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Le Mans Series
02.09.2011

Porsche-Piloten freuen sich auf Traditionskurs

Auf der traditionsreichen Rennstrecke in Silverstone trägt die Le Mans Series am 11. September ihren vierten und vorletzten Lauf in diesem Jahr aus. Das Ziel der Porsche-Werksfahrer und Titelverteidiger Marc Lieb (Ludwigsburg) und Richard Lietz (Österreich) ist ein Podiumsplatz in der Klasse GTE Pro.

In der Kategorie GTE Am wollen die Franzosen Nicolas Armindo und Raymond Narac mit dem Porsche 911 GT3 RSR in 2010 Version ihre Führung in der Fahrerwertung verteidigen. Das Rennen zählt auch als fünfter Saisonlauf des Intercontinental Le Mans Cup.

Das Rennen
Das 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs in den britischen Midlands nahe Birmingham ist seit 2004 einer der Höhepunkte im Kalender der Le Mans Series. Es ist der letzte Lauf vor dem Saisonfinale am 25. September im portugiesischen Estoril. Auf dem ehemaligen Flugplatz haben Sportwagenrennen eine große Historie. Und mit ihrer Motorsportbegeisterung schaffen die britischen Fans eine ganz besondere Atmosphäre.

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Die Strecke
Nach einem Umbau im vergangenen Jahr ist der Kurs jetzt 5,891 Kilometer lang. Legendäre Kurven wie Copse, Sowe und Brooklands begründeten den Mythos Silverstone, der die Fahrer ebenso in den Bann zieht wie die Fans.

Die Porsche-Fahrer
Neben Marc Lieb und Richard Lietz (Team Felbermayr-Proton) sind vier weitere Porsche-Werksfahrer in Silverstone am Start. Wolf Henzler (Nürtingen) und Patrick Pilet (Frankreich) teilen sich bei IMSA Performance Matmut das Cockpit des 911 GT3 RSR. Ihr Werksfahrerkollege Marco Holzer (Lochau) hat bei ProSpeed Competition den Belgier Marc Goossens als Teampartner. Diese Fahrerpaarungen treten in der GTE-Pro-Kategorie mit der 2011er-Version des 911 GT3 RSR an. In der Sportwagenklasse GTE Am, in der pro Fahrzeug nur ein Profirennfahrer eingesetzt werden darf, gehen drei weitere Elfer auf dem technischen Stand von 2010 ins Rennen.

In dieser Kategorie gewannen Porsche-Teams alle bisherigen Saisonrennen. Dank ihrer Erfolge in Spa-Francorchamps und Imola kommen Raymond Narac und Nicolas Armindo (IMSA Performance Matmut) als Führende der Fahrerwertung nach Großbritannien. Auch Felbermayr-Teameigner Christian Ried (Schönebürg) und Horst Felbermayr Junior (Österreich) haben bereits einen Sieg in Le Castellet geholt. Im dritten Elfer der GTE-Am-Klasse kämpfen für Proton Competition Patrick Long (USA) als sechster Porsche-Werksfahrer und Porsche-Cup-Gewinner Gianluca Roda (Italien) um Punkte im Intercontinental Le Mans Cup.

Stimmen vor dem Rennen

Marc Lieb: „Ich bin immer gerne in Silverstone gefahren, es ist eine tolle Strecke. Mir fehlt nach dem letzten Umbau aber meine frühere Lieblingskurve ‚Bridge’, die unter der Brücke durchführte. Ein Podiumsergebnis wäre toll für das Team, zumal die Saison alles andere als einfach war.“

Richard Lietz: „Silverstone ist eine Lieblingsstrecke von mir, vor allem die schnellen Kombinationen nach Start-Ziel machen jede Runde zu einer Herausforderung. Ich mag die ganze Atmosphäre und die englischen Fans. Sie sind immer unglaublich gut informiert. Das Podium zu erreichen, wird harte Arbeit, aber es ist unser Ziel.“

Wolf Henzler: „Ich war 2004 zum letzten Mal in Silverstone und habe dort ein Porsche-Supercup-Rennen gewonnen. Mittlerweile hat sich die Strecke natürlich verändert, aber das wird mir keine Probleme bereiten. Wir haben das Podium im Blick. Mein Sieg beim ALMS-Rennen in Mid-Ohio gibt mir zusätzlichen Auftrieb.“

