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Formel 1
16.12.2012

F1-Saisonrückblick: Mercedes GP

2012 war für Mercedes ein schwieriges Jahr: Zu Saisonbeginn wirkte das Team noch stark und Nico Rosberg gewann sogar den Großen Preis von China, im Verlauf der Saison nahm die Performance allerdings ab und mehr als ein weit abgeschlagener WM-Platz fünf war am Ende nicht möglich. Nico Rosberg startete aufgrund der sehr verheißungsvollen Ergebnisse bei den Tests vor Saisonbeginn hochmotiviert in die Saison 2012.

Die ersten beiden Rennen waren allerdings eine herbe Enttäuschung: Das Auftaktrennen beendete Rosberg auf Platz zwölf, den Malaysia-Grand Prix auf Position 13. Der Wendepunkt kam beim folgenden Gran Prix von China: Nico Rosberg sicherte sich sowohl die Pole-Position als auch seinen ersten Formel 1-Sieg.

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Von diesem Zeitpunkt an war Rosberg ein dauerhafter Punkte-Kandidat, in Monaco schaffte er es sogar mit einer starken Performance auf den zweiten Platz. Nach dem Rennen in Monte Carlo wurden die Ergebnisse wieder etwas enttäuschender: In Kanada und Valencia beendete der Deutsche seine Rennen auf einem neunten Platz, in Großbritannien schaffte er es nicht in die Punkte. In den beiden letzten Rennen vor Ende der ersten Saisonhälfte konnte er mit zwei zehnten Plätzen noch einmal punkten, allerdings war ein zehnter Platz im Vergleich mit den überzeugenden Ergebnissen in den vorherigen Rennen zu wenig.

In den neun verbliebenen Rennen nach der Sommerpause fand sich Nico Rosberg noch zwei Mal in den Punkten wieder – ein siebter Platz in Monza und ein fünfter Platz in Singapur. Aufgrund mittelmäßiger Start-Positionen, missglückten Strategien oder Unfällen wie in Japan, Korea und Abu Dhabi machten weitere Punkte-Platzierungen unmöglich und somit beendete Rosberg seine Saison, in der er seinen ersten Grand Prix-Sieg feiern durfte, auf einem neunten Platz in der WM.

Michael Schumacher hatte mit noch mehr Problemen zu kämpfen als Rosberg: In den ersten sieben Rennen fiel der Rekordweltmeister fünf Mal aus – ein Mal durch eine Kollision mit dem Williams-Piloten Bruno Senna (GP von Spanien) und vier Mal technisch bedingt. Somit hatte Schumacher nach den ersten sieben Rennen lediglich zwei Punkte auf seinem Konto.

Einen Lichtblick gab es für den siebenfachen Weltmeister allerdings allemal, da er es im Fürstentum Monaco auf die Pole-Position schaffte. Allerdings musste er aufgrund einer Strafe vom Rennen in Spanien (Verursachung der Kollision mit Bruno Senna) in der Startaufstellung nach hinten und fiel am Ende wegen Problemen beim Benzindruck aus. Ein weiteres positives Ereignis folgte beim Großen Preis von Europa in Valencia: Mit einer brillianten Strategie schaffte es Schumacher auf Platz fünf und profitierte von der Kollision von Pastor Maldonado (Williams) und Lewis Hamilton (McLaren) und sicherte sich so seine erste Podiumsplatzierung seit seinem Comeback.

Auch in den folgenden Rennen schaffte es Schumacher häufiger in die Punkte, allerdings ließ die Performance des Mercedes im Verlauf der Saison mehr und mehr nach und seit dem Singapur-Grand Prix (Schumacher verursachte einen Unfall mit dem Toro Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne und fiel aus) gelang ihm keine Top-10-Platzierung mehr, was zu großen Teilen auch mit mangeldem Speed im Qualifying zusammenhing.

Für mehr Schlagzeilen sorgte in der Zwischenzeit Schumachers endgültiges Formel 1-Aus, welches er verkündete, nachdem der McLaren-Pilot Lewis Hamilton seinen Wechsel zu Mercedes offiziell bekanntgab. Das Saison-Finale in Brasilien markierte somit das Ende einer Ära in der Formel 1 und war damit ein sehr besonderes, von der Titel-Entscheidung abgesehen. Seinen letzten Grand Prix beendete Michael Schumacher auf einem respektablen siebten Platz und verabschiedete sich damit würdig aus der Königsklasse.

Mercedes hatte 2012 mit Höhen und Tiefen zu kämpfen, letzten Endes mit mehr Tiefen. Ob die Verpflichtung von Lewis Hamilton 2013 den erhofften Durchbruch bringen kann, bleibt abzuwarten.

Text: Antonia Grzelak - motorsport-xl.de