den Gewinn seines zweiten Titels. So einfach wie die Rennen aussahen, waren diese aber nicht. Nach einem Sieg und einem zweiten Platz in den Heats startete der Olper aus der Pole-Position in den Finaltag. In beiden Läufen hing ihm aber sein Teamkollege Luci Trefz (Wüstenrot/HTP Kart Team) dicht an der Stoßstange und übernahm im zweiten Finale sogar kurzzeitig Platz eins. Springob rückte das Bild aber schnell wieder gerade und feierte seinen zweiten Doppelsieg in Folge. „Natürlich bin ich zufrieden mit dem Wochenende. In der Meisterschaft habe ich nun einen komfortablen Vorsprung und werde versuchen in Kerpen schon vorzeitig zu gewinnen“, so der HTP-Pilot im Ziel.
 
Auch auf dem dritten Platz gab es in beiden Durchgängen keine Veränderung – Gabriel Streitmatter (Breisach/TR Motorsport) holte sich den letzten Platz auf dem Siegerpodium. Um Rang vier und fünf gab es dagegen einige Duelle. Felix Arndt (Wickede) wurde im ersten Durchgang vor Felix Wischlitzki (Donauwörth/AK Racing) vierter. Letzterer Wischlitzki sah dann im zweiten Finale das Ziel vor Ian Reutemann (Wiesbaden/HTP Kart Team) als viertplatzierter. Der Hesse fuhr von Platz zwölf aus, bis in die Top-Fünf nach vorne.
 
Meisterschaftsstand nach 6 von 10 Läufen:
1. Jan Philipp Springob (174 Punkte)
2. Luci Trefz (119 Punkte)
3. Felix Wischlitzki (90 Punkte)
4. Luka-Max Pierschke (80 Punkte)
5. Jan Heinen (71 Punkte)

OK Junior: Glanzvorstellung von Ben Dörr 

Auf ein perfektes Wochenende kann Ben Dörr (Butzbach/TB Racing Team) zurückblicken. Nach zwei zweiten Rängen in Wackersdorf, legte der Youngster diesmal noch eine Schippe drauf und war auf der 1.018 Meter langen Strecke in Oschersleben nicht zu bremsen. Bereits im Qualifying zeigte er mit der Bestzeit sein Potential und ließ seiner Konkurrenz auch in den Heats und Finals keine Möglichkeit zum Angriff. „Wow, das war ein perfektes Wochenende. Besser hätte es für mich nicht laufen können. Ein großer Dank an mein Team und meinen Mechaniker Hannes Janker für die Unterstützung“, fasste der 13-jährige anschließend zusammen.
 
Deutlich knapper waren die Entscheidungen auf den weiteren Rängen. Im ersten Umlauf hingen die beiden KSM Schumacher Racing-Teamkollegen Jakob Bergmeister (Langenfeld) und Joel Mesch (Erkelenz) eng zusammen. Erst kurz vor dem Ziel überholte Mesch noch seinen mit Förderpiloten aus der ADAC Stiftung Sport und wurde zweiter. Hinter dem Duo folgte mit Lilly Zug (Mitterscheyern/TB Racing Team) eine weitere Fahrerin aus dem ADAC Förderkader. Die Österreicherin Jordan Dolischka (Wien/KSB Racing Team) komplettierte die ersten fünf Positionen.
 
Ein Dreikampf prägte das Bild im zweiten Rennen. Diesmal behauptete sich aber Max Rosam (Taunusstein/TR Motorsport) und stand erstmals in dieser Saison auf dem Siegerpodest. Bergmeister wurde erneut Dritter vor Mesch. Rookie Pablo Kramer (Hamm-Sieg/FS RL-Competition) holte sich Rang fünf und sorgte damit wieder für eine erfolgreiche Ausbeute der ADAC Stiftung Sport-Fahrer.
 
Meisterschaftsstand nach 6 von 10 Läufen:
1. Joel Mesch (138 Punkte)
2. Ben Dörr (118 Punkte)
3. Jakob Bergmeister (81 Punkte)
4. Simon Connor Primm (74 Punkte)
5. Jonas Ried (71 Punkte)

OK: Tauscher und Tröger wechseln sich an der Spitze ab

Mit einem komfortablen Vorsprung reiste Alexander Tauscher (Mitterfels/Lanari Racing Team) zum Halbzeitrennen des ADAC Kart Masters und baute diesen schon am Samstag weiter aus. Der Bayer führte das Zwischenklassement an und münzte seine Pole-Position auch im ersten Finale in einen Sieg um. Dabei ließ er sich auch nicht durch einen heraneilenden Luke Füngeling (Vettweiß/Valier Motorsport) aus der Ruhe bringen. Der Gastfahrer schloss zum Ende nochmal auf, fand aber keinen Weg am Spitzenreiter vorbei. Hinter den beiden folgten die Namensvetter Tim Tramnitz (Hamburg/KSM Schumacher Racing Team) und Tim Tröger (Plauen/Mach1 Motorsport). Starker fünfter wurde Rookie Niels Tröger (Großfriesen/RTG Kartsport).
 
Im zweiten Finale hatte Tauscher nicht solch ein einfaches Spiel und rutschte im Rennverlauf bis auf Platz sechs zurück. „Ich habe es diesmal nicht geschafft, die Performance aus dem ersten Lauf umzusetzen. Das wird in solch einem engen Feld direkt bestraft“, zeigte sich der Tabellenführer selbstkritisch. Der Sieg ging währenddessen an Tröger vor den beiden Gastfahrern Zsombor Kovàcs (Szazhalombatta/KMS Europe) und André Matisic (Hamburg/Solgat Motorsport). ADAC Stiftung Sport-Schützling Tim Tramnitz wurde Vierter vor Füngeling auf Position fünf.
 
Meisterschaftsstand nach 6 von 10 Läufen:
1. Alexander Tauscher (165 Punkten)
2. Tim Tröger (119 Punkte)
3. Niels Tröger (100 Punkte)
4. Tim Tramnitz (97 Punkte)
5. David Qufaj (71 Punkte)
 
In drei Wochen geht es nun im ADAC Kart Masters auf dem Erftlandring in Kerpen weiter. Dann sind auch wieder die Schaltkarts der Kategorie KZ2 mit dabei.