Marco Holzer: „Im vergangenen Jahr haben wir uns in Silverstone mit einem fantastischen zweiten Platz aus der Saison verabschiedet. Mir gefällt der neue Teil der Strecke mit den zwei schnellen Kurven und den darauf folgenden langsamen Ecken gut. Ich mag schnelle Kurse prinzipiell sehr gern und hoffe, dass wir an unsere Vorjahresleistung anknüpfen können.“

Patrick Pilet: „Mit ihren zahlreichen Hochgeschwindigkeitskurven gehört Silverstone zu meinen Lieblingsstrecken. Außerdem bieten die neuen Streckenabschnitte einige Überholmöglichkeiten. Vielleicht ist die Streckencharakteristik nicht ideal für unseren Elfer, aber in Silverstone ist – auch wegen des unberechenbaren Wetters – alles möglich.“

Der Porsche 911 GT3 RSR
Der erfolgreichste GT-Rennwagen des Jahres 2010 wurde für 2011 im Detail optimiert. Die Leistung des Vierliter-Sechszylinder-Boxer-Motors stieg auf 455 PS.

Die Porsche-Erfolge
Silverstone ist für Porsche ein ganz besonderes Pflaster. In den seit 2004 auf dem Traditionskurs ausgetragenen sieben Finalläufen der Le Mans Series feierte Porsche-Werksfahrer Marc Lieb im 911 GT3 RSR vier Meistertitel – 2009 und 2010 zusammen mit Richard Lietz. Außerdem gingen diverse Teamtitel und 2010 auch die begehrte Herstellermeisterschaft in der hart umkämpften Sportwagen-Kategorie an Porsche. In der LMP2-Klasse holte Porsche 2008 alle Trophäen: Mit einem Doppelsieg des Sportprototypen Porsche RS Spyder ging die erfolgreiche Saison zu Ende – mit Titelgewinnen in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung.

Die Zeiten
Das Sechs-Stunden-Rennen wird am Sonntag, 11. September, um 11.35 Uhr Ortszeit (MESZ 12.35 Uhr) gestartet. Das Zeittraining für die GTE-Klassen findet am Samstag von 13.35 Uhr bis 13.55 Uhr Ortszeit statt.

TV-Tipp
Eurosport überträgt den Start und die Anfangsphase von 12.30 Uhr bis 14.00 Uhr MESZ live und schaltet sich zum Rennende (17.45 bis 18.30 Uhr MESZ) wieder zu. Dazwischen zeigt Eurosport 2 ab 15.00 Uhr MESZ eine Stunde lang Live-Bilder aus Silverstone.

Die Le Mans Series
In der 2004 erstmals ausgetragenen Le Mans Series (LMS) starten Sportprototypen und GT-Fahrzeuge. Das Reglement basiert auf dem Regelwerk der 24 Stunden von Le Mans. In dieser Saison werden fünf Sechs-Stunden-Rennen in Europa gefahren. Klasse GTE Pro: Die beliebteste Klasse der Fahrzeughersteller (bislang als GT2-Klasse ausgetragen) ist traditionell am stärksten besetzt. Modifizierte Seriensportwagen mit bis zu 500 PS und einem Mindestgewicht von 1.245 Kilogramm. Klasse GTE Am: Wie GTE Pro, aber 2010er-Fahrzeug-Spezifikation. Außerdem darf pro Auto höchstens ein per Reglement definierter Profifahrer eingesetzt werden. Klasse LMP1: Sportprototypen mit bis zu 550 PS und einem Mindestgewicht von 900 Kilogramm.
Klasse LMP2: Sportprototypen mit rund 440 PS starken, in der GT-Klasse homologierten Motoren und 900 Kilogramm Mindestgewicht. Klasse FLM: Prototypen-Markenpokal für den ORECA FLM 09.

Alle Rennwagen starten gleichzeitig, werden aber nach Klassen getrennt gewertet. Punkte gibt es nur für die Platzierung in der jeweiligen Klasse. Meistertitel werden in allen fünf Klassen für Fahrer, Hersteller und Teams vergeben. Mit vier Titelgewinnen 2005, 2006, 2009 und 2010 ist Porsche-Werksfahrer Marc Lieb der erfolgreichste Pilot der Serie.