Samstag, 17. November 2018
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ADAC GT Masters
08.09.2018

Porsche-Fahrer Bernhard/Estre Sieger unter Vorbehalt

Der Titelkampf im ADAC GT Masters wird noch spannender: Die Porsche-Piloten Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) haben das Samstagsrennen des ADAC GT Masters dominiert und sind im 911 GT3 R als Erste über die Ziellinie gefahren, während die vier erstplatzierten Fahrerpaarungen in der Meisterschaft im viertletzten Saisonrennen allesamt ohne Punkte blieben.

Aufgrund eines angekündigten Berufungsverfahrens nach einer Disqualifikation im Qualifying ist der Sieg von Bernhard/Estre bis zu einer Verhandlung vor einem Berufungsgericht des DMSB vorläufig. Platz zwei ging an Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 LMS vor dem Mercedes-AMG-Duo Nicolai Sylvest (21/DK) und Kim-Luis Schramm (21/Wümbach, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing). „Das Rennen war perfekt“, sagt Timo Bernhard. „Ein tolles Ergebnis, denn wir haben uns diesen Sieg hart erarbeitet.“ 

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Von der Pole-Position aus fuhr die deutsch-französische Paarung Bernhard/Estre auf dem Sachsenring souverän ihren ersten Saisonsieg ein. Auch mehrere kurze Safety-Car-Phasen, die das Feld wieder zusammenschoben, brachten sie nicht aus der Ruhe. Im Ziel hatte Estre einen Vorsprung von 4,8 Sekunden. Während es für den Franzosen der insgesamt siebte Sieg im ADAC GT Masters war, stand der ehemalige FIA-WEC-Weltmeister und Le-Mans-Sieger Bernhard erstmals ganz oben auf dem Podium. 

Der Sieg des Porsche-Duos ist vorläufig, da nach dem Qualifying von den technischen Kommissaren des DMSB am Fahrzeug ein Verstoß gegen das technische Reglement des ADAC GT Masters festgestellt und der 911 GT3 R disqualifiziert wurde. Das Team75 Bernhard kündigte eine Berufung gegen die Disqualifizierung an, unter Vorbehalt durfte Bernhard die im Qualifying herausgefahrene Pole-Position wieder einnehmen. 

Hinter den „Neunelfer“-Fahrern belegten Sheldon und Kelvin van der Linde mit ihrem Audi R8 LMS zum dritten Mal in dieser Saison den zweiten Rang. Das Duo setzte nach den Safety-Car-Phasen die Sieger jeweils kurzzeitig unter Druck, konnte aber letztendlich das Tempo der Spitzenreiter nicht mitgehen. Für Sheldon van der Linde bedeutet der zweite Rang auch gleichzeitig den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Als Dritte fuhren Nicolai Sylvest und Kim-Luis Schramm im Zakspeed-Mercedes-AMG erstmals 2018 auf das Podium.

Mikkel Jensen (23/DK) und Timo Scheider (39/Lochau, beide BMW Team Schnitzer) machten mit ihrem BMW M6 GT3 bereits beim Start eine Position gut und kamen schließlich als Vierte vor den Mercedes-AMG-Fahrern Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP) ins Ziel.

Auf den folgenden Plätzen folgte ein Audi-Trio von BWT Mücke Motorsport. Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin) setzten sich hier als Sechste gegen Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf) sowie Ricardo Feller (18/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach) durch. 

Die Audi-Markenkollegen Christopher Mies (29/Heiligenhaus) und Alex Riberas (24/E, beide Montaplast by Land-Motorsport) kamen bei ihrem ersten gemeinsamen Rennen im ADAC GT Masters als Neunte ins Ziel, Aaro Vainio (24/SF) und Michele Beretta (23/I, beide Team Rosberg) sammelten als Zehnte mit ihrem Lamborghini Hurácan GT3 den letzten Meisterschaftszähler. 

Keine Punkte gab es im elften Saisonlauf des ADAC GT Masters für die Top-Platzierten der Gesamtwertung: Die Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) schieden bereits in der zweiten Runde nach einer unverschuldeten Kollision mit dem Audi von Lokalmatador Philip Geipel (31/Rosenbach/Vogtland, YACO Racing) und der Corvette des Tabellendritten Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg, Callaway Competition) aus. Kirchhöfer musste sein Fahrzeug schließlich nach sieben Runden wegen Folgeschäden abstellen. Ebenfalls nicht ins Ziel kamen wegen der Auswirkungen einer Kollision die Tabellenzweiten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport). Durch diese Nuller bleiben Pommer und Götz unverändert an der Tabellenspitze.

Sieger der Pirelli-Trophy-Wertung wurden zum dritten Mal in dieser Saison die Porsche-Fahrer Jan-Erik Slooten (33/Neuss) und Lucas Luhr (39/Ermatingen, beide IronForce by RING POLICE).

Stimmen der Sieger
Timo Bernhard (KÜS Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R): „Ich habe bei den drei Restarts nach den Safety-Car-Phasen darauf geachtet, dass ich perfekt wegkomme und auch die Bremsen und Reifen auf Temperatur sind. Denn ich hatte mit Sheldon und Nicolai zwei junge Wilde hinter mir, die schon bereitstanden. Das Auto war sehr gut. Sheldon konnte das Tempo teilweise gut mitgehen, daher war die Lücke, die ich rausgefahren habe, hart erarbeitet. Aber ich wollte das Auto mit einem Vorsprung an Kévin übergeben.“

Kévin Estre (KÜS Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R): „Timo hatte von der Pole einen guten Start. Er fuhr danach immer wieder einen kleinen Vorsprung heraus, der jedoch durch die Safety-Cars wieder verloren ging. Das Team hatte die richtige Strategie mit einem recht frühen Pflichtboxenstopp, da wir auf Verkehr aufliefen. Ich hatte eine gute Outlap und habe danach unseren Vorsprung vergrößert. Ich freue mich für die ganze Mannschaft, die sehr hart gearbeitet hat. Nach dem ersten Podestplatz unserer Teamkollegen in Zandvoort haben wir es auch geschafft. Toll, dass wir zurück an der Spitze sind.“