Sonntag, 16. Mai 2021
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Kart-Trophy Weiß-Blau
08.09.2016

Die KTWB zu Gast im Schwabenländle

Am vergangenen Wochenende fand die fünfte und vorletzte Veranstaltung der Kart-Trophy Weiss-Blau 2016 in Bopfingen statt. Das heißt, dass zehn der insgesamt zwölf Saisonrennen bereits vorbei sind. Doch die Spannung bleibt. In nicht weniger als sieben Klassen steht die Meisterschaftsentscheidung noch aus und wird erst beim großen Finale in Wackersdorf am 9. Oktober ermittelt.
 
Raket Rookie-Trophy (RT) und Bambini-Klassen (AW, A und M)
 
Mit insgesamt 18 Piloten waren die Klassen der Jüngsten recht gut besetzt. Die Klasse RT war mit zehn Starten die Stärkste der Bambini-Fahrer. Und um es vorwegzunehmen, die Meisterschaften aller Bambini-Klassen wurden bereits in Bopfingen entschieden. Das Qualifying der Raket-Rookie-Klasse ging überraschend an Sven Langenmeir. Mit einer Zeit von 52,141 Sekunden konnte sich Sven vor seinen Kontrahenten die Pole-Position sichern. Zweiter wurde Titelaspirant Maxim Rehm vor dem nächsten Titelanwärter Jannick Schiele, der auf Platz drei ins Ziel einlief. Auf den weiteren Plätzen folgten Thomi Rackl, Leon Hartfil, Emma und dem dritten Titelaspirant Horst Felix Felbermayr. Der in den letzten Rennen stark auftrumpfende Louis Bade wurde „nur“ Achter.
 
Kurz nach dem Start des ersten Rennens gaben die zwei Erstplatzierten des Zeittrainings die Pace vor. Maxim Rehm und Sven Langenmeir konnten sich mit zunehmender Dauer des Rennens ein wenig vom Rest des Feldes absetzen. Pech schon vor der Aufwärmrunde hatte hingegen Jannik Schiele. Probleme mit seinem Kart waren der Grund dafür, dass er es in den zwei Einführungsrunden nicht mehr schaffte, das Feld einzuholen und deshalb von ganz hinten das Rennen in Angriff nehmen musste. Am Ende landete er auf dem achten Platz. Die Meisterschaftsträume waren damit schon im ersten Rennen ausgeträumt, denn der bis dato Führende Maxim Rehm hette den ersten Lauf gewonnen. Zweiter wurde Sven Langenmeir vor Thomi Rackl und Horst Felix Felbermayr. Louis Bade wurde am Ende Sechster.
 
Im zweiten Lauf waren es wiederum Maxim und Sven – beiden liegt der Kurs in Bopfingen anscheinend sehr gut – die den Start am Besten erwischten. Diesmal konnte jedoch Jannick Schiele den beiden folgen. Thomi Rackl und Horst Felix und seine Schwester Emma folgten. In der sechsten Runde kam es jedoch zu einem folgenschweren Zwischenfall (hierzu mehr bei der Klasse AW-Bambini Waterswift). Das Rennen wurde abgebrochen, aber voll gewertet. Am Ende siegte Maxim Rehm vor Sven Langenmeir und dem Drittplatzierten Jannik Schiele. Mit zwei Laufsiegen konnte sich Maxim Rehm schon vor der letzen Veranstaltung in Wackersdorf die Meisterschaft in der Raket Rookie-Trophy 2016 sichern. Die weiteren Platzierungen in der Meisterschaft stehen noch nicht fest. Der Kampf um den Vizemeistertitel wird erst in Wackersdorf entschieden.
 
In der Klasse AW-Bambini Waterswift waren fünf Piloten am Start. Die Ried-Brüder Jonas und Lenny wechselten von der Klasse RT in die Klasse AW. Die Pole-Position holte sich jedoch ein anderer: Max Benz war mit einer Zeit von 51,665 Sekunden Schnellster in der Klasse AW und kam vor Jonas Ried, Carlo Segerer, Lenny Ried und dem in der Meisterschaftsführende Anton Heinrich ins Ziel. Das erste Rennen war an Spannung kaum zu überbieten. Vier von fünf Fahrer kämpften die komplette Renndistanz um den Sieg. Am Ende war es Jonas Ried, der ganz knapp die Nase vor Max Benz hatte. Auf Platz drei landete Lenny Ried vor Carlo Segerer und Anton Heinrich. Auch im zweiten Rennen war von Beginn an Spannung angesagt. Die beiden Ried-Brüder übernahmen nach kurzer Zeit die Führung, dicht gefolgt vom Rest des Feldes.
 
