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Rallye Allgemein
17.05.2011

Youngster schlägt Routinier

Nach über 142 gefahrenen Kilometern auf Bestzeit feiert das Robot-Racing-Team den Gesamtsieg von Felix Herbold / Michael Kölbach (Ismaning / Winterwerb) auf ihrem Ford Fiesta S2000 bei der AvD-Sachsen-Rallye. Den Youngstern gelang es, die sechsfachen Deutschen Rallye Meister Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb) mit einem Vorsprung von 51,9 Sekunden auf Platz zwei zu verweisen.

Schnellste Porsche-Piloten wurden erneut Olaf Dobberkau / Alexandra König (beide Schleusingen), die das Podium komplettieren. Durch ein technisches Problem verloren Daniel Schmidt / Jürgen Breuer (Hartenstein / Ellgau) ihren Sieg im Rahmen der AvD-HJS Diesel Rallye Masters an die Führenden der Meisterschaft Björn Mohr / Oliver Becker (Heringen / Oberjossa).

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Siegesfahrt von Felix Herbold
Belohnt wurde der Gesamtsieg von Felix mit einem Audi A3 Sportback, der ihm zukünftig als Dienstwagen von Preisroboter bereitgestellt wird. Wolfram Keil (Geschäftsführer von Preisroboter), überreichte dem fast sprachlosen Felix das Auto nach der Zieldurchfahrt. „Das ist einfach gigantisch. Ich freue mich so für das Team, dem ich gerne diesen Sieg widme“, kommentierte Felix seine Zielankunft. Vorausgegangen war am Freitagabend ein spannender Kampf mit den schwäbischen Youngstern Mark Wallenwein / Stefan Kopczyk (Stuttgart / Heilbronn), die zunächst die Rallye anführten. Eine Bestzeit Herbolds auf dem abschließenden Rundkurs an der Glück-Auf-Brücke verhalf dem Ismaninger Studenten, das Etappenziel mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden zu beenden. „Wir fahren hier unseren Rhythmus und möchten uns weiter mit dem Fiesta vertraut machen“, berichtete Herbold. Am 2. Tag der AvD-Sachsen-Rallye zeigte sich, dass Felix das Tempo der Spitzengruppe bestimmte. Sukzessive vergrößerte er seinen Vorsprung. Bereits auf der 2. Wertungsprüfung (WP) des Tages verabschiedeten sich als Konkurrenten das Ehepaar Zeltner im Porsche (Lichtenstein), die bis dato auf einem guten 3. Gesamtrang lagen. Pech hatte auch Mark Wallenwein, der auf der gleichen Prüfung einen Plattfuß hatte und beim Wechseln über 4 Minuten verloren hatte. Somit konnte Felix Herbold nur noch einer gefährlich werden: Matthias Kahle, der trotz rasanter Fahrt nicht ganz an die Zeiten des Ismaninger herankam. „Wir haben zwar intensiv getestet, aber trotzdem alles gegeben“, erklärte Matthias im Ziel. „Es ist eine tolle Leistung, die Felix hier gezeigt hat. Vor allem, dass er nach dem Brand seines Fahrzeugs die Nerven behalten und weiterhin gute Zeiten gefahren ist, beweist seine mentale Stärke.“ Auf der Verbindungsetappe zwischen WP 11 und 12 brach im Heck des Fiesta ein kleines Feuer aus, das mit Hilfe der Feuerlöscher an Bord und der Unterstützung Mark Wallenweins schnell gelöscht war. „Das war schon eine ganz schöne Schrecksekunde, als wir das brennende Heck im Rückspiegel sahen. Toll fand ich die Hilfe unserer Mitbewerber, die uns somit auch ein wenig zu unserem Sieg verholfen haben.“

