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VLN
19.10.2010

Allradwetter bringt Klassensieg für Axel Duffner

Das Gros der Teilnehmer des 9. Laufs zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) stöhnten ob der herrschenden Wetterbedingungen: Strömender Regen, dichte Nebelbänke und eiskalter Wind bestimmten das vergangene Wochenende. Für Axel Duffner aus Homberg-Niederwasser und seine Mitstreiter Peter Venn (Großbritannien) und Walter Nawotka (Cuxhaven) das ideale Wetter, um die Performance des Götz-Audi RS4 auszuspielen.

Dem Schwarzwälder Axel Duffner war selbst eine Stunde nach Zieldurchfahrt die Anspannung noch anzumerken. Hochkonzentriert saß er im Auflieger von Götz Motorsport – so, als säße er noch hinterm Lenkrad des Leistungsmonsters Audi RS4. Es sei sein schlimmstes Rennen in der Eifel gewesen, resümierte er gedankenverloren und stellte die Frage in den Raum, ob Rennenfahren im Oktober wirklich so sinnvoll ist. Doch der Reihe nach: Das schnelle Trio hatte aufgrund guter Fahrzeugvorbereitung von Götz Motorsport keine Befürchtungen wegen des Wetters. Das sollte sich jedoch schnell ändern, denn die Fahrwerkseinstellung stand nach wie vor auf „trocken“. Somit brachte keiner der drei die Leistung des Audis richtig auf den Asphalt. Mit der schnellsten Rundenzeit im Training – 11:30 Minuten – waren weder Duffner noch seine Kollegen so recht zufrieden. Basierend auf den Erfahrungswerten von der Götz-Crew und der Fahrer veränderten die Mechaniker die Einstellung in Richtung „nass“. Gäbe es eine Sintflut-Einstellung, wäre sie die beste Wahl gewesen.

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Der Engländer Peter Venn fuhr den Start von Position eins der Klasse SP8T. Wissend, dass es extrem rutschig ist und ein Langstreckenrennen niemals mit einer schnellen Runde gewonnen wird, hielt er sich mit seinen Attacken zurück. Auch wenn er dabei ein paar Plätze verlor, das Auto blieb ganz und bereits nach einigen Runden hatten sich viele Wettbewerber in die Leitplanken verabschiedet. Für Venn bedeutete dies der Startschuss, weiter nach vorne zu fahren. Runde um Runde machte er Plätze gut und übergab in Runde neun den Wagen an Walter Nawotka. Der Regen war indes schwächer geworden und hatte mancherorts sogar aufgehört, so dass die Piste abtrocknete. Nawotka erhielt profillose Slicks, um weiter anzugreifen. Eine falsche Entscheidung, denn schon bald setzte wieder Regen ein und Nawotka kam erneut in die Box, um Regenreifen montieren zu lassen. Dennoch fuhr er konstant nach vorne und konnte noch ein paar Plätze gut machen. Nach weiteren vier Runden stand der Audi von Götz Motorsport erneut in der Box. Jetzt war die Reihe an Axel Duffner. Der Küchenmeister legte gleich flott los, fand schnell seinen Rhythmus und spielte die gesamte Bandbreite der Audi-Leistung aus. Das geänderte Fahrwerks-Set-Up tat dabei sein Übriges und half dem RS4, seine Leistung komplett auf die Straße zu bringen. Doch für Duffner endete das Rennen schneller als ihm lieb war: Die Rennleitung brach den vorletzten Lauf der Saison wegen heftiger Graupelschauer ab.

Am Ende hieß es für Duffner, seine Fahrerkollegen und die Götz-Crew Platz eins der Klasse und Platz 60 in der Gesamtwertung.
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