Donnerstag, 27. Juli 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Rallye WM
27.04.2017

Rallye Argentinien: Citroën C3 WRC auf vertrautem Terrain

Mit Hochspannung erwartet das Citroën Total Abu Dhabi World Rally Team die Rallye Argentinien, einen der Höhepunkte der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft 2017. Die „Roten“, die bereits zehn Siege in Südamerika gefeiert haben, wollen ihre Erfolgsserie mit zwei Citroën C3 WRC, gefahren von Kris Meeke/Paul Nagle und Craig Breen/Scott Martin, fortsetzen.

Drei Tage lang feiern alljährlich die begeisterten Rallye-Zuschauer in Argentinien eine große Party. Hunderttausende von Fans schlagen ihr Lager in den Sierras in der Provinz Córdoba auf. Sie sind bereit, der Kälte des Winters in der südlichen Hemisphäre zu trotzen, um den bestmöglichen Blick auf die Rallyestrecke zu erobern. Familien und Freunde bauen neben den Prüfungen Camps auf, grillen köstliches Rindfleisch auf dem offenen Feuer und lauschen dem Kommentator im Radio. Die World Rally Cars kündigen sich durch eine riesige Staubwolke an. Die begeisterten Rufe der Fans und das Geräusch von Hupen übertönen beinahe die Geräusche der 380-PS-Motoren. 

Anzeige
Die Rallye Argentinien hat eine einzigartige Atmosphäre, es ist ein Event, das ein echter Motorsport-Fan erlebt haben sollte. Die 2017er-Auflage verspricht erneut viel Spannung durch eine anspruchsvolle Route, die Mensch und Maschine viel abverlangt. Nach einem ruhigen Start am Donnerstagabend in den Straßen von Córdoba startet die eigentliche Rallye am Freitag mit den Wertungsprüfungen rund um Santa Rosa de Calamuchita. Die zweite Etappe wird härter, sie führt zweimal über die bekannte, 38 Kilometer lange Prüfung „Los Gigantes“. Am Abschlusstag können die Crews dann die atemberaubende Landschaft von Mina Clavero und El Condor erleben. 


Die Challenge: Die Erfolgsgeschichte von Citroën in Südamerika fortsetzen

Citroën hat die Rallye Argentinien innerhalb der letzten zwölf Jahre zehnmal als Werksteam gewonnen. Diese Erfolgsserie sagt viel über die Erfahrung der Mannschaft auf den Schotterstrecken rund um Villa Carlos Paz. 

Wegen einiger Faktoren darf sich das Team jedoch nicht zu siegessicher fühlen: Wie in Monte Carlo, Schweden und Mexiko wird das Citroën Abu Dhabi World Rally Team nur zwei C3 WRC einsetzen. Sie werden von den beiden Fahrerteams gefahren, die 2016 nicht in Argentinien angetreten sind: Kris Meeke/Paul Nagle und Craig Breen/Scott Martin. Für Letztgenannte ist es sogar der erste Einsatz in Südamerika. Der Erfahrungsrückstand wird ein Nachteil sein, denn 13 der insgesamt 18 Wertungsprüfungen sind identisch zum Vorjahr. Die einzigen Neuerungen betreffen die Prüfungen Tanti–Villa Bustos, die in umgekehrter Richtung gefahren wird, und San Agustin–Villa General Belgrano, die erstmals seit 2008 wieder in die Streckenführung aufgenommen wurde. 

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das Wetter: In Argentinien ist zu dieser Jahreszeit alles möglich: Kälte, Trockenheit oder frühlingshafte Temperaturen, Starkregen, Nebel etc. Abhängig von den Bedingungen werden die Startreihenfolge und die Reifenwahl eine wichtige Rolle spielen. 

Doch gleichgültig, was passiert: Das Citroën Abu Dhabi World Rally Team will das Beste geben. Kris Meeke und Paul Nagle, die Sieger der Rallye Mexiko, die auf Korsika bis zum Ausfall durch einen technischen Defekt in Führung lagen, haben derzeit einen guten Lauf. Und sie werden sich in Argentinien wohlfühlen, denn dort feierten sie 2015 ihren ersten WRC-Sieg. Craig Breen und Scott Martin müssen sich nach drei Top-Fünf-Platzierungen bei drei Starts in der aktuellen Saison zunächst noch mit dem neuen Belag vertraut machen, bevor sie versuchen, näher an die Top-Fahrer heranzukommen. Wenn sie es schaffen, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten, gilt es als nahezu sicher, dass sie ein gutes Ergebnis erringen werden. Die Geschichte der Rallye Argentinien zeigt, dass dort Ausdauer und Beständigkeit oft belohnt werden. 

Zahlen zur Rallye Argentinien
  • 18 Wertungsprüfungen über insgesamt 357,59 Kilometer
  • 10 Siege feierte Citroën bereits in Südamerika: Carlos Sainz (2004), Sébastien Loeb (2005–2013) und Kris Meeke (2015)
  • Durchschnittlich 8.000 Gangwechsel pro World Rally Car bei jedem WM-Lauf
  • 10,6 Tonnen Fracht werden per Luftfracht zu den Überseeläufen gebracht, inklusive zwei Citroën C3 WRC, Teile der Ausrüstung des Teams und Ersatzteile. Der Rest wird mit dem Schiff transportiert