Donnerstag, 27. Juli 2017
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16.05.2017

Drei verschiedene Sieger in Oschersleben

Beim zweiten Lauf der Porsche Club Historic Challenge gab es gleich drei verschiedene Gesamtsieger. Den ersten Durchgang entschied Kim Berwanger knapp für sich. Rennen zwei ging an Thorsten Rose, während Andreas Sczepansky das Regenrennen am Sonntag gewinnen konnte.

Wie üblich standen in der Magdeburger Börde gleich drei Rennen auf dem Programm. Der erste Durchgang stand ganz im Zeichen des Zweikampfs zwischen Kim Berwanger und Thorsten Rose (beide Porsche 997 GT3 Cup). Doch zunächst beschleunigte Jürgen Schlager mit seinem Porsche 993 GT2 von der vierten Startposition aus die drei vor ihm liegenden Sauger-Porsche aus und übernahm die Spitze. Die hielt der GT2-Pilot nur eine Runde, dann holte sich Polesitter Berwanger die erste Position wieder zurück. Einen Umlauf später zog auch Rose vorbei. Der machte nun Jagd auf den Führenden und kam immer dichter heran. Gegen Schluss hin musste sich Berwanger richtig breit machen, um den Konkurrenten hinter sich zu halten. Am Ende fehlten Rose 0,8 Sekunden. „Thorsten Rose hat mich das ganze Rennen über mächtig unter Druck gesetzt. Ich hätte das sicherlich nicht viel länger halten können und musste von Anfang bis zum Ende mächtig kämpfen. Aber es hat Spaß gemacht“, berichtete Berwanger. „Ich hätte nicht in Kims Haut stecken wollen. Von hinten war es einfacher Druck zu machen. An das neue Auto habe ich mich gut gewöhnt, obwohl man in der Hektik manchmal noch so agiert wie mit dem 996er“, befand der Zweitplatzierte.

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Im zweiten Rennen drehte Rose den Spieß um. Wieder war es Schlager, der dank seiner Turbo-Power im Heck den Start für sich entschied. Das Spielchen aus dem ersten Durchgang wiederholte sich und nach der ersten Runde waren Berwanger und Rose vorbei. Diesmal machte Rose jedoch gleich von Beginn an richtig Druck, sodass der Führende seinen Cup 911er bis zum letzten Quäntchen auspressen musste. Nach neun Umläufen konnte Berwanger, dessen Reifen sehr stark abbauten, nicht mehr standhalten und musste Rose passiere lassen. Der ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen, während Berwanger kurz vor Schluss noch auf die vierte Gesamtposition zurückfiel.

„Jetzt habe ich noch einen draufgesetzt. Nach dem Überholen von Kim konnte ich mich etwas absetzen und die Distanz nach hinten vergrößern. Ich habe dann etwas Gas herausgenommen, sah dann aber den Jürgen Schlager im Rückspiegel und musste nochmals ein bisschen schneller fahren“, so Rose.

Allerdings reichte es für Berwanger noch zum wichtigen Klassensieg ganz knapp vor Andreas Sczepansky. Sczepansky war es, der dem dritten Heat am Sonntag seinen Stempel aufdrückte. Starker Regen hatte für extrem schwierige Bedingungen gesorgt. Damit kam Sczepansky anscheinend bestens zurecht und verwies Rose nach der siebten Runde auf die zweite Stelle. Zwar blieb Rose dran, am Schluss fehlten 0,644 Sekunden auf Rang eins.


Treppchenplatzierungen eng umkämpft

Es waren nicht nur die Kämpfe an der Spitze, die in Oschersleben für richtig Unterhaltung sorgten. Die weiteren Treppchenplatzierungen boten ebenso viel Spannung. Im ersten Rennen hießen die Hauptdarsteller Jürgen Schlager und Andreas Sczepansky. Der Vorjahressieger ritt rundenlang seine Attacken, doch Schlager ließ sich nicht beirren und fuhr den dritten Gesamtrang über den Zielstrich. „Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass da ein dritter Platz herauskommt. Die Strecke ist nicht unbedingt für mein Auto gemacht. Es war ein tolles Rennen. Andreas hat sich beschwert, dass ich ihn nicht vorbei gelassen habe. Aber bei noch sieben Runden gebe ich meinen Podestplatz nicht freiwillig her, da er nicht deutlich schneller war“, erzählte Schlager.

Fast wäre durch die ganzen Reibereinen Klaus Horn (Porsche 997 GT3 Cup) rangekommen, doch der Landauer steckte zu Beginn hinter Ralf Heisig (Porsche 997 GT3 Cup) fest. Erst als er an diesem vorbei war, konnte Horn auf die zwei Streithähne aufschließen. Mit Lukas Ertl (Porsche 997 GT3 Cup) sprang noch ein vierter Fahrer auf den Verfolgerzug auf, so dass beim Fallen des schwarz-weiß karierten Tuchs alle innerhalb von zwei Sekunden waren. Während Schlager damit vor Klaus Horn Rang zwei in der Klasse 10 belegte, durften Sczepansky und Ertl in der Klasse 9 aufs Treppchen. 

Auch im zweiten Rennen musste sich Horn erst einmal vorbeikämpfen, um auf die vorderen Ränge aufzuschließen. Womöglich wäre wieder mehr drin gewesen, doch der dritte Gesamtrang war am Ende ein starkes Ergebnis. Hinter Horn liefen die Klasse 9 Piloten Berwanger, Sczepansky und Ertl ins Ziel ein. Das dritte Rennen sah dagegen einen souveränen dritten Gesamtplatz für Benno Berwanger, der damit Rang zwei in der Klasse 9 vor Lukas Ertl belegte.


Blick in die Klassen

In der Klasse 8 führte indes an Gerhard Kilian kein Weg vorbei. Alle drei Rennen beendete Kilian auf dem ersten Klassenrang, wobei im dritten Heat sogar ein toller vierter Gesamtrang zu Buche stand. „Am Start habe ich zuerst einige Plätze verloren. Danach habe ich mir diese wieder erkämpft und die Konkurrenten überholt. Anschließend konnte ich dann entspannter weiterfahren und die Distanz halten. Ich freue mich natürlich über den Klassensieg“, äußerte sich Kilian zum ersten Rennen. Bernhard Wagner belegten zweimal vor Christian Voigtländer die zweite Position, im Regenrennen hatte dagegen Voigtländer die Nase vorne.

Wie schon auf dem Hockenheimring lebte die Klasse der 996er Cup Modelle vom Duell zwischen Dr. Frank Willebrand und Dr. Florian Keck. Gerade im dritten Rennen hätte Keck die Chance auf den Sieg gehabt, doch Willebrand holte sich die Klassenführung zurück und fuhr zum dritten Sieg am Wochenende. „Florian war mir die ganze Zeit im Nacken. Er hat eigentlich nur darauf gewartet, dass ich einen Fehler mache. Ich denke, dass ich das Rennen ohne Fehler gefahren bin. Deshalb ist er auch nicht an mir vorbei gekommen“, so Willebrand über das erste Rennen. „Ich habe im ersten Rennen den Kürzeren gezogen, weil ich den schlechteren Start hatte. Frank war schon weiter weg. Danach war es aber ein Kopf an Kopf Rennen. Es hat Spaß gemacht und es war alles sehr fair“, schilderte Keck seine Sicht der Dinge.

Leider waren die Historischen etwas dünn besetzt. Hier führte an Georg Vetter (Porsche 964 Carrera 2) kein Weg vorbei. Der Schwarzwälder siegte dreimal vor Antonios Trichas (Porsche 968 CS) und Günther Weber (Porsche 964 Carrera 4).