Mittwoch, 12. Dezember 2018
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ADAC GT Masters
25.09.2018

Junior-Podium für BWT Mücke Motorsport beim Finale

163 Tage reiste BWT Mücke Motorsport mit dem ADAC GT Masters durch ganz Europa. Sieben Strecken, 14 Rennen und ein klares Ziel vor Augen: Top-Ergebnisse. Am Finalwochenende auf dem Hockenheimring hatte sich die Mannschaft aus Berlin die Aufgabe gesetzt, Rang drei in der Teamwertung aus dem Vorjahr zu wiederholen und zudem in der Junior-Meisterschaft aufzutrumpfen. Die Duos Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke im BWT Audi R8 LMS #26, Ricardo Feller und Christopher Haase im BWT Audi R8 LMS #25 sowie Mike David Ortmann und Markus Winkelhock im kfzteile24 Audi R8 LMS 24 gaben alles. Am Ende reichte es zu Rang fünf in der Teamwertung - ein respektables Ergebnis bei 21 angetretenen Mannschaften.
 
Podium zum Finale: Es war das Rennen von Feller und Haase. Schon im Qualifying zum Samstagslauf legte Feller mit Startplatz fünf den Grundstein für ein starkes Ergebnis. Am Start arbeitete er sich mit einem starken Manöver sogar auf Rang vier nach vorne, bevor er das Auto an Haase übergab. Der lieferte sich bis zur Ziellinie einen spektakulären und zu jeder Zeit fairen Dreikampf um das Podium, der seinesgleichen suchte. Schließlich steckte Haase zurück, da sich seine beiden Konkurrenten mitten im Meisterschaftskampf befanden. Neben Rang fünf im Gesamtklassement kam Platz zwei bei den Junioren und damit das insgesamt fünfte Podium in der Kategorie für Nachwuchspiloten heraus. Mit insgesamt 125 Punkten landete Feller in dieser Wertung als bester BWT Mücke Motorsport-Pilot auf Rang vier. Mit etwas mehr Glück am Sonntag wäre sogar noch Rang drei möglich gewesen. Auf abtrocknender Strecke war im Qualifying das Timing entscheidend. Haase setzte zwischendurch Bestzeiten, hatte das Potenzial für die Spitze, musste sich am Ende jedoch mit Startplatz 26 zufriedengeben. Von dort aus begannen er und Feller die Aufholjagd schlechthin. Bis zur Ziellinie machte das Duo beeindruckende 14 Positionen im engen Feld des ADAC GT Masters gut und blieb knapp hinter den Punkten zurück.
 
One Team: Mit Startplatz sechs standen die Chancen auf ein Top-Ergebnis im ersten Lauf des Wochenendes gut für den kfzteile24 Audi R8 LMS #24. Doch auch ein guter Start half Ortmann nichts, als er bereits in der zweiten Kurve mehr als unsanft aus dem Rennen geworfen wurde. Sofort war klar: Sollte ein Re-Start am Sonntag möglich sein, dann nur verbunden mit einer Nachtschicht. Dass die Nummer 24 am Sonntag tatsächlich wieder in der Startaufstellung stand, war zum einen dem unermüdlichen Einsatz der BWT Mücke Motorsport Mechaniker zu verdanken, die bis 1 Uhr nachts das Auto wieder fit machten. Zum anderen wäre das ohne die Hilfe von GRT Grasser Racing nicht möglich gewesen. Die Mannschaft aus Österreich half beim Schweißen des Audi R8 LMS. Diesen Freundschaftsdienst hatte Grasser dem Berliner Traditionsrennstall bereits am Nürburgring 2017 erwiesen. Winkelhock und Ortmann dankten ihren Mechanikern mit Platz zehn und einem Punkt im zweiten Lauf. Zwischenzeitlich hatte sich Winkelhock von Startplatz 14 sogar bis auf Rang fünf nach vorne geschoben. Ein nicht ganz optimaler Boxenstopp sowie leichte Probleme im zweiten Stint ließen das Duo jedoch wieder etwas zurückfallen.
 
