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ALMS
09.03.2012

Porsche mit sieben Werksfahrern beim Jubiläumsklassiker

Eines der berühmtesten Langstreckenrennen der Welt wird 60: Der Zwölf-Stunden-Klassiker auf dem Sebring International Raceway ist das älteste und härteste Sportwagenrennen in den USA. Bei der Jubiläumsveranstaltung am 17. März auf dem legendären Flugplatzkurs im Herzen Floridas startet nicht nur die American Le Mans Series in die Saison.

Die Fans erleben gleichzeitig die mit Spannung erwartete Premiere der neuen Langstreckenweltmeisterschaft World Endurance Championship sowie den ersten Renneinsatz des in vielen Bereichen verbesserten Porsche 911 GT3 RSR. Als erfolgreichster Hersteller in der Geschichte des Rennens ist Porsche in Sebring mit sieben Werksfahrern stark vertreten.

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Am 15. März 1952 wurde das Zwölf-Stunden-Rennen erstmals ausgetragen. In der Siegerliste haben sich Rennfahrergrößen wie Juan Manuel Fangio, Phil Hill, Dan Gurney, Jacky Ickx und Mario Andretti verewigt. Auch Hollywood-Stars erfüllten sich in Sebring ihren Rennfahrertraum: Steve McQueen zum Beispiel belegte 1970 mit einem Porsche 908 den zweiten Platz.

Der 5,954 Kilometer lange Sebring International Raceway mit seinen 17 Kurven wurde auf einem ehemaligen Militärflugplatz gebaut und ist berüchtigt wegen seiner vielen Bodenwellen. Dazu kommen die meist sehr hohen Temperaturen. Die Belastungen für Fahrzeuge und Fahrer machen das Rennen zu einem echten Härtetest für die 24 Stunden von Le Mans.

Mit dem vom Team Felbermayr-Proton eingesetzten neuen Porsche 911 GT3 RSR starten die Porsche-Werksfahrer Marc Lieb (Ludwigsburg), Richard Lietz (Österreich) und Patrick Pilet (Frankreich) in Sebring in die neue World Endurance Championship. In der American Le Mans Series gehen die Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld), Patrick Long (USA) und Marco Holzer (Lochau) mit Flying Lizard Motorsports auf Titeljagd. Für das Team Falken Tire ist Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) zusammen mit Bryan Sellers (USA) und Martin Ragginger (Österreich) am Start. Der starken Konkurrenz von BMW, Corvette, Ferrari, Jaguar und Lamborghini in der GT-Klasse stellen sich auch Sascha Maassen (Aachen), Bryce Miller (USA) und Rob Bell (Großbritannien) für Miller Racing sowie die Amerikaner Darren Law, Seth Neiman und Andy Lally im zweiten Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports.

Hartmut Kristen, Porsche Motorsportchef: „Das Rennen auf der anspruchsvollen Strecke ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Standortbestimmung – als Premiere der neuen FIA World Endurance Championship, als Saisonauftakt der American Le Mans Series und als Feuertaufe für den neuen 911 GT3 RSR, mit dem wir unseren Kundenteams ein ausgereiftes Hochleistungsrennfahrzeug zur Verfügung stellen. Das Aufeinandertreffen der Teams aus den USA und Europa sorgt für zusätzliche Spannung.“

Marc Lieb: „Sebring ist das härteste Rennen des Jahres, härter als die 24 Stunden von Le Mans. Das liegt an der Strecke mit ihren vielen Bodenwellen. Für uns geht es vor allem darum, gut in die World Endurance Championship zu starten. Ich freue mich unheimlich auf diese neue Herausforderung.“

Richard Lietz: „Dass Sebring das Auftaktrennen der World Endurance Championship ist, macht es für uns zu einer ganz besonderen Herausforderung. Wir wollen natürlich mit möglichst vielen Punkten in die Saison starten. In Sebring darfst du aber nicht den kleinsten Fehler machen, sonst hast du keine Chance.“

Patrick Pilet: „Ich freue mich auf die Rückkehr nach Sebring. Das ist ein fantastisches Rennen. Ich werde mein Bestes geben, um Marc und Richard zu einem möglichst erfolgreichen Saisonstart in der World Endurance Championship zu verhelfen.“

Jörg Bergmeister: „Sebring ist ein sehr spezielles Rennen auf einer sehr speziellen Strecke. Mit unserem stark verbesserten RSR haben wir auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorne gemacht. Allerdings haben beim Testen nicht alle unsere Konkurrenten die Karten auf den Tisch gelegt. Ich denke, dass wir erst im Rennen sehen werden, wo wir stehen.“
Patrick Long: „Wer im Kampf um die Meisterschaft ein Wort mitreden will, muss in Sebring weit vorne sein. Es ist das Rennen, bei dem die meisten Extrapunkte zu holen sind. Für uns ist es bereits die vierte Saison mit dem Team von Flying Lizard Motorsports. Das ist sicherlich ein Vorteil.“

Marco Holzer: „Sebring ist ein langes und hartes Rennen, das einem als Fahrer alles abverlangt. Eine Herausforderung, die sehr viel Spaß macht. Ich freue mich vor allem darauf, diesen Klassiker zusammen mit Jörg und Patrick im weiterentwickelten RSR fahren zu dürfen.“

Wolf Henzler: „Im ersten Rennen der Saison werden die Karten neu gemischt. Unser neues Auto ist definitiv eine Verbesserung. Wir haben bereits in Sebring getestet, werden aber noch etwas Zeit brauchen, um den passenden Reifen und die entsprechende Fahrwerkabstimmung zu finden. Wir sind aber auf einem guten Weg.“

Als Topmodell der Kundensportfahrzeuge von Porsche Motorsport geht der Porsche 911 GT3 RSR mit umfangreichen Modifikationen in die Rennsaison 2012. Besonders auffallend ist die Verbreiterung der Karosserie um 48 Millimeter. Das aerodynamische Konzept wird durch eine neue Führung der Ansaugluft ergänzt. Der besonders effiziente Sechszylinder-Boxermotor leistet, bedingt durch einen vom Reglement vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer, 460 PS (338 KW) und treibt die 310 Millimeter breiten Hinterräder an. Der Durchmesser der Vorderräder wächst auf 680 Millimeter.

Mit 18 Gesamt- und 64 Klassensiegen ist Porsche der erfolgreichste Hersteller in der Geschichte der 12 Stunden von Sebring. Den ersten Gesamtsieg holten 1960 Hans Herrmann und Olivier Gendebien mit dem Porsche RS 60. In Anerkennung seiner Erfolge und seiner Verdienste um das Rennen wird Hans Herrmann in diesem Jahr in die Sebring Hall of Fame aufgenommen. In einer einzigartigen Erfolgsserie von 1976 bis 1988 feierte Porsche 13 Gesamtsiege hintereinander, mit Fahrern wie Hurley Haywood, Al Holbert, Brian Redman, Bob Wollek, A.J. Foyt, Bobby Rahal und Hans-Joachim Stuck. Der letzte Porsche-Gesamterfolg ging 2008 auf das Konto von Timo Bernhard, Romain Dumas und Emmanuel Collard im von Penske Racing eingesetzten RS Spyder. In diesem Jahr sicherten Jörg Bergmeister, Wolf Henzler und Marc Lieb Porsche mit dem 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports auch den Sieg in der Klasse GT2.

Das Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring startet am Samstag, 17. März, um 10.30 Uhr Ortszeit (16.30 Uhr MEZ) und wird auf www.alms.com live im Internet übertragen. Das GT-Qualifying ist am Freitag ab 21.20 Uhr MEZ unter www.porsche.com/alms-live zu sehen.
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