Freitag, 20. Oktober 2017
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FIA Formel E
28.07.2017

Venturi und die Formel E: Interview mit Gildo Pallanca Pastor

Ein Interview mit Gildo Pallanca Pastor, Chef des Venturi Formel E Teams über die laufende Saison, die Erwartungen an das Finale in Kanada und den Ausblick auf die kommenden Jahre in der elektrischen Rennserie.

Herr Pastor, wie beurteilen Sie die laufende Saison für ihr Team?
Pastor: „Sicher hat das Team in diesem Jahr bereits einige Highlights gesetzt, ich denke da an die beiden zweiten Plätze von Maro Engel in der Superpole in Mexiko oder im Zeittraining in Monaco. Aber generell müssen wir das Auto noch verbessern und spätestens in der kommenden Saison wollen wir ein rundum erfolgreiches Auto auf die Beine gestellt haben.“

Was waren ihre persönlichen Highlights in der laufenden Saison 3?
Pastor: „Sicher das vergangene Rennen in New York, denn das ist inzwischen meine Heimatstadt geworden und es hat sich angefühlt, als würde die Formel E durch meinen eigenen Garten fahren. Unsere beiden Fahrer Maro und Tom waren mit Position sechs und neun im Zeittraining gut unterwegs und wir haben am Ende eine schnellste Runde und einen siebten Rang mit nach Hause genommen. Aber eigentlich denke ich bereits an die Saison vier und Saison fünf und ich sehe mit grosser Freude, dass das Team unheimlich vorankommt und dass wir letztlich grossartige Ergebnisse in der Zukunft einfahren werden.“

Was erwarten Sie vom letzten Rennen in Montreal?
Pastor: „Ich kenne den Kurs in Kanada noch nicht, aber wenn ich mir ansehe, was Sie in New York aufgebaut haben, hoffe ich, dass die Strecke ähnlich aufgebaut ist, denn dann sollten wir eine gute Chance haben. In NY war überholen fast nicht möglich, weil es so eng war. Wenn man in Betracht zieht, dass Venturi im Qualifying immer recht gut abschneidet, dann könnte das in Montreal passen. Gutes Quali und keinen mehr vorbeilassen. (grinst) Grundsätzlich hatte wir in diesem Jahr zuviele up´s and down`s, aber wie gesagt, wir sind auf einem hervorragenden Weg für die nächste Saison.“

Was sind die Erwartungen an die kommende Saison, vor dem Hintergrund der gerade erst verkündeten Werksengagements von Audi und BMW?
Pastor: „Es wird natürlich nicht einfacher, aber auch wir arbeiten ja gerade mit Hochdruck an der Homologation der nächsten Fahrzeuggeneration und da tut sich einiges. Unser Saison-4-Auto hat ein neues Getriebe, wird tiefer und wir haben intensiv an jedem Detail gearbeitet. Ich persönlich bin der Meinung, dass wir eines der besten Autos im Feld haben werden. Aber natürlich wird es durchaus schwieriger, sich gegen grosse Werke durchzusetzen. Für die Serie allerdings ist es gut. Man kann sagen, das ist die Geschichte, die die Formel E schreibt. Die Serie wächst und ist inzwischen natürlich interessant für alle grossen Hersteller aus dem Automobil und Automotive Bereich. Ich bin happy seit Beginn mit dem Team dabei zu sein. Wir sind dabei wohl die Einzigen, die mit grossen Automotive Herstellern gemeinsame Entwicklungsarbeit betreiben und das ist wirklich sehr interessant.“

Was ist die Vision für die Zukunft des Teams in der Formel E?
Pastor: „Venturi ist natürlich im Vergleich zu Jaguar oder Renault oder anderen eine sehr kleine Marke, aber ich sehe mit grosser Genugtuung all die jungen Leute, die zu uns kommen, um mit uns gemeinsam voran zu gehen. Nichstdestotrotz ist es wichtig für die Zukunft weitere Weichen zu stellen und nach Möglichkeit mit einem Hersteller direkt zu kooperieren.“

Nach Montreal geht es für das Team gleich weiter, allerdings mit einem anderen Projekt. Den von Venturi gehaltenen Geschwindigkeits Rekord für Elektrofahrzeuge, aus dem verganenen Jahr, verbessern.
Pastor: „Genau. Ich lebe dieses Projekt, es ist einzigartig. Es ist eine Kooperation mit der Ohio State University und in diesem Jahr haben wir beschlossen unseren Fahrer Roger Schroer, einen persönlichen Freund, in den Mittelpunkt zu stellen. Ein unglaublich erfahrener Pilot für solche Art von Fahrzeugen. Er ist inzwischen 62 und ich habe allerhöchsten Respekt vor ihm. Er liefert eine unglaubliche Leistung bei 549 km/h (341 Mph). Darüberhiaus ist es dann aber der letzte Versuch unseres VBB3 den eigenen Rekord noch einmal zu verbessern. Danach kommt etwas Neues.“

Was wird das sein?
Pastor: „Lasst euch überraschen...“