Mittwoch, 21. November 2018
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ADAC GT Masters
09.09.2018

Lachendes und weinendes Auge bei KÜS Team75 Bernhard

Ein weinendes und ein lachendes Auge gab es für das KÜS Team75 Bernhard im Sonntagsrennen zum ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Nach der Pole-Position und langer Führung wurde der Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 18 unter Ex-Porsche-Junior Klaus Bachler (27, AT) und Adrien De Leener (29, BE) von einem Konkurrenten ins Aus befördert. Das Schwesterauto mit Langstreckenweltmeister Timo Bernhard (37) und seinem Porsche-Werksfahrerkollegen Kévin Estre (29, Frankreich) holte mit Platz fünf wertvolle Punkte. 

Im Qualifying hatte Klaus Bachler in souveräner Manier die Pole-Position erkämpft. Er konnte die Führung trotz einer Roten Flagge und zweier Safetycarphasen sicher halten und den Porsche mit einem guten Vorsprung an Adrien De Leener übergeben. Wegen mehrerer Safetycarphasen bei geöffnetem Boxenstoppfenster wurde das Klassement völlig durcheinandergewirbelt. So fand sich Adrien plötzlich auf Platz vier wieder. Direkt nach dem Restart wurde er unverschuldet ins Kiesbett befördert und musste aufgeben. 

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Das Schwesterauto mit der Startnummer 17 ging mit Kévin Estre von Platz sieben aus ins Rennen. Kévin konnte trotz 30 Kilogramm Erfolgsballast wegen des Sieges im Samstagsrennen noch einen Platz gutmachen. Nachdem Timo das Auto übernommen hatte, war er zunächst Vierter, wurde durch die Safetycar-Turbulenzen aber auf Platz sieben zurückgespült. Mit einem starken Rennen brachte er den Porsche dann noch auf Platz fünf ins Ziel.

Timo Bernhard: „Platz fünf geht mit unseren 30 Kilogramm Ballastgewicht völlig in Ordnung, mit dem Gewicht geht nicht mehr. Von Platz sieben ist Kévin sehr gut in dieses turbulente Rennen gestartet, hat Plätze gutgemacht. Die Strategie war gut, ich lag auf Platz vier. Da während des Boxentoppfensters das Safetycar rauskam, wurden einige Autos nach vorne gespült. Ich war Achter und konnte dann wieder auf Platz fünf vorfahren. Das war das Maximum. Insofern war es ein gutes Wochenende. So kann es weitergehen. Wir greifen weiter an und wollen in Hockenheim an dieses Wochenende anknüpfen. Insgesamt hat sich die harte Arbeit des Teams ausgezahlt. Pole-Positions in beiden Rennen, ein Sieg und ein fünfter Platz, das kann sich sehen lassen.“

Kévin Estre: „Der Start war okay, dann war aber viel Chaos vor mir, irgendwie konnte ich aber jeden Kontakt vermeiden und eine Position gewinnen. Dann kam die Rote Flagge. Beim Restart wollte ich an einem Mercedes vorbei, mit den 30 Kilogramm Zusatzgewicht war es heute aber schwierig. Dann kam das Safetycar, wir haben unseren Boxenstopp gemacht und alles lief gut. Dann kam aber erneut das Safetycar, was anderen Autos einen Riesenvorteil gebracht hat, die plötzlich vor uns lagen. Damit waren wie Achter statt Vierter. Timo hatte dann aber ein gutes und sauberes Rennen. Platz fünf mit 30 Kilo Ballast und Startplatz sieben ist eigentlich okay. Aber das Safetycar hat ein noch besseres Resultat für uns verhindert.“

Klaus Bachler: „Ich hatte einen guten Start, dann kam gleich der Abbruch. Beim Restart ging auch wieder alles gut, ich konnte das Rennen kontrollieren. Wir haben dann auch einen guten Boxenstopp gemacht. Doch während des Boxenstoppfensters kam wieder das Safetycar und damit waren plötzlich drei Autos vor uns, die vor dem Stopp ganz weit hinten lagen. Dann wurde Adrien beim Restart ins Kiesbett befördert, Das war sehr schade, denn unser Tempo war git, im Quali und im Rennen. Das Wochenende so zu beenden, ist natürlich für die Fahrer und das gesamte Team sehr hart.“

Adrien De Leener: „Heute hatten wir eine sehr gute Siegchance. Klaus hatte im Qualifying und beim Start einen top Job gemacht. Dann hat die Rennleitung aber etwas gemacht, was si eigentlich nicht tun wollte, sie haben während des offenen Boxenstoppfensters das Safetycar auf die Strecke geschickt. Grundlos, meiner Meinung nach. Danach hatten wir immer noch eine Siegchance, auch wenn es deutlich schwieriger war mit drei langsamen Autos vor uns. Beim Restart hat der Fahrer vor mir einen Fehler gemacht. Ich konnte nicht vor der Startlinie überholen, musste ein bisschen zurückstecken. Dann hat er vor mir viel zu spät gebremst, ich bin in die Lücke gefahren und wurde umgedreht. Ein schmerzliches Ende dieses Wochenendes.“

Teammanager Klaus Graf: „Mit Platz fünf unserer Startnummer sieben in diesem verrückten Rennen von Startplatz sieben und 30 Kilo Zusatzgewicht können wir eigentlich ganz zufrieden sein. Timo und Kévin haben das Optimum herausgeholt. Klaus ist im Qualifying eine mega Runde gefahren und hat uns die zweite Pole-Position des Wochenendes gesichert. Leider sind wir im Rennen durch die Rote Flagg und die Safetycar-Phasen in eine Situation geraten, in der Adrien dann seinen Unfall hatte und unverschuldet ins Aus befördert wurde. Das war sehr schade. Insgesamt haben wir mit der #17 ein gutes Teamergebnis gezeigt: gestern gewonnen, heute gut gepunktet. Das war das Maximum. Sehr schade für die #18, die das Rennen nicht zu Ende fahren konnte.“