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FIA Formel E
10.09.2014

Abt Sportsline startet ins Abenteuer Formel E

Mehr als ein Jahr wurde organisiert, entwickelt und getestet – jetzt wird es ernst: Am Samstag, den 13. September 2014, startet in Peking das erste Rennen der neuen FIA Formula E. Mit den Piloten Lucas di Grassi und Daniel Abt tritt das Team Abt Sportsline als einziges deutsches Team gegen internationale Konkurrenz an – mitten in der Stadt, in rein elektrischen Formelautos.

Die Strecke ist aufgebaut, die Tribünen stehen, Autos und Material sind per DHL sicher in China gelandet, die Fahrer akklimatisieren sich bereits, das Team steigt am Mittwochabend in München in den Flieger nach Peking. Alles ist angerichtet für die Weltpremiere der Formel E, den Beginn eines völlig neuen Kapitels Motorsport-Geschichte: Erstmals wird ein Autorennen mit rein elektrisch angetriebenen Formel-Fahrzeugen ausgetragen. Am nächsten Samstag, um 16:00 Uhr Ortszeit, erlöschen die Startampeln zum ersten Mal.

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Mit dem Start des Rennens geht eine lange und intensive Vorbereitungszeit zu Ende: 2012 wurde die Serie vorgestellt, der Spark SRT_01E im Jahr darauf erstmals öffentlich präsentiert. Im November 2013 schrieb sich Abt Sportsline als siebtes und einziges deutsches Team ein und präsentierte im Februar 2014 als erste Mannschaft seine beiden Fahrer. Im Mai bezogen Ingenieure und Mechaniker das Formel E-Hauptquartier an der Rennstrecke in Donington, wo die insgesamt vier Rennautos (zwei je Fahrer) aufgebaut sowie alle Testfahrten und Simulationen absolviert wurden.

20 Piloten aus zehn Nationen werden am Samstag am Start sein. Mit dem brasilianischen Routinier Lucas di Grassi (30) und dem deutschen Youngster Daniel Abt (21) hat Abt Sportsline seine Wunschbesetzung im Cockpit. Lucas di Grassi verfügt über Erfahrung in der Formel 1 und war als Testfahrer von Anfang an in die Entwicklung der Formel E involviert. Als Audi-Werksfahrer eroberte er 2013 und 2014 das Podium der legendären 24 Stunden von Le Mans und startet parallel in der FIA Langstrecken-WM (WEC). Daniel Abt wurde 2012 Vizemeister der Nachwuchsserie GP3 und bestreitet parallel im zweiten Jahr die GP2-Serie, die als führende Talentschmiede der Formel 1 gilt.

Der Kurs in Peking ist ein 3,453 Kilometer langer temporärer Stadtkurs, der rund um das Olympiastadion und die Olympische Schwimmhalle führt. Laut Simulation erreichen die Autos einen Topspeed von gut 180 km/h und einen Vollgasanteil von rund 75 Prozent. In dem 25 Runden dauernden Rennen dürfen pro Fahrer 56 kWh Energie verbraucht werden – das entspricht in etwa dem Verbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts in einer Woche.

Der Zeitplan der Formel E ist kompakt: Zwei freie Trainings, das Qualifying und das Rennen werden an einem Tag ausgetragen. Los geht es um 8:15 Uhr morgens, die Siegerehrung ist für 17:00 Uhr geplant.

Das ist die FIA Formula E

Die Formel E wird mit rein elektrisch angetriebenen Autos gefahren, die bis zu 230 km/h erreichen und in knapp drei Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Leistung: Im Training und Qualifying 200 kW (270 PS), im Rennen 150 kW (202,5 PS) plus 30 kW Fan-Boost. Während des etwa einstündigen Rennens gibt es einen Boxenstopp, bei dem das Auto gewechselt wird. Abt ist das einzige deutsche Team im internationalen Feld mit Mannschaften aus den USA, Indien, China und Europa. Die Ex-Formel-1-Stars Alain Prost und Jarno Trulli sowie Abenteurer Richard Branson und Schauspieler Leonardo Di Caprio sind mit eigenen Teams dabei.

