Samstag, 28. Mai 2022
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Westfield Cup
04.11.2010

Erste Benelux-Klasse fährt mit umweltfreundlichem Kraftstoff

Der Westfield Racing Cup wird 2011 mit ziemlicher Sicherheit mit einem umweltfreundlichen Kraftstoff gefahren. Im Zuge der Weiterentwicklung des beliebten Marken-Cups kommt in der nächsten Saison Bioethanol zum Einsatz. „Hinter den Kulissen wurden bereits längere Zeit Experimente mit dem Ziel durchgeführt, die komplette Rennklasse 2011 mit Bioethanol (E85) fahren zu lassen. Wir wollten die ersten sein, die als komplette Rennklasse in den Benelux-Ländern mit diesem umweltfreundlichen Kraftstoff fährt. Dank des Partners KCPerformance sind wir diesem Ziel um einige Schritte nähergekommen.“

Der Einsatz von Bioethanol (E85) hat im Vergleich zu Benzin einige Vorteile. Nach einer guten Einstellung des MAP-Sensors des Motors zeigt sich bei gleichzeitigem reduziertem Verschleiß ein Leistungsgewinn. Weitere Pluspunkte sind die größere Homogenität und die höhere Oktanzahl (104) von Bioethanol, wodurch sich die Klopffestigkeit des Kraftstoffs erhöht. Innen bleibt der Motor kälter, die Verbrennungstemperatur ist also niedriger, was zu einem geringeren Kühlbedarf und einem gesenkten Verschleiß des Motors führt. Außerdem bleibt der Motor innen sauberer, wodurch er länger mit Erhalt der Leistung gut läuft, ohne dass teure Zusätze oder Premium-Kraftstoffe verwendet werden müssten. Bioethanol sorgt also dafür, dass der Motor besser läuft, schneller reagiert und leichter höhere Drehzahlen erreicht.

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Bioethanol (E85) ist ein umweltschonender Treibstoff mit saubereren Abgasemissionen, dessen Herstellung bei entsprechendem Anbau klimaneutral ist. Für die Experten unter Ihnen meinen wir hier die dritte Generation Bioethanol, bei dem die Ökobilanz eine starke Gewichtung hat. Der höhere Verbrauch bei Bioethanol wirkt sich in der Praxis nicht so ungünstig aus, da er hauptsächlich im Teillastbereich anfällt. Die Westfield Rennwagen fahren viel häufiger als normale Kraftfahrzeuge im Vollastbereich. Dann wirkt sich insbesondere die höhere Ausbeute von Bioethanol positiv aus. Der Verbrauch ist also höher, aber je höher die Motorlast ist, umso geringer wird der relative Mehrverbrauch.

Der Umbau ist relativ einfach: die Einspritzdüsen, die Software und das Ansaugsystem wurden geändert. Auch die Luftzufuhr wurde angepasst. Dies hat auch dazu geführt, dass der Einlasslärm weiter gedämpft wurde. Angesichts der Lärmprobleme, die eine immer stärkere Rolle spielten, ist dies ein wichtiger Vorteil. Weitere Pluspunkte sind, dass der Kraftstoff an immer mehr Stellen einfach erhältlich und außerdem preisgünstiger ist. Anfang 2010 haben Westfield und KCPerformance einander getroffen. Sie sahen es als möglich an, Schritte zum Einsatz von Bioethanol bei den Westfield Cupracers zu unternehmen. Nach umfangreichen Testarbeiten und eine Einstellsitzung des MAP-Sensors auf der Testbank wurden die ersten Tests auf der Strecke durchgeführt. Das Ergebnis ist ein schnelleres Fahrzeug mit einer höheren Leistung und verbesserten Gasannahme.

Während des Rennens am Sonntag, dem 17. Oktober wurde das Fahrzeug für 2011 erneut einem Test unterzogen. Es stellte sich heraus, dass es unter denselben Umständen eine bessere Leistung hat und sich angenehmer fährt. Die gesteigerte Fahrdynamik und Geschwindigkeit ließ sich am absoluten Streckenrekord mit einem Westfield Cup Rennwagen von 1.56.249 des Tages ablesen. Dies bedeutete eine volle Sekunde Zeitgewinn gegenüber dem alten Rekord. Beide wurden von Rudy van Buren erzielt. Für die Essen Motorshow werden wir die genaue Leistung des Rennwagens für 2011 mit Bioethanol (E85) ermitteln. Aufgrund der jetzt verfügbaren Daten ist eine Leistung von etwa 185 PS nicht undenkbar. Was das Marketing betrifft, wird dieser mögliche Umbau der gesamten Klasse einen unglaublichen positiven Medienimpuls vermitteln, von dem diverse Parteien profitieren können.
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