Freitag, 20. Oktober 2017
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DTM
13.10.2017

Drei Fragen an Ulrich Fritz

Nach den beiden Formel-1-Rennen in Malaysia und Japan ist an diesem Wochenende wieder die DTM an der Reihe: In Hockenheim steigt das große Saisonfinale 2017 und Ulrich Fritz sagt im Voraus: „Ich denke, wir haben bisher eine sehr spannende Saison erlebt.“ 

Uli, zwar ist die Saison noch nicht ganz vorbei, dennoch wie fällt bisher dein Fazit aus? 
Ulrich Fritz: „Ich denke, wir haben bisher eine sehr spannende Saison erlebt. Vor allem die Rennaction war in diesem Jahr deutlich besser als in den vergangenen Jahren. Das zeigt auch, dass die getroffenen Entscheidungen vor Saisonbeginn alle in die richtige Richtung gegangen sind. Alleine schon der neue Re-Start ist beispielsweise für die Fans ein absolutes Highlight. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass wir schon früher eine Abschaffung der Gewichtsregelung erreicht hätten. Ob eine Marke an einem Wochenende stark ist oder nicht, hat ja nicht nur was mit dem Gewicht zu tun, sondern auch damit, wie ein Auto mit der jeweiligen Strecke harmoniert, ob die Ingenieure das richtige Setup gefunden haben und vor allem auch, welcher Fahrer mit der Strecke und den Gegebenheiten am besten umgegangen ist. Die Würdigung dieser Dinge ist mir in diesem Jahr einfach zu kurz gekommen. Wenn eine Marke kein gutes Wochenende erwischt hat, wurde das immer gleich mit den Gewichten erklärt und gut war es.“

Denkst du ohne Performance-Gewichte wäre die Saison anders verlaufen? 
Ulrich Fritz: „Es hätte jedenfalls ein Taktiktool weniger gegeben. Ohne Gewichte hätte jeder immer die volle Performance seines Autos gezeigt. So wäre das taktische Mittel durch langsameres Fahren Gewicht auszuladen weggefallen. Auch der Versuch die Rennperformance als Indikator für die Gewichtsverteilung zu nehmen, hat dann leider an der taktischen Fahrweise nichts geändert. Daher bin ich froh, dass wir die Gewichte nun los sind. Andererseits muss man aber auch sagen, dass wir das System ja nicht ohne Grund gefahren sind. Ziel war es, die Autos auf ein Niveau zu bringen, um den Fahrer in den Vordergrund zu stellen. Und das hätte auch funktionieren können, allerdings nicht, wenn man das Gewicht als taktisches Element einsetzt.“ 

Jetzt geht es zum Final-Rennen. Was wäre für dich in Hockenheim ein Ergebnis mit dem du zufrieden bist? 
Ulrich Fritz: „Wir haben noch Chancen auf den Titel. Auch wenn diese nicht besonders groß sind, erwarte ich von allen Teammitgliedern, dass sie ihre maximale Performance abrufen. Falls es dann nicht mit einem Titel oder einem Rennsieg klappen sollte, kann dennoch jeder Stolz auf seine Leistung sein, weil er alles gegeben hat.“