Wie schon erwähnt, kam es dann in der sechsten Runde zu einem spektakulären Unfall. Nachdem ein zu überrundender Pilot richtigerweise die Bahn freimachen wollte, konnte Lenny Ried nicht mehr ausweichen und es kam zur Kollision. Lennys Kart überschlug sich und wurde noch von einem weiteren Kart mitgezogen. Ein sofortiger Rennabbruch war die Folge. Die Sanitäter waren sehr schnell bei dem am Boden liegenden Lenny. Die Betreuung und Versorgung der Sanitäter war vorbildlich. Denn wichtig ist in so einem Fall, dass Ruhe bewahrt wird. Kurze Zeit darauf kamen dann der Notarzt und ein weiterer Krankenwagen, der Lenny ins nahegelegende Krankenhaus brachte. Lenny geht es den Umständen entsprechend gut. Er brach sich bei dem Unfall den linken Unterarm. Er ärgert sich aber schon wieder darüber, dass er die nächsten Wochen nicht Kartfahren kann.
 
Da das Rennen trotz Abbruch mit voller Punktzahl gewertet wurde, war damit auch in der Klasse AW-Bambini Waterswift die Meisterschaft entschieden. Den großen Vorsprung, den sich Anton Heinrich bereits vor Bopfingen gesichert hatte, wird bei der letzten Veranstaltung keiner mehr einholen können, weshalb Heinrich schon jetzt als Gewinner der Meisterschaft in der Klasse AW-Bambini Waterswift feststeht.
 
In der Klasse A - Bambini waren mit Chris Lohoff und Michael Gmeiner zwei Piloten am Start. Chris Lohoff siegt in beiden Läufen und somit war auch die Meisterschaft in der Klasse A entschieden. In der Klasse M - Rotax Micro Max war nur ein Fahrer am Start. Tagessieger und auch Meister der Klasse M wurde demnach Julian Kamm.
 
Juniorenklassen - Klasse B (Rotax) und Klasse E (Iame X30)
 
Bei den Rotax Junioren waren lediglich drei Fahrer am Start. Schnellster im Zeittraining war Marek Mizera mit einer Zeit von 47,715 Sekunden vor Felix Arndt und Adam Králik. Genau in dieser Reihenfolge passierte der Zeileinlauf sowohl im ersten als auch im zweiten Rennen. Beide Läufe verliefen relativ unspektakulär. Die Positionen waren vom Start weg vergeben und keiner konnte sich mehr verbessern. Doch beim letzten Lauf können mit Felix Arndt und Adam Králik noch zwei Fahrer Meister der Rotax Junioren werden. Und gerade diese zwei Fahrer lieferten schon im letzten Jahr ein spannendes Finale in Wackersdorf. Damals konnte Felix Arndt den Titel mit einem Punkt Vorsprung einfahren.
 
Mit fünf Piloten ging die Klasse E an den Start. Schnellster im Zeittraining war der Meisterschaftsführende Gerrit Hartwig, der sich mit einer Zeit von 45,935 Sekunden die Pole-Position holte. Zweiter im Zeittraining wurde Leon Bayer vor Maximilian Rosenschon. Gerrit war es dann auch, der in beiden Rennen die Pace vorgab und sich mit zunehmender Dauer der Rennen sogar etwas von seinen Kontrahenten absetzen konnte. Spannender war der Kampf um die Plätze zwei und drei. Im ersten Rennen war es Leon Bayer, der vor Maximilian die Ziellinie überquerte im zweiten Lauf war es genau umgekehrt. Zweimal Vierter wurde Kimi Kappler. Lukas Reiböck fiel in beiden Läufen jeweils kurz vor der Hälfte der Distanz aus. Die Meisterschaft wird also auch in der Klasse E erst am 9. Oktober in Wackersdorf entscheiden. Chancen auf den Titel haben noch Gerrit Hartwig und Max Rosenschon.
 
Seniorenklassen - Klassen F (Iame X30) und Klasse MO (MegaOpen)
 
Wiederum sehr spannend verliefen beide Rennen der Senioren Klasse F. Schnellster im Qualifying, mit einer Zeit von 45,652 Sekunden, war Tobias Margutsch. Auf Platz zwei landete Luca Güthler vor Laurents Hörr, Andreas Pöttinger und Florian Kuhmann. Gleich vier Fahrer kämpften in beiden Rennen um den Sieg. Gut 13 Runden lang war nicht klar, wer von den vier Fahrern am Ende die Nase vorn haben würde – und das in beiden Läufen. Das erste Rennen gewann Pole-Sitter Tobias Margutsch vor Laurents Hörr, Luca Güthler und Andreas Pöttinger. Im zweiten Lauf hatte dann Laurents Hörr die Nase ganz vorne. Auf Platz zwei landete diesmal Tobias Margutsch vor Luca Güthler und dem bis dato zweiten Titelaspiranten Florian Kuhmann. Florian verlor jedoch nicht nur wichtige Punkte in beiden Rennen, sonder auch schon in Bopfingen die Meisterschaft. Denn vor der letzten Veranstaltung in Wackersdorf liegt Tobias Margutsch uneinholbar an der Spitze uns sicherte sich somit vorzeitig die Meisterschaft.
 
Klasse MO - MegaOpen
 
In der Klasse MO sicherte sich Nils Henkel in Bopfingen nicht nur den Tagessieg, sondern auch die Meisterschaft 2016.
 
Klasse GS - KZ2
 
Mit 19 Fahrern war diese Klasse GS - KZ2 in Bopfingen ausreichend besetzt, doch sind üblicherweise noch mehr Piloten am Start. Vor dem Lauf in Bopfingen hatten noch insgesamt neun Piloten die Chance, Meister zu werden. Nach dem Rennen schrumpfte die Zahl auf nur noch zwei. Schnellster im Zeittraining war Andreas Stapf mit einer Zeit von 43,874 Sekunden. Platz zwei ging an Markus Häupler vor Gerhard Lindinger, Florian Neukam, Erich Huber und Alex Laudenschläger. Genau diese vier waren es, die im ersten Lauf zu Beginn die Pace vorgaben. Doch in der fünften Runde kam es für einen Titelaspiranten zu einem für ihn bedauerlichen Zwischenfall. Markus Häupler war sehr gut unterwegs, doch plötzlich verlor er das linke Hinterrad. Ein gebrochener Radstern war der Grund des Ausfalls. Damit konnte Vorjahresmeister Markus Häupler seine bis dato noch guten Chancen auf eine Titelverteidigung begraben. Das Pech für Markus war natürlich das Glück seiner Kontrahenten. Wobei Andreas Stapf in dieser Saison schon stark unterwegs ist. Er war es dann auch, der das erste Rennen für sich entscheiden konnte. Zweiter wurde Gerhard Lindinger vor Erich Huber, Bernd Rosenschon und Alex Laudenschläger. Florian Neukam, der vierte des Zeittrainings, wurde Siebter.
 
Weiter ging es nachmittags mit dem zweiten Rennen der Klasse GS-KZ2. Wieder waren es Stapf und Lindinger, die den besten Start erwischten. Einen noch besseren Start hatte Fitim Mucoli – er war nämlich zu schnell auf dem Gas, was ihm am Ende eine Zehnsekunden-Zeitstrafe einbrachte. Ansonsten ist Fitim in diesem Jahr sehr gut unterwegs. Stapf und Lindinger lieferten sich auch im zweiten Lauf einen sehenswerten Zweikampf, wobei wiederum Andreas Stapf am Ende die Nase vorn hatte. Zweiter wurde erneut Gerhard Lindinger. Platz drei ging diesmal an Markus Häupler, der vom 18. Platz aus ins Rennen gestartet war und trotzdem noch auf dem Podest landete. In der Klasse GS gibt es nun zwei Kandidaten, die noch Chancen auf den Meistertitel haben.
 
Klasse G - KZ2
 
Im Kampf um die Meisterschaft wird es in dieser Klasse das wohl spannendsten Finale in Wackersdorf geben: Nicht weniger als fünf Piloten haben nach Bopfingen noch Chancen auf den Titel. Schnellster im Zeittraining war Daniel Eder mit einer Zeit von 43,738 Sekunden. Zweiter wurde Tobias Binder vor Lukas Gusenbauer, Luca Walter und dem Fünftplatzierten Patrick Loidl. Nicht weniger als acht Fahrer waren am Ende unter zwölf Sekunden beim Zieleinlauf voneinander getrennt. Sieger des ersten Laufs wurde Pole-Sitter Daniel Eder vor Tobias Binder und Luca Walter. Noch spannender verlief der zweite Lauf. Ein kurzer, aber kräftiger Regenschauer vor dem Start war der Grund dafür, dass sich so mancher Fahrer Gedanken über seine Reifenwahl machte. Zwei Piloten entschieden sich für Regenreifen; einer davon war Luca Walter. Und gleich nach dem Start flog er dem übrigen Feld davon. Die anderen, slickbereiften Fahrer „quälten“ sich einigermaßen um die Runden. Nach circa der Hälfte der Distanz, Luca Walter hatte da schon fast eine halbe Runde Vorsprung, wurde die Strecke – zumindest die Ideallinie – trocken und die Meute kam Luca näher und näher. Und wie es kommen musste, da natürlich die Regenreifen von Luca auf trockener Piste immer schlechter wurden, wurde dieser am Ende des Rennens noch von sechs Fahrern überholt. Sieger im zweiten Lauf wurde Max Loidl vor Stefan Haak und Tobias Binder. Platz vier ging an Patrick Loidl. Fünfter wurde der Sieger vom ersten Lauf Daniel Eder vor Lukas Gusenbauer.
 
Die fünfte Veranstaltung zur Kart-Trophy Weiss-Blau 2016 in Bopfingen präsentierte tolle Rennen bei sehr guten Bedingungen sorgten wieder für viel Spannung. Der Veranstalter bedankt sich bei allen Teilnehmern, den fleißigen Helfern und dem Bahnbetreiber.
 
Zum großen Showdown kommt es am 9. Oktober in Wackersdorf, wo das Saisonfinale 2106 ausgetragen wird.