Mittwoch, 5. August 2020
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
GTC
05.09.2010

3. Bavarian 24h in Wackersdorf


12.09.1999, die Kartfreunde aus Mülheim gewinnen das zweite Bavarian 24h und fahren dabei 1.357 Rennrunden. Da diese Rundenanzahl in den darauffolgenden zehn Jahren nicht mehr erreicht werden konnte, sprach man schon von einem Jahrhundertrekord.

Das es nun, in der 13. Auflage am ersten Septemberwochenende in Wackersdorf, die Zehn Gebote aus Hagen schafften den alten Rekord um 1 Rennrunde zu verbessern war sensationell. Aber wenn es einer schaffen sollte, dann konnte es eigentlich nur das GTC Rekordteam aus Hagen sein. Die Zehn Gebote gewannen nicht nur die 1te Auflage des Bavarian 24h im Jahr 1998, sie etablierten sich in den letzten 12 Jahren zu dem GTC Team schlechthin. Die meisten Starts, Siege, Pole Positions, schnellste Rennrunden und Meisterschaftspunkte ist ihre, mehr als beeindruckende, Erfolgserie.

Anzeige
Dabei hatten es die Hagener in diesem Jahr nicht einfach. Ihr Dauerrivale, der MSC Oberflockenbach, erwies sich mit dem MS/Honda390 als nur schwer zu knackende Nuss. In Wackersdorf kamen die Odenwälder allerdings schnell aus dem Tritt. Eine Zeitstrafe nach den ersten Boxenstopps wollte man schnell kompensieren und riskierte bei einem kleinen Regenschauer einen Wechsel auf Regenreifen. Dies brachte nicht den erhofften Sprung nach vorn, im Gegenteil. Nachdem wieder Slicks montiert waren strandete die #34 mit gebrochenen Radstehbolzen auf der Strecke. Pace-Kart, bergen und reparieren summierte sich auf über 10 Runden Rückstand. Dies sollte man nicht mehr aufholen können. Die Verfolgerpositionen nahmen andere Mannschaften ein. Das Team Ladypower Germany zum Beispiel. Das erste reine Damenteam in der GTC trumpfte ganz stark auf, fiel aber später mit technischen Problemen zurück. Dann waren da die Cool Runnings, wie die Damen mit einem Briggs&Stratton in der Division II unterwegs. Auf der Strecke schneller als die Zehn Gebote, aber nicht schnell genug um die reglemenstbedingte kürzere Fahrtzeit auszugleichen. Man hielt aber den Druck auf den Spitzenreiter aufrecht, bis in den Nachtstunden der Briggs verendete. Bei den Zehn Geboten lief alles wie am Schnürchen. Ihr Honda 390 machte keine Mucken, man war konstant schnell unterwegs. Die Cool Runnings war man los, für Druck sorgten nun die Division I Teams mit ihren 2x Honda GX200 befeuerten Karts. Allen voran der dreimalige Bavarian 24h Sieger, ATW Racing aus Reichartshausen und das Messebau Racing Team. Die Sinsheim Messebauer startet mit einem MS Chassis und bekamen in Wackersdorf sogar „Werksunterstützung“. Auf Anhieb war die Tschechische Konstruktion schnell und zuverlässig unterwegs. In den Morgenstunden verabschiedete sich leider eine Kupplung. Die Zehn Gebote hatten einen Verfolger weniger. Auch bei ATW machte man sich langsam Sorgen. Eine verlorene Sitzschraube behinderte und wurde zu spät ersetzt. Zu lange scheuerte die Sitzstrebe an der Kupplung worauf diese wenig später den Dienst quittierte. Aus der Traum vom Gesamtsieg. Die Zehn Gebote hatten nun Ruhe, spulten die letzten Stunden souverän runter und gewannen mit 1358 Runden. Exakt eine Runde mehr als die Kartfreunde Mülheim 1999.

Der Kampf in der Division I
Man muss einfach zur Stelle sein wenn die Frontrunner Probleme bekommen. Mit dieser Taktik gewann Shark Ednurance Racing aus Halvern die Division I. Messebau und ATW mit Problemen zurückgefallen und Honda Spirit sowie die Fahrschule Bolz hatte man im Griff. Die Sauerländer gewannen nicht nur ihr erstes großes GTC Rennen, sie konnten sich in der Meisterschaft, vor dem Finale in Wittgenborn, entscheidend absetzen. Sie führen nun mit 16 Punkten Vorsprung auf den Titelverteidiger Honda Spirit. Die Offenbacher hatten in Wackersdorf die Seuche. Schon im Freien Training verrauchte ein Triebwerk. Im Rennen wiederholte sich das Drama. Mit dem dritten Rang hinter ATW Racing konnte man zumindest Schadensbegrenzung betreiben. Rang vier ging an die Fahrschule Bolz vor dem Messebau Racing Team. Die Kölner MBS Mannschaft kämpfte die gesamte Distanz mit TON Motorsport um den sechsten Rang und behielt letztendlich mit 3 Runden Vorsprung die Oberhand.

Photofinish in der Division II
Von der Papierform her, sollte man die Briggs-Teams eigentlich weiter vorn erwarten. Aber alle Teams dieser Klasse hatten so ihre Probleme. Nach 22 Stunden deutete alles auf einen Sieg für die Cool Runnings hin, trotz eines Motorwechsels in der Nacht. Kurz vor Feierabend blieb die #75 erneut auf der Strecke liegen. Probleme mit der Benzinzufuhr. Erneut wurde das Triebwerk gewechselt. Dies ging schnell, aber nicht schnell genug. Wieder auf der Strecke fand man sich 40 Sekunden hinter dem Live Strip Racing Team wieder. Diese hatten zuvor ebenfalls Benzinpumpen Probleme. Cool Runnings war in der letzten halben Stunde zwar wesentlich schneller unterwegs aber die Zeit reichte nicht mehr aus um den Rückstand zuzufahren. Mit 25 Sekunden Vorsprung sicherte sich das Live Strip Racing Team den Sieg in der Div.II vor den Cool Runnings und Team Lady Power Germany.

Division III
Die Zehn Gebote also mit einer Fehlerfreien Leistung, neuem Distanzrekord zum dritten Male Sieger des Bavarian 24h. Der große Wanderpokal ging vom MSC Oberflockenbach in die Hände von Frank Pohlack, Teamchef der Zehn Gebote. Der MSC-O hatte bis auf das Problem mit dem Radstern keine nennenswerten Zwischenfälle mehr zu beklagen und so kämpfte man sich, zwar mit gehörigem Rückstand, wieder auf Platz 2 hinter den Zehn Geboten. Eine starke Leistung. Diese wurde aber nur Möglich, da alle anderen Div.III Teams zu viele Probleme hatten. Vorjahressieger, Scuderia Nove Rosso, verlor alle Hoffnungen auf den Sieg als nachts die Antriebskette abhandenkam. Rang drei ging dann an die zweite Mannschaft der Odenwälder, dem MSC-O Junior Team. Zwei Runden dahinter kreuzte der amtierende Meister dieser Klasse die Ziellinie, Messebau Racing II. Rang 5 ging an die junge Mannschaft des ADAC Nordbadens vor Curto Racing und dem MCS Stuttgart.

Die 13. Auflage des Bavarian 24h war wieder eine typische Langstreckenschlacht, wie sie Serienorganisator Frank Jelinski so liebt. Am Schluss war das Team vorn, welches am wenigsten Probleme hatte. Das das Bavarian 24h der Klassiker unter den 24h Kart-Rennen ist wurde erneut eindrucksvoll bewiesen und jetzt sogar mit einem neuen Distanz-Rekord.