Kampf um die Platzierung 3-5
Hinter Matthias Kahle hatten noch 3 Piloten die Chance auf den 3. Platz. Am Samstagmittag sicherte sich zunächst der Zwickauer Maik Stölzel diese Platzierung. Olaf Dobberkau witterte im Laufe des Tages Rückenwind und beschloss zu attackieren, was mit Erfolg gekrönt wurde. „Das war ein unheimlicher heißer Ritt. Bei mir hat es am Nachmittag „klick“ gemacht, als Peter Corazza immer näher rückte. Da haben wir mächtig Gas gegeben und sind sogar an Maik vorbeigezogen. Alexandra und ich freuen uns mächtig über diesen 3. Platz, den wir uns heute mit unserem Team hart erkämpft haben.“ Auch Peter Corazza / Ronald Bauer (Oelsnitz / Neumark) steigerten sich in der 2. Etappe. Gerade auf Schotter erzielte Corazza sehr gute Zeiten und sicherte sich die Bestzeit auf der letzten WP. „Das war schon eine ganz schön heiße Fahrt. Wir freuen uns, dass wir trotz aller unserer Probleme noch den 4. Gesamtrang erkämpfen konnten“, so Corazza. Trotz seines 5. Platzes zeigte sich Maik Stölzel im Porsche 911 GT3 recht zufrieden. „Nach dem Pech im vergangenen Jahr bin ich froh, endlich bei meiner Heimrallye das Ziel zu sehen. Wir hatten auch ein paar kleinere Problemchen. Die werden jetzt ausführlich analysiert, bevor wir bei den nächsten Läufen zur Deutschen Rallye Serie (DRS) wieder angreifen werden“, berichtete Stölzel.

Gute Ergebnisse für Zwickauer und Chemnitzer Automobilclubs
Maik Förster / Simon-Peter Fröhlich (Jahnsdorf / Stollberg) schaffen es in ihrem Mitsubishi Lancer Evo6, auf einen guten 8. Gesamtrang. „Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit vielen Rallyefans und einer klasse Organisation“, schwärmt Förster im Ziel. Ein Platz hinter ihm kamen Ron Schumann / Tino Krajewski (Limbach-Oberfrohna / Jahnsdorf) mit ihrem BMW 320is ins Ziel, die auch für den Chemnitzer AMC an den Start gingen. Sie gewannen ihre Klasse vor Mark Muschiol / Jenny Gäbler (Chemnitz / Pößneck), die gewohnt den Renault Clio Ragnotti mit dabei waren. Zweitschnellster Zwickauer hinter Maik Stölzel wurde Daniel Voigt im Honda Civic auf Gesamtrang 11, der damit auch den 3. Platz in seiner Klasse belegte.

Björn Mohr bleibt Dauersieger im AvD-HJS Diesel Rallye Masters
Bis kurz vor Ende der Rallye führten Daniel Schmidt / Jürgen Breuer (Hartenstein / Ellgau) in ihrem Skoda Fabia RS. Leider platzte auf den letzten Prüfungen der Turboschlauch. Sie mussten sich als „Saugdiesel“ ins Ziel schleppen und verloren ihre Führung an Björn Mohr / Oliver Becker im Opel Astra GTC. „Der moralische Sieger dieser Rallye heißt für uns Daniel Schmidt“, betonte Björn Mohr im Ziel. Den 3. Platz belegten Thomas Hölzlhammer / Tina Annemüller (Hochheim / Vesser), die erstmalig mit einem Fiat Grande Punto Abarth gestartet waren.

Dobberkau führt DRS an
Die AvD-Sachsen-Rallye war der Auftakt zur Deutschen Rallye Serie (DRS) des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Olaf Dobberkau führt jetzt mit 36 Punkten vor 7 Piloten, die punktgleich auf Rang 2 liegen. Dazu zählen Ron Schumann, Mario Kunstmann, Björn Mohr, Jan Horlbeck, Sepp Wiegand, Dirk Knüpfer und Lars Meyer, die als Klassensieger alle 30 Punkte auf ihrem Konto haben. Alle weiteren Ergebnisse der DRS finden Sie unter www.drs.ag/Punktestand.html. Der nächste Lauf findet bei der DMV-Thüringen Rallye in 3 Wochen statt, der im Saale-Orla-Kreis rund um Pößneck stattfindet.

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