Sonntag, 23. Januar 2022
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ADAC Kart Masters
09.05.2010

Spannender Saisonauftakt des ADAC Kart Masters

Erstklassiger Kartsport, strahlende Sieger und frühlingshafte Temperaturen, so lässt sich der Auftakt des ADAC Kart Masters 2010 in der Motorsport Arena Oschersleben zusammenfassen. 125 Teilnehmer in den Klassen Bambini A, Bambini B, KF3, KF2 und KZ2 kämpften um erste Meisterschaftszähler, am Ende standen in zehn Rennen, neun verschiedene Sieger auf dem Podium.
 
Nach zwei erfolgreichen Jahren hielten die Organisatoren auch in der dritten Saison an dem bewährten Konzept der überregionalen ADAC Kartrennserie fest. Neu ist die Einführung eines UniLog Systems, welches die nachträgliche Überprüfung der Motordrehzahlen möglich macht. Darüberhinaus trat erstmalig das Camp-Company Team als permanente Zeitnahme auf und lieferte einen hervorragenden Job ab. Erfreulich hoch war das Interesse am Internet Live-Timing, im Tagesverlauf riefen mehr als 1.850 Besucher die Seiten auf.
 
Bambini A: Youngsters zeigten Kartsport vom Feinsten
Die Bambini A Schützlinge boten an diesem Wochenende die beste Show. Schnellster im Zeittraining war Toni Wolf (Schönbrunn/Schwabe Motorsport) vor Marcel Lenerz (Ludwigsau/ADAC Hessen-Thüringen e.V.) und seinem Teamkollegen Cedric Piro (Heusweiler/Schwabe Motorsport).
 
Das erste Rennen begann chaotisch, Rennleiter Andres Schwarz benötigte fünf Versuche, bis er die Meute auf die Reise schicken konnte. Letztlich gelang Polesetter Wolf der beste Start, so dass er das Feld in die erste Runde führte. Ausruhen konnte sich der Odenwalder aber nicht, ihm dicht auf den Fersen waren Marcel Lenerz, Leonardo Momcilovic (Waldrach/Schwabe Motorsport), Kevin Metzner (Schönfeld/Schwabe Motorsport), Cedric Piro und Arlind Hoti (Mannheim/KSM Racing Team). Die Piloten kämpften erbittert um ihre Position und fuhren zeitweise Rad an Rad über die Start/Ziel-Gerade.
 
Zu Rennmitte verabschiedete sich Hoti mit einer abgesprungenen Kette aus dem Führungskampf, unterdessen führte Metzner das Feld an. In der letzten Kurve kam es zum Fotofinish, Momcilovic, Wolf und Lenerz fuhren nebeneinander in Richtung Ziel. Beim Fallen der schwarzweißkarierten Flagge hatte Schwabe Motorsport Pilot Momcilovic die Nase vorne und siegte vor Lenerz und Wolf. Eine nachträgliche Disqualifikation der Beiden letzt genannten aufgrund von technischen Unregelmäßigkeiten, spülte Cedric Piro auf Rang zwei nach vorne. Dritter wurde Kevin Metzner vor Artem Senin (Russland/Red Racing) und Marc Wipprecht (Ludwigshafen/Schwabe Motorsport).
 
Ähnlich spektakulär ging es im Finale zu. Leonardo Momcilovic verteidigte seine Spitzenposition, verlor aber kurze Zeit später seinen Platz an Kevin Metzner, welcher das Rennen über weite Strecken anführte. Fünf Runden vor Schluss war Marcel Lenerz zurück an der Spitze, aus der vorletzten Reihe gestartet kämpfte er sich an allen vorbei und siegte überragend. "Ein unglaubliches Rennen. Mein Team und mein Mechaniker haben einen super Job gemacht und ich bin glücklich nach der Disqualifikation im ersten Rennen noch gewonnen zu haben." Hinter dem Hessen folