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VLN
19.10.2010

Derscheid Motorsport rutscht aufs Podest

Nur mit fahrerischem Können, einer gehörigen Portion Mut und dem unbedingten Siegeswillen lässt sich ein „Haftungsmanko“ ausgleichen. Beim 9. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) ging der Weg zum Klassensieg für das erfolgsverwöhnte Fahrerduo des Teams Derscheid nur über die drei genannten Attribute.

Die Wetterprognosen veranlassten Rolf Derscheid (Much), neue Regenreifen beim Vor-Ort-Service zu kaufen. Doch die Ffavorisierte Marke war in der für den BMW 318is Coupé erforderlichen Größe nicht mehr in ausreichender Stückzahl verfügbar. Schweren Herzens griff das Team im Rennen auf eine Ausweichmarke zurück, die bisher noch nie auf dem 318is ausprobiert worden war. Somit lagen auch keinerlei Erfahrungen mit dem Reifen vor. Auch wenn nach dem von Regen beherrschten Training der BMW des Teams Derscheid auf Platz eins der Klasse V2 geführt wurde – zufrieden waren weder Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid noch sein Fahrerkollege Michael Flehmer (Heiligenhaus). Die alten Regenreifen zeigten sich mit der Situation überfordert und der Wettbewerb saß den beiden Routiniers förmlich im Nacken. Mit einer Zeit von 12:27 Minuten waren beide zwar neun Sekunden schneller als der direkte Verfolger, aber auf eine Renndistanz von vier Stunden gesehen bedeutete der Vorsprung nichts.

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Michael Flehmer übernahm den Start und hatte nur wenig Zeit sich zu orientieren, denn der Wettbewerber drückte gleich zu Beginn heftig aufs Gas. Dabei musste der sonst so gelassene und routinierte Rennfahrer tief in die Trickkiste greifen: Zu den schwierigen Bedingungen auf der Strecke kam auch noch mangelnde Haftung der Reifen. In Kombination mit einer kilometerlangen Ölspur glichen die Runden von Flehmer eher einem „Eiertanz“ als einem Rennen. Selbst als der Regen eine kurze Verschnaufpause einlegte und die Strecke abtrocknete, bauten die Reifen keinerlei Haftung auf. Flehmer rutschte weiter um den Kurs, bis er in Runde 13 die Box ansteuerte, um den Wagen an seinen Teamchef Rolf Derscheid zu übergeben. Zwischenzeitlich hatte der Regen wieder eingesetzt und Derscheid ereilte das gleiche Schicksal wie Flehmer: Die Reifen drehten sich zwar, bauten aber keine zurfriedenstellende Haftung auf. Auch wenn er den von Flehmer herausgefahrenen Vorsprung mitnehmen konnte, so musste er doch ständig den Rückspiegel im Blick haben, denn der Wettbewerb war gefährlich nahe und wartete nur auf einen Fehler von Derscheid. Nach weniger als vier Stunden wurde das Rennen durch die Verantwortlichen abgebrochen. Der Derscheid BMW hatte bis dahin 17 Runden absolviert und rutschend den ersten Platz verteidigt. Für das Team steht schon jetzt fest, die Klasse V2 in der laufenden Saison gewonnen zu haben. Der Punktevorsprung auf den Zweitplatzierten ist uneinholbar groß.


Der 10. und letzte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 30. Oktober 2010 statt. Die Renndistanz beträgt vier Stunden.
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