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Formel 1
11.12.2012

F1-Saisonrückblick: Red Bull Racing

Red Bull Racing konnte auch 2012 mit Sebastian Vettel und Mark Webber überzeugen und sicherte sich zum dritten Mal in Folge den Konstrukteurs-WM-Titel sowie den Fahrer-WM-Titel für Sebastian Vettel. Für den amtierende Weltmeister Sebastian Vettel startete die F1-Saison 2012 eigentlich relativ erfolgreich: Beim Saisonauftakt in Australien beendete Vettel sein Rennen hinter dem McLaren-Piloten Jenson Button auf Platz zwei.

Eine Woche später im Malaysia sah die Welt für den Deutschen allerdings nicht mehr so rosig aus: Bei dem verregneten Chaos-Rennen kollidierte Vettel mit dem HRT-Piloten Narain Karthikeyan und beendete das Rennen außerhalb der Punkte auf Platz elf.

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Beim Großen Preis von China war der grundlegende Speed zwar vorhanden, allerdings schaffte es Vettel im Qualifying dennoch lediglich auf Platz elf. Im Rennen konnte Vettel sich auf Platz fünf nach vorne kämpfen. In den Medien wurde zu diesem Zeitpunkt bereits diskutiert, ob Vettel 2012 überhaupt Chancen auf den Titel hätte, da er nach drei Rennen in der Meisterschaft auf Platz fünf lag. Die Erlösung folgte beim GP in Bahrain: Mit einer fehlerlosen Glanzleistung sicherte sich Sebastian Vettel seinen ersten Sieg in der F1-Saison 2012, vor Kimi Räikkönen und Romain Grosjean. Dennoch brachte der Sieg in Bahrain nicht den gewünschten Durchbruch im Titelkampf.

In den folgen Rennen sicherte sich Vettel zwar gute und respektable Punkteplatzierung und in Großbritannien auch einen dritten Platz, allerdings konnte er in der WM nicht ganz mit Fernando Alonso und dem Teamkollegen Mark Webber mithalten. Insbesondere ein technisch bedingter Ausfall in Valencia (Defekt der Lichtmaschine) warf Vettel in der WM weit nach hinten.

Nach der Sommerpause in Belgien meldete sich Sebastian Vettel mit einem zweiten Platz wieder im Titelkampf zurück, doch auch dieses Mal brachte diese starke Performance keinen Durchbruch: Eine Woche später in Italien bekam Vettel zunächst eine Strafe aufgrund eines Überholmanövers gegen Fernando Alonso und im weiteren Verlauf des Rennens kam es zu einem weiteren Defekt der Lichtmaschine und er beendete das Rennen nur auf Position 22.

In den sieben verbliebenen Rennen legte Sebastian Vettel allerdings eine beeindruckende Aufholjagd auf Alonso hin: In Singapur, Japan, Korea und auch Indien sicherte sich Vettel jeweils einen Sieg und fand so zurück in den Titelkampf, führte seit dem Korea GP wieder die Weltmeisterschaft an. In Abu Dhabi stellte Vettel seinen RB8 wieder auf Pole und alles sah nach einem weiteren Sieg des Deutschen aus. Da allerdings zu wenig Benzin im Auto war, wurde er in der Startaufstellung auf den letzten Platz verbannt. Doch dank einem unglaublichen Speed, einer starken Performance und der Safety-Car-Phasen schaffte Vettel es am Ende des Rennens noch auf Platz drei. In Austin folgte ein weiterer zweiter Platz und mit 13 Punkten Vorsprung auf Alonso reiste er zum Saison-Finale nach Brasilien.

In Brasilien sah es – nachdem Vettel in eine Startkollision verwickelt wurde – nicht mehr gut aus im Titelkampf. Doch wie schon zuvor in Abu Dhabi kämpfte sich Vettel mit einer unglaublichen Leistung bei dem wohl chaotischsten Grand Prix des Jahres auf Platz sechs und sicherte sich somit seinen dritten WM-Titel in Folge.

Ein anderes Bild zeigte sich bei Vettels Teamkollegen Mark Webber: Für den Australier lief es in der ersten Saisonhälfte sehr gut, einige Zeit wurde er sogar als einziger Konkurrent Alonsos im Titelkampf gesehen. In den ersten vier Rennen konnte Webber jeweils mit sehr konstanten Leistungen überzeugen und sicherte sich vier vierte Plätze. Beim Großen Preis von Spanien hatte er mit den Reifen zu kämpfen und beendete sein Rennen außerhalb der Punkte auf Platz elf.

Wiedergutmachung folgte allerdings zwei Wochen später in Monaco, wo Webber sich mit einer fehlerlosen Glanzleistung seinen zweiten Sieg im prestigeträchtigen Monaco sicherte. Ein weiterer Sieg folgte einige Zeit später in Großbritannien. Was sich allerdings zeigte, war, dass Webbers konstante Leistungen im Rennen etwas nachließen und auch die Ergebnisse im Qualifying nicht mehr überzeugend waren.

Die verbliebenden Europa-Rennen beendete Mark Webber auf Punkteplatzierungen im hinteren Bereich, die zwar wichtige Punkte für Red Bull im Kampf um den Konstrukteurs-Titel brachten, allerdings Webber in der Fahrer-WM nicht weiterhalfen. Sowohl in Italien als auch in Singapur verhinderten die Reifen und missglückte Strategien Top-10-Platzierungen.

Trotz eines zweiten Platzes in Korea und einem dritten Platz in Indien konnte Webber sich im Titelkampf nicht weiter behaupten, insbesondere wegen zwei unverschuldeter Ausfälle in Abu Dhabi (Kollision) und Austin (Defekt der Lichtmaschine). Daher beendete er seine Saison, die so gut angefangen hatte, am Ende lediglich auf Platz sechs in der WM-Wertung.

Die erfolgreiche Saison 2012 von Red Bull Racing und der dritte Konstrukteurs- und Fahrer-Titel-Gewinn in Folge zeigen, dass sich Red Bull in der Formel 1 etabliert und nicht mehr den Ruf als „Party-Team“ hat, sondern als das Team gilt, dass es in der Königsklasse zu schlagen gilt.

Text: Antonia Grzelak – motorsport-xl.de