Mehr als zehn Piloten verfügen über Erfahrung in der Formel 1. Die Formel E trägt ihre Rennen nicht auf permanenten Rennstrecken, sondern auf Stadtkursen aus. Nach dem Auftakt geht es nach Putrajaya (Malaysia), Punta del Este (Uruguay), Buenos Aires (Argentinien), Miami und Long Beach (beide USA), Monaco und Berlin sowie nach London (Großbritannien). Das Punktesystem ist analog zur Formel 1 (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1) mit zusätzlichen Punkten für die Pole-Position (3) und die schnellste Rennrunde (2).

Das sagen Fahrer und Teamchef

Hans-Jürgen Abt: „Mit dem ersten Rennen der Formel E beginnt für Abt Sportsline ein neues Kapitel in unserer gut 60 Jahre langen Motorsport-Geschichte. Unser Ziel ist immer gleich: Wir wollen Rennen gewinnen und um den Titel fahren. Mein Dank geht schon jetzt an unser Team, unsere Partner und die vielen Unterstützer im Hintergrund, die dieses Abenteuer möglich gemacht haben. Wir wollen uns am liebsten mit einem Pokal für die harte Arbeit belohnen.“

Daniel Abt: „Ich bin stolz, ein Teil der Formel E-Familie zu sein. Definitiv werde ich mit Gänsehaut in die Startaufstellung von Peking fahren. Ich starte nach fünf Jahren zum ersten Mal wieder als Abt für Abt Sportsline. Schon die Vorbereitung war nicht nur intensiv und erfolgreich, sondern hat auch jede Menge Spaß gemacht. Diese gute Stimmung nehmen wir jetzt mit und wollen Peking rocken.“

Lucas di Grassi: „Ein tolles Gefühl, bei dem Beginn einer neuen Motorsport-Ära, dem ersten Rennen mit Elektroautos, am Start sein zu dürfen. Ich habe diese neue Serie von Anfang an begleitet und dieser Kreis schließt sich für mich persönlich jetzt in Peking. Was unsere Erwartungen angeht: Wir haben die vergangenen Monate optimal genutzt, um für alle Eventualitäten zu trainieren. Wir haben das Team und das Auto, um um den Sieg zu fahren. Wir sind bereit!“

Das sind die Partner des Teams

Abt-Marketingchef Harry Unflath ist es gelungen, auch für das Engagement in der Formel E einen Kreis namhafter Unterstützer zu gewinnen, die mit dem Team gemeinsam das neue motorsportliche Abenteuer angehen: Die Schaeffler-Gruppe ist exklusiver Technologie-Partner und wirbt mit seinen Logos auf beiden Autos. Die Deutsche Post (Daniel Abt) und DHL eCommerce (Lucas di Grassi) sind auf beiden Autos mit unterschiedlichen Designs präsent. Telefunken und Würth Elektronik hatten sich bereits früh zu Abt und der Formel E bekannt. Und last but not least bringt Warsteiner nicht nur sein Logo aufs Auto, sondern sehr zur Freude aller auch „German Beer“ in das internationale Fahrerlager der FIA Formula E. Audi unterstützt das Engagement von Abt mit der Freigabe ihres Werksfahrers Lucas di Grassi.

Hier können Fans die Formel E sehen

In Deutschland hat sich Sky die exklusiven Rechte gesichert. Die Übertragungen beinhalten jeweils eine halbe Stunde Vorberichterstattung und eine viertelstündige Analyse nach dem Rennen. Sascha Roos und Sven Heidfeld werden kommentieren. Das Premierenrennen zeigt Sky am 13. September, ab 9:30 Uhr live auf Sky Sport HD 1. Die Highlights sind anschließend in der öffentlichen Mediathek kostenfrei für alle Motorsport-Fans verfügbar.