Tristesse statt Finale furioso: Schmidt und Mücke erlebten auf dem Hockenheimring ein Wochenende zum Vergessen. Schon im Qualifying am Samstag gelang es Schmidt durch zahlreiche Unterbrechungen der Session nicht, den Peak der Reifen zu nutzen und eine schnelle Runde zu setzen. Startplatz 14 war die Konsequenz. Im Rennen war das Duo ebenfalls nicht vom Glück gesegnet. Gleich zu Beginn wurde der Schweizer von der Strecke geschickt und verlor weitere Positionen. Nach dem Fahrerwechsel versuchte Mücke, sich wieder etwas nach vorne zu kämpfen, doch eine fragwürdige Aktion eines Konkurrenten kostete nicht nur weiter Positionen, sondern beschädigte auch das Auto, das Mücke letztlich auf Rang 17 über die Ziellinie fuhr. Umso motivierter war das Duo für den Sonntag. Auf abtrocknender Strecke stimmte jedoch das Timing nicht, da pro Runde die Zeiten ein bis zwei Sekunden schneller wurden. Mücke war etwas zu früh auf der Strecke und musste sich mit Rang 25 begnügen. Von dort aus arbeiteten sich Mücke und Schmidt konstant nach vorne und machten - ähnlich wie ihre Teamkollegen - Position um Position gut. Im Ziel wurden sie schließlich als 13. abgewunken.
  
Stefan Mücke (BWT Audi R8 LMS #26): "Wir haben uns mehr erwartet. Mein Qualifying am Sonntag war nicht zufriedenstellend. Unser Timing war bei abtrocknenden Bedingungen nicht ideal. Die Strecke wurde schneller, pro Runde etwa ein bis zwei Sekunden. Wenn man dann die letzte Runde zu früh ansetzt, verliert man einfach viel Zeit. Von so weit hinten nach vorne zu kommen, ist natürlich nicht einfach. Wir hatten Glück, dass wir uns aus dem Startgetümmel heraushalten konnten. Ich bin leider hinter einem anderen Auto steckengeblieben. Jeffrey ist noch ein wenig nach vorne gekommen. Wir hätten uns natürlich über Punkteplätze gefreut, aber das war angesichts der schwierigen Ausgangslage einfach nicht drin. Im ersten Rennen gab es eine unfaire Aktion mit einem anderen Auto, die Rennleitung entschied allerdings, es handelte sich um einen normalen Rennunfall. Das müssen wir akzeptieren."
 
Jeffrey Schmidt (BWT Audi R8 LMS #26): "Ich hatte hohe Erwartungen an mein Qualifying am Samstag, denn ich kenne die Strecke und weiß, wo es langgeht. Zudem waren wir gut vorbereitet. Aber mit den Rotphasen, gelbe Flaggen und Verkehr auf der Strecke, wurde es immer schwieriger, eine Topzeit zu setzen. Letztlich haben wir keine ordentliche Runde zusammenbekommen. Im Rennen habe ich gegen Ende der langen Geraden einen Schlag aufs Heck bekommen und bin raus aufs Gras. Dadurch habe ich mehrere Positionen verloren. Am Samstag lief einfach ziemlich viel schief. Das setzte sich am Sonntag fort. Angefangen beim Pech im Qualifying. Ich habe in meinem Stint alles aus dem Auto ausgequetscht und sukzessive aufgeholt. Leider fehlte mir am Ende die Zeit, sonst wäre noch mehr möglich gewesen."
 
Christopher Haase (BWT Audi R8 LMS #25): "Für mich war das Wochenende grundsätzlich ein schönes. Wir haben in den Vortests und den freien Trainings eine gute Basis geschaffen. Daher waren wir von der Pace auch sofort mit dabei. Das hat Ricardo im Qualifying mit P5 toll unter Beweis gestellt. Ein paar Fights später sind wir dann auch als Fünfte über die Ziellinie gefahren. Wir haben einfach schönen, hochprofessionellen Motorsport gezeigt. Der Sonntag hingegen war eher durchwachsen. Die Bedingungen im Quali waren schwierig mit der abtrocknenden Strecke. Das war eine reine Glücklotterie. Startplatz 26 hat das Potenzial des Autos nicht widergespiegelt. Die Ausgangslage war dadurch natürlich alles andere als einfach. Mit Platz zwölf haben wir gezeigt, dass wir Kämpfer sind und niemals aufgeben. Strategisch hat das Team einmal mehr alles richtig gemacht. Auch unser Audi lief erneut hervorragend. "
 
Ricardo Feller (BWT Audi R8 LMS #25): "Mein Resümee zum Wochenende fällt positiv aus. Wir hatten bei allen Sessions einen guten Speed wie auch Platz fünf im Qualifying am Samstag beweist. Diese Position haben wir ins Ziel gebracht - mehr konnten wir nicht erwarten. Das war richtig Bombe! Im zweiten Quali hatten wir leider etwas Pech. Wir haben es von Startplatz 26 dann doch vor bis auf die zwölfte Position geschafft. Das war schon eine mega Leistung und hat erneut gezeigt, wie gut unser Speed über das Wochenende gewesen ist. Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Doch gegen Ende des Rennens hatte ich ein Problem mit der Bremse und das Anbremsen auf die Kurven war nicht einfach. Daher war der letzte Abschnitt sehr knifflig, aber auch eine wichtige Erfahrung für mich als junger GT-Pilot. "
 
Mike David Ortmann (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): "Das Qualifying am Samstag lief richtig gut. Unser Auto war einfach mega. Wir hatten sicherlich etwas Pech mit den zwei roten Flaggen, aber mit Platz fünf haben wir uns dennoch eine ganz gute Ausgangsposition geschaffen. Der Start ins erste Rennen war eigentlich richtig gut, aber leider war es für uns in Kurve zwei auch schon zu Ende. Am Sonntag war unsere Ausgangsposition nicht so gut, was hauptsächlich dem Wetter geschuldet war. Winki hatte einen sehr guten Start, ich hatte allerdings hinten rechts ein Problem und deswegen haben wir wieder ein paar Positionen verloren. Wir sind dann noch viertbester Junior geworden, was in Ordnung ist. Danke ans gesamte Team für die extra Nachtschicht. Dadurch hatten wir am Sonntag wieder ein Auto. Klasse Job!"
 
Markus Winkelhock (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): "Das Wochenende lief leider nicht besonders gut. Es ist sehr schade, denn die Pace unseres Audi war richtig stark. Mike hatte am Samstag ein gutes Quali. Leider fielen wir im ersten Rennen sehr früh und unverschuldet aus. Am Sonntag wäre definitiv mehr als Startplatz 14 möglich gewesen. Durch die Mischbedingungen war es mehr oder weniger eine Lotterie, wer als Letzter über die Ziellinie fährt und entsprechend die beste Strecke erwischt. Ich hatte im Rennen einen sehr guten Start und habe gleich neun Positionen gutgemacht. Leider haben wir beim Stopp zwei Plätze verloren. Wir sind am Schluss Zehnte geworden. Es ist nicht ganz zufriedenstellend, weil wir zwischenzeitig auf Platz fünf gewesen sind. Aber angesichts des Startplatzes können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Großes Lob an dieser Stelle an das Team, das uns innerhalb der Kürze der Zeit ein Top-Auto hingestellt hat."
 
Peter Mücke (Teamchef): "Man geht natürlich gerne mit einem Topergebnis nach Hause, das ist uns leider nicht ganz gelungen. Angesichts unserer Startpositionen war das nicht schlecht. Im Gegensatz zum ersten Rennen hatten wir am Sonntag Glück, dass keines unserer Autos in größere Zwischenfälle verwickelt worden ist. Am Sonntag war es im Qualifying schwierig, denn die Strecke wurde pro Runde um etwa zwei Sekunden schneller. Da wir mit der #26 vorzeitig abgewunken wurden, hatten wir da keine Chance mehr, eine Topzeit zu fahren. Wir sind nicht dort gestanden, wo wir hätten stehen müssen. Die Highlights dieses Wochenende war das tolle Samstagsrennen unseres #25-Autos und das Junior-Podium von Ricardo. Als Positives nehmen wir auch mit, dass wir bei einem sauberen Wochenende auf Top-Niveau unterwegs sein können."
 
Matthias Kieper (PR & Team-Management): "Wir hatten uns vor diesem Wochenende deutlich mehr ausgerechnet und gehen mit gemischten Gefühlen in die Winterpause. Als Fünfter der Teamwertung müssen wir uns bei der Leistungsdichte des ADAC GT Masters sicher nicht verstecken. Gleichzeitig war es unser klares Ziel, mindestens Rang drei aus dem Vorjahr zu wiederholen. Wir hatten auf jeden Fall sowohl von Team- als auch Fahrerseite das Potenzial dazu, haben es an diesem Wochenende durch verschiedenste Gründe allerdings nicht ausgeschöpft. Ein Dank gilt unseren Jungs, die ihren Schlaf geopfert haben, um den Audi #24 wieder fit für Sonntag zu bekommen. Zumindest sind sie mit einem Punkt dafür belohnt worden."
 
Michael Weiss (Technischer Leiter): "Die Enttäuschung über das Wochenende überschattet leider die Highlights wie das Junior-Podium am Samstag. Wir haben uns vorgenommen, die Team-Wertung auf Platz drei abzuschließen und in der Junior-Wertung ein Wörtchen mitzureden. Beides ist uns leider nicht gelungen. Der Start unserer #24 stand am Sonntag auf der Kippe. Wir haben aber Nacht durchgearbeitet und es dank der freundlichen Hilfe des GRT Grasser Racing Teams, die uns bereits vergangenes Jahr einmal unter die Arme gegriffen haben, geschafft, Mike und Winki heute ein top vorbereitetes Auto hinzustellen. Das ist das Tolle hier im ADAC GT Masters, dass sich trotz all der Konkurrenz die Teams gegenseitig helfen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die GRT-Jungs."