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VW Scirocco Cup
16.08.2012

Volkswagen bringt Rallye-Weltmeister zum Nürburgring

Vier Rallye-Piloten der Extraklasse, die es zusammen auf sechs WM-Titel und 75 Siege bringen, messen sich in der Legenden-Wertung beim siebten Lauf des Volkswagen Scirocco R-Cup auf dem Nürburgring (17. - 18. August). Dabei bekommt es Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier mit drei Altmeistern des gepflegten Driftens zu tun: Markku Alén, Juha Kankkunen und Carlos Sainz.

„Sich mit diesen Stars des Rallye-Sports messen zu dürfen, stellt für unsere Cup-Fahrer am Nürburgring eine besondere Herausforderung dar. Ich bin mir sicher, dass sich gerade unsere jungen Piloten von den Altmeistern auch auf der Rundstrecke noch einiges abgucken können“, sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito.

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Auf der Kurzanbindung des Nürburgrings stellen sich Markku Alén, Juha Kankkunen, Carlos Sainz und Sébastien Ogier den 21 permanenten Startern des Volkswagen Scirocco R-Cup. Dabei sollten die Stammfahrer allerdings nicht auf eine eventuelle Unerfahrenheit der Rallye-Stars auf der Rundstrecke hoffen:
Alle haben im Lauf ihrer erfolgreichen Karrieren schon bewiesen, dass sie nicht nur im Wald, sondern auch auf permanenten Rennstrecken flott um die Kurven kommen. So hat Markku Alén (61) beispielsweise einen Start beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans ebenso in seiner Vita stehen wie vier Gastrennen in der DTM für Alfa Romeo.

Sein finnischer Landsmann Juha Kankkunen (53) war 1988 der erste Sieger beim Race of Champions. Als einziger Legenden-Starter am Ring hat er sogar schon Erfahrung aus zwei Einsätzen im Volkswagen Scirocco R-Cup. „Für uns alte Hasen ist das immer wieder eine tolle Sache: Wir treffen Freunde aus alten Zeiten und können zeigen, wer heutzutage der Beste von uns ist“, sagt Kankkunen. Beim Saisonfinale 2010 in Hockenheim wurde er Zweiter der Legenden-Wertung. Ein Jahr später, an gleicher Stelle, war er schnellster Legenden-Starter.

Auch der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz war für Volkswagen schon auf der Rundstrecke im Einsatz. So startete der Spanier 2009 mit einem Volkswagen Scirocco GT24 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und sammelte bereits Erfahrung im Volkswagen Scirocco R-Cup. „So enge Duelle habe ich im Motorsport bisher selten erlebt“, sagt er. „Ich bin gespannt, wie meine Rallye-Kollegen damit klarkommen, wenn plötzlich andere Autos neben ihnen sind.“

Sébastien Ogier (28) ist der erste Pilot den Volkswagen für seinen 2013 beginnenden Einsatz in der Rallye-WM als Werksfahrer verpflichtet hat. „Eine Woche vor der Rallye Deutschland ist der Start im Scirocco R-Cup eine schöne Abwechslung. Dabei gegen Legenden wie Markku Alén, Juha Kankkunen und Carlos Sainz anzutreten, ist natürlich eine tolle Sache“, sagt der Franzose vor seinem Start, dem am Wochenende darauf sein Einsatz bei der ADAC Rallye Deutschland rund um Trier folgt. Dort setzt Volkswagen seine Tests zur Vorbereitung auf den offiziellen Einstieg in die Rallye-WM 2013 fort.

Obwohl der Franzose in dieser WM-Saison nur zu Testzwecken in einem im Vergleich mit aktuellen WRC-Autos leistungsschwächeren Super-2000-Fahrzeug der Konzernmarke Škoda startet, hat er bereits 23 WM-Punkte eingefahren und liegt in der WM-Wertung damit aktuell auf dem zwölften Gesamtrang. Dass der Franzose auch mit dem Scirocco bestens zurechtkommt, bewies er mit seinem eindrucksvollen Sieg beim Race of Champions 2011 in Düsseldorf.

Kurzbiografien der Legenden-Starter

Markku Alén  (geb. am 15. Februar 1951 in Helsinki/FIN) feierte seinen größten Erfolg 1978 mit dem Gewinn des FIA Rally Cup, der damals noch inoffiziellen Rallye-Weltmeisterschaft. Erst ein Jahr später bekam die Serie offiziell ihren WM-Status. Alén siegte danach noch bei 19 WM-Rallyes. 1986 und 1988 wurde er jeweils Vizeweltmeister. Wegen seines spektakulären Fahrstils verpassten ihm seine Fans den Spitznamen „Mister Maximum Attack“.

Juha Kankkunen  (geb. am 2. April 1959 in Laukaa/FIN) war mit vier Titeln (1986, 1987, 1991 und 1993), 23 Siegen bei Rallye-WM-Läufen und 821 WM-Punkten lange Zeit Rekordhalter in der Rallye-Weltmeisterschaft. Kankkunen gewann zudem die Rallye Dakar (1988). Im gleichen Jahr siegte er beim erstmals veranstalteten Race of Champions. Diesen Erfolg wiederholte er 1991.

Carlos Sainz  (geb. am 12. April 1962 in Madrid/E) gehörte nahezu zwei Jahrzehnte zur absoluten Weltspitze im Rallye-Sport. 24 seiner 180 WM-Rallyes gewann „El Matador“, zudem holte der Spanier 1990 und 1992 jeweils den Weltmeistertitel. 2010 siegte Sainz im Volkswagen Race Touareg 2 bei der Rallye Dakar. Sainz ist aktuell als Volkswagen Markenbotschafter eng in die Entwicklung des neuen Polo R WRC eingebunden, mit dem Volkswagen 2013 in die Rallye-Weltmeisterschaft einsteigt.

Sébastien Ogier  (geb. am 17. Dezember 1983 in Gap/F) gewann 2008 die Junioren-Weltmeisterschaft und startete danach für Citroën bei 45 WM-Läufen, von denen er sieben gewann. 2011 war er WM-Dritter. Seit 2012 ist Ogier Volkswagen Werkspilot und wird 2013 zusammen mit Co-Pilot Julien Ingrassia eines der Teams im neuen Polo R WRC in der Rallye-Weltmeisterschaft bilden.