Dienstag, 25. September 2018
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ADAC GT Masters
10.09.2018

Fahrerlagerradar vom ADAC GT Masters auf dem Sachsenring

Am vergangenen Wochenende war das ADAC GT Masters auf dem Sachsenring zu Gast und hat dort ein spannendes Rennwochenende abgeliefert. Hier im Fahrerlagerradar gibt es Wissenswertes zur und um die „Liga der Supersportwagen“ zu lesen.

Zukunft gesichert: Das ADAC GT Masters startet seit der Premierensaison 2007 auf dem Sachsenring, eine noch längere Tradition auf der Berg-und-Tal-Bahn bei Chemnitz hat der deutsche Motorrad-Grand-Prix. Seit 1998 geht eine der größten deutschen Motorsportveranstaltungen dort an den Start. Das wird auch in der Zukunft so bleiben: Der ADAC e. V. intensiviert sein Engagement beim Grand Prix von Deutschland und wird das Rennen in einer neuen Partnerschaft mit dem ADAC Sachsen e. V. veranstalten. 2019 wird der Grand Prix vom 5. bis 7. Juli ausgetragen. 

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Matchball: Das Mann-Filter Team HTP kann sich im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters vorzeitig den Titel in der Team-Wertung sichern. Die Mannschaft aus Altendiez hat vor dem drittletzten Saisonrennen einen Vorsprung von 44 Punkten. Sollte dieser vor dem Finale in Hockenheim mindestens 51 Zähler betragen, ist dem Rennstall der Sieg in der Teamwertung nicht mehr zu nehmen. Die Chancen für einen vorzeitigen Triumph stehen gut: Die beiden Mercedes-AMG von Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim) sowie Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek) starten von den Positionen zwei und drei. 

Beeindruckende Serie: Zwölf Qualifyings, zwölf verschiedene Pole-Sitter – die extrem hohe Leistungsdichte des ADAC GT Masters spiegelt sich nicht nur in den geringen Zeitabständen bei den Rundenzeiten wider. Wie ausgeglichen das Feld in dieser Saison ist, zeigt sich auch daran, dass es bisher bei jedem Rennen einen neuen Pole-Sitter gab. Mit Audi und Porsche (jeweils drei Poles) sowie Corvette, Lamborghini und Mercedes-AMG (jeweils zwei) starten bisher fünf verschiedene Marken vom ersten Startplatz. 

Vettel testet für Grasser: Bei kürzlichen Testfahrten in Hockenheim fuhr ein bekannter Name für das GRT Grasser Racing Team. Fabian Vettel (20), jüngerer Bruder des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel, konnte auf dem badischen Kurs erste Erfahrungen in einem Lamborghini Hurácan GT3 des österreichischen Rennstalls machen. Fabian Vettel startet in dieser Saison in der Lamborghini Super Trofeo in einem ähnlichen Fahrzeug. 

Fernsehauftritt: Besondere Ehre für Peter Mücke (71). Der ehemalige Rennfahrer, dessen BWT Team Mücke Motorsport erfolgreich im ADAC GT Masters und in der ADAC Formel 4 antritt, ist Protagonist eines filmischen Porträts in der MDR-Sendereihe „Lebensläufe“. „Das Filmteam hat uns das ganze Jahr über bei verschiedenen Events begleitet“, sagt Mücke. „Aber es geht nicht nur um den aktuellen Motorsport, sondern um meine gesamte Karriere. Es wird auch viel altes Material aus dem DDR-Fernseharchiv gezeigt.“ Der Sendetermin der halbstündigen Dokumentation ist am 13. September um 23:05 Uhr im MDR. 

Eine Legende tritt ab: BMW Team Schnitzer-Teamchef Charly Lamm zieht sich am Jahressende aus der Leitung des Rennstalls zurück. Der 63-Jährige arbeitet seit den 1980er-Jahren für das von seinen Halbbrüdern Josef und Herbert Schnitzer 1963 gegründete Team. In dieser Zeit gewann der Rennstall aus Freilassing unter anderem Titel in der DTM, der ALMS, der Tourenwagen-WM sowie die 24-Stunden-Rennen in Le Mans, Spa und auf dem Nürburgring. „Mir ist diese Entscheidung alles andere als leichtgefallen“, so Lamm. „In all den Jahrzehnten ging es mir immer um den maximalen Erfolg für das Team Schnitzer und für BMW. Allerdings war dies bei allen großartigen Momenten auch eine Zeit der Entbehrungen, was das Familien- und Privatleben anging. Jetzt ist es für mich an der Zeit, meine Prioritäten neu zu ordnen. Meine Zeit in vorderster Front bei Schnitzer kommt nun zu einem Ende. Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich auf dieser Reise erleben durfte.“ Ab dem 1. Januar übernimmt Herbert Schnitzer junior die Teamleitung des Rennstalls, der seit 2017 im ADAC GT Masters antritt und in dieser Saison zwei BMW M6 GT3 für Timo Scheider (39/Lochau) und Mikkel Jensen (23/DK) sowie Dennis Marschall (22/Eggenstein-Leopoldshafen) und Victor Bouveng (22/S) einsetzt. 

Viel beschäftigt: Ohne Teamchef Alfred Renauer muss Precote Herberth Motorsport auf dem Sachsenring auskommen. Der 33-Jährige bestreitet am Wochenende als Fahrer für seinen Rennstall das 24-Stunden-Rennen in Barcelona. Zwillingsbruder und Titelkandidat Robert Renauer (33) ist daher beim vorletzten Saisonlauf des ADAC GT Masters Fahrer und Teamchef in Personalunion. Der Rennstall aus Jedenhofen startet außerdem am Wochenende parallel im Porsche Sports Cup in Spa-Francorchamps.