Montag, 20. November 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
CIK/FIA
10.09.2017

Starkes Finale der Kart-WM in Wackersdorf

Was für ein Finale der CIK-FIA Kart Weltmeisterschaft in Wackersdorf! Über 3.000 Zuschauer erlebten einen wahren Krimi im Kampf um die WM-Krone. Jubeln durften am Ende die beiden Italiener Alex Irlando (KZ2) und Paolo de Conto (KZ). Die Veranstaltergemeinschaft aus DMSB, ACV, ADAC und AvD sorgte für ein großes Kartsport-Festival in der Oberpfalz.

Seit Freitag dröhnten im Prokart Raceland Wackersdorf die Motoren der CIK-FIA Kart Weltmeisterschaft. 156 Teilenehmer aus 23 Nationen kämpften am Sonntag um die höchsten Titel im internationalen Kartsport. Unter den Teilnehmern waren auch 23 deutsche Talente die sich vor heimischem Publikum stark präsentierten.

Anzeige
Für die Durchführung der Kart-Weltmeisterschaft zeichnete sich der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) gemeinsam mit den drei Automobilclubs ACV, ADAC und AvD verantwortlich. Eine große Unterstützung leistete zusätzlich Prokart Raceland-Inhaber Stephan Fritsch. Im Verlauf der drei Renntage bestätigten mehr als 3.000 Zuschauer die gute Arbeit der 70 Helfer und machten die Weltmeisterschaft zu einem großen Kartsport-Festival.

Auf der Strecke taten die Fahrer ihr übriges. Nach freien Trainings, Zeittrainings und unzähligen Heats standen am Sonntagnachmittag die jeweils 34 Finallisten der beiden Klassen KZ und KZ2 fest. Den Anfang machte der CIK-FIA International KZ2 Super Cup. Bei trockenen Bedingungen auf der 1.190 Meter langen Strecke gelang Benjamin Persson (CRG Holland) ein perfekter Start. Der CRG-Pilot setzte sich vom restlichen Feld ab und hatte einen komfortablen Vorsprung. Doch Alex Irlando (Sodikart) und Riccardo Longhi (BirelART Racing Srl) schlossen zu dem Schweden auf und sorgten für ein unglaubliches Finale. In der letzten Kurve macht Persson einen kleinen Fehler und verlor den sicheren Sieg. Irlando ließ sich nicht lange bitten, zog an seinem Mitstreiter vorbei und holte sich den Titel. „Ich kann es gar nicht fassen. Diese Chance musste ich nutzen und bin nun Super Cup-Gewinner“, jubelte der Italiener im Siegerinterview. Große Enttäuschung herrschte hingegen bei Persson: „Solch ein Fehler darf einem nicht passieren. Ich hatte eine komfortable Position, am Ende hat ein Sekundenbruchteil den Sieg gekostet.“

Seine starke Vorstellung der Vorläufe setzte der Deutsche Daniel Stell (Mach1 Motorsport) im Finale fort. Nach 26 Rennrunden wurde er hervorragender Siebter. Neben ihm schaffte auch Maximilian Paul (DR Srl) auf Rang neun den Sprung in die Top-Ten. Alexander Schmitz reihte sich als 17. ein, die beiden Teamkollegen Dominik Schmidt und Moritz Horn (beide CRG TB Racing Team) folgten auf Rang 30 und 31.

Zum großen Showdown kam es in der Königsklasse KZ. Die besten Kartfahrer der Welt kämpften um die Nachfolge des amtierenden Champions Paolo de Conto (CRG S.pA.). Die beste Ausgangsposition nach den Vorläufen hatte Anthony Abbasse (Sodikart) aus Frankreich. Nach einer unfallbedingten Zwangspause meldete sich der Vize-Weltmeister in Wackersdorf wiedererstark zurück und verteidigte nach dem Start die Führung. Dahinter lieferten sich die Kontrahenten schon früh packende Fights – wobei gleich mehrere Favoriten vorzeitig ausschieden. Unbeeindruckt davon kämpfte sich De Conto in die Verfolgerposition und nutzte eine Unachtsamkeit des Führenden. Der Italiener ging an ihm vorbei und feierte seinen zweiten WM-Triumph in Folge. „Nach dem langen und anstrengenden Rennen bin ich nun wirklich Müde. Alle haben sehr hart für dieses Event gearbeitet, ich bin stolz mit meinem Gewinn einen Großteil zurück zu geben“, kommentierte De Conto seinen Erfolg. Hinter ihm folgten Abbasse und Ben Hanley (Croc Promotion) auf den weiteren Podesträngen.

Die beiden deutschen Finalisten Leon Köhler (KSM Schumacher Racing Team) und André Matisic (Solgat Motorpsort) erlebten ebenfalls ein aufregendes Finale. Europameister Köhler lag auf einem starken zwölften Rang, bis er wegen eines technischen Problems ausschied. André Matisic beendete das Finale als hervorragender 15., doch eine spätere Zeitstrafe warf ihn auf Platz 23 zurück.

Abschließend geht ein großer Dank an alle Helfer, Fahrer, Teams und Zuschauer, die gemeinsam zu dem Erfolg der Kart-Weltmeisterschaft in Deutschland beigetragen haben.