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ROTAX Eurochallenge
25.07.2016

Erste Titelentscheidungen in der ROTAX Euro Challenge

Der spanische Circuit International de Zuera im Norden Spaniens war vom 22. bis 24. Juli 2016 Austragungsort des dritten Laufs der ROTAX MAX Euro Challenge. Rund 100 Teilnehmer läuteten auf der 1.700 Meter langen Hochgeschwindigkeitspiste die zweite Saisonhälfte ein und kamen unter der Sonne Spaniens kräftig ins Schwitzen. Am Ende feierte man neben den Siegern Axel Charpentier (Junioren), Jordan Brown-Nutley (Senioren), Ferenc Kancsar (DD2) und Martin Pierce (DD2 Masters) auch die ersten Meister des Jahres ...

Junioren: Charpentier fährt mit Doppelsieg zum Titel

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Olli Caldwell (KR Sport) setzte im Zeittraining die Beszteit. Daran konnte er in den Heats allerdings nicht anknüpfen. Während Caldwell auf Rang sechs abrutschte, katapultierte sich Tabellenführer Axel Charpentier (Strawberry Racing) an die Spitze des Feldes. Der Franzose hatte es in den Finalrennen aber alles andere als einfach. Zum Teil kämpfte das halbe Fahrerfeld in haarsträubenden Manövern um den Sieg. Auch die Führung wechselte am laufenden Band.

Umso erstaunlicher war es dann, dass Charpentier am Ende dennoch in beiden Läufen die Oberhand behielt und damit wohlverdient vorzeitig den Meistertitel nach Hause fuhr. Neben dem Abräumer freuten sich am Abend auch die Briten Olli Caldwell und Mark Kimber (Strawberry Racing), die als Zweiter und Dritter das Podium komplettierten.

In guter Form präsentierten sich die deutschen Junioren. Allen voran unterstrich Tamino Bergmeier (Team TKP) seine Leistung: Als Elfter ging er es im Qualifying noch ruhig an, aber in den Vorläufen blies er zum Angriff und schob sich am Ende sensationell auf Platz zwei nach vorne. Leider konnte er die gute Ausgangslage im Prefinale nicht umsetzen. Nach einem mäßigen Start geriet er im Verfolgerfeld in eine Rangelei und rutschte weit zurück. Am Ende konnte er immerhin noch Platz 13 retten. Im hartumkämpften Finale musste er sich danach mit Position 15 begnügen.

Eine soliden Job machte Bergmeiers Teamkollege Dirk Seifreid (Team TKP). Im Zeittraining lief es mit Rang 23 noch nicht rund, aber mit den ersten Rennen kam die Wende und Seifried verbesserte sich nach den Heats auf Platz neun. Dieses Ergebnis konnte er auch in den Finalrennen bestätigen, wo er als Zehnter und 13. einen guten Eindruck hinterließ. Leider erhielt er aber im Nachhinein eine Zeitstrafe, die ihn auf Platz 26 zurückwarf.

Durchwachsen verlief das Wochenende für Andre Walter (Kart Performance Racing). Er etablierte sich nach dem Zeittraining und den Heats locker im Mittelfeld und bugsierte sich im Prefinale sogar in die Top-Ten. Allerdings warf ihn eine Rangelei letztlich auf Position 26 zurück. Stark war seine Vorstellung im Finale: Mit einer hervorragenden Leistung kämpfte er sich durch das Feld und wurde schließlich mit einem verdienten achten Platz belohnt.

Senioren: Jordan Brown-Nutley gewinnt mit 0.016 Sekunden

Für eine Überraschung sorgte Jessica Backman (Daems Racing) zu Beginn des Wochenendes: Die schnelle Schwedin stahl der männlichen Konkurrenz im Zeittraining die Show und sicherte sich mit nur 0.001 Sekunden Vorsprung die Pole-Position für die Heats. In den Vorläufen konnte sie nicht mehr an die Leistung anknüpfen und wurde auf Position sieben zurückgereicht: An der Spitze trumpfte währenddessen Berkay Besler (Bouvin Power) auf. Beflügelt vom Titelgewinn in der X30 Euro Series, bugsierte er sich mit drei Siegen unangefochten an die Spitze des Feldes.

Für einen Sieg des Türken reichte es in den Finalrennen aber: Er musste sich in beiden Rennen mit Rang drei begnügen. Der Prefinalsieg ging derweil an Nicolas Schöll (Strawberry Racing). Der Tabellenführer fuhr ein taktisches Rennen, das er knapp vor dem Briten Jordan Brown-Nutley (Dan Holland Racing) beenden konnte. Im Finale wollte Schöll den Doppelsieg perfekt machen, allerdings gab der Rennverlauf, der von wilden Positionskämpfen war, nicht mehr her als Position fünf. Dem Durcheinander enteilten derweil die beiden DAR-Teamkollegen Lars Lamborelle und Jordan Brown-Nutley. Die Entscheidung fiel erst auf dem Zielstrich: Brown-Nutley scherte in der letzten Sekunde aus dem Windschatten aus und schob sich mit nur 0.016 Sekunden Vorsprung zum Sieg!

Mit Blick auf die Meisterschaftswertung konnte Schöll am Abend jubeln. Unter normalen Umständen ist er aufgrund der Streichergebnisse nicht mehr einzuholen, weshalb er schon am Abend den vorzeitigen Titelgewinn feiern durfte.

Christopher Dreyspring (VPDR / TAD Racing), der als einziger Deutscher am Start war, konnte im Zeittraining noch mit Position sechs glänzen. In den Vorläufen musste er jedoch einen Rückschlag verdauen und rutschte auf Position 13 ab. Dennoch ließ sich der amtierende RMC-Champion davon nicht unterkriegen und verbesserte sich im Prefinale auf Position zehn. Dieses Ergebnis konnte er im Finale als Neunter bestätigen.

DD2: Kancsar dominiert in Zuera

Tabellenführer Lukasz Bartoszuk (CRG S.P.A.) strauchelte in Zuera. Zu keiner Zeit war er in der Lage, seiner Rolle gerecht zu werden. Am Ende trat er die Heimreise mit den Plätzen 17 und 26 an und musste sogar die Tabellenführung abtreten. Die Gunst der Stunde nutzten die Meisterschaftsrivalen gnadenlos aus: In bestechender Form präsentierte sich Titelverteidiger Ferenc Kancsar (VPDR). Der Ungar fuhr die Trainingsbestzeit am Freitag und feierte drei Siege in den Vorläufen am Samstag. Damit startete er von der Pole-Position in die Finalphase, wo in beiden Rennen kein Weg an ihm vorbeiführte. Zweiter wurde der Schweizer Kevin Ludi (Spirit Racing) vor dem Italiener Cosimo Durante (Durante Franco).

Als neuer Tabellenführer etablierte sich Kevin Ludi an der Spitze des Klassements. Ferenc Kancsar schob sich dank seines Doppelsiegs auf Platz zwei vor und meldete sich damit zurück im Titelkampf.

Als einiziger deutscher Vertreter war Marius Rauer (VPDR) in Spanien am Start. Der DR-Pilot steigerte sich kontinuierlich. Nach Platz 24 im Zeittraining verbesserte er sich in den Heats auf Positon 21. In den Finalrennen erkämpfte er sich die Plätze 18 und 17. Die Wertung der DD2-Masters ging eindeutig an Martin Pierce (Uniq Racing Team). Der Ire hatte in beiden Finalrennen klar die Oberhand, was seinen Titelgewinn in Salbris nun zur Formsache macht.

Nach den Stationen in Belgien, Italien und Spanien blickt Europas beliebte ROTAX-Serie nun auf das letzte Rennen der Saison. Das französische Salbris wird vom 26. bis 28. August 2016 Schauplatz des großen Finales sein. Auf der anspruchsvollen Piste von Sologne Karting werden nicht nur die letzten Meistertitel vergeben, sondern auch die jeweiligen Weltfinalteilnehmer gekürt.