Dienstag, 5. Juli 2022
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
USCC
02.07.2015

Christopher Haase Verteidigt Meisterschaftsführung

Es ist einer der großen amerikanischen Sportwagen-Klassiker im jährlichen Rennkalender: „Sahlen’s Six Hours of the Glen“, das Sechs-Stunden-Rennen rund um die ehemalige Formel-1-Rennstrecke, nordwestlich von New York. Für das Team von Paul Miller Racing eine wichtige Station auf dem Weg zum großen Saisonziel, dem Titelgewinn in der GTD-Klasse des United Sports Car Championship.
 
Wie bei allen Langstreckenrennen der Saison trat man auch dieses Mal mit drei Fahrern an, neben den „Stamm-Piloten“ Christopher Haase und Dion von Moltke saß Bryce Miller am Steuer des Audi R8 LMS. Dass man als führende Mannschaft in der Fahrer- und Teamwertung nach Watkins Glen kam, hätte wohl keine große Bedeutung gehabt, wenn es nicht pünktlich zum Qualifying wolkenbruchartig geregnet hätte. Das Zeittraining musste aus Sicherheitsgründen abgesagt, die Startplätze nach dem Meisterschaftsstand vergeben werden.
 
„Das war für uns schon sehr positiv“, so Christopher Haase zur kampflosen „Eroberung“ der Pole-Position. Allerdings wartete auf das Team danach ein wahrer „Thriller“, der an Herausforderungen, Schwierigkeiten und Spannung kaum zu überbieten war. „Schon der Renn-Start war, sagen wir es einmal vorsichtig, interessant. Es war teilweise nass, teilweise trocken, und wir sind mit Slicks gestartet. Das war in den ersten drei, vier Runden, ohne Temperatur im Reifen, ein echtes Abenteuer. Danach konnten wir aber sogar an den stärkeren und schnelleren GTLM Fahrzeugen vorbeiziehen, das war eine lustige Erfahrung, echt cool“, so Haase, der nach ein heftigen Positionskämpfen und mehreren Führungswechseln den Audi R8 LMS an seinen Teamkollegen Bryce Miller an erster Stelle übergeben konnte.
 
Nach einem fehlerfreien, perfekten Stint von Bryce Miller war Dion von Moltke an der Reihe, doch der US-Amerikaner hatte gleich zu Beginn seines Doppel-Turns Pech: Ein übermotivierter Porsche-Pilot traf ihn in Turn 7 am Heck, was den Audi in einen Dreher zwang und viel Zeit kostete. Von Moltke konnte sich mit einer heroischen Leistung – und nicht zuletzt auch dank einiger Gelbphasen – wieder in die Spitzengruppe zurückkämpfen, bis dann erneut Christopher Haase an der Reihe war.
 
„Ich hatte das Auto gerade für die letzten zwei Stunden von Dion übernommen, als es leicht zu regnen begann. Da war die Strecke halb trocken und halb nass, das Regen-Radar hat keinen weiteren Regen angezeigt, also hat mir das Team Slicks aufgezogen. Nach ein paar Runden hat es aber plötzlich geschüttet und ich musste noch einmal an die Box fahren, um mir Regenreifen zu holen“, erzählt Christopher Haase, der durch diesen extra Boxenstopp ohne Gelbphase natürlich viel Zeit verlor.
 
„Wir lagen dann sogar eine Runde zurück, allerdings konnte ich den GTD-Führenden im Regen überholen, mich damit zurückrunden – und nur kurz drauf dank einer Gelbphase praktisch eine ganze Runde aufholen. Danach habe ich einfach volle Attacke gefahren, wodurch ich einige Gegner überholen konnte, einige andere sind von der Strecke geflogen. Es waren unglaubliche Bedingungen, beinahe unfahrbar. Am Ende können wir froh sein, dass wir auf der Strecke geblieben sind und dass das Team von Paul Miller Racing so super gearbeitet hat. Platz drei ist ein tolles Ergebnis, mit dem wir die Führung in der Meisterschaftswertung sogar noch ausbauen konnten“, so Haase abschließend.
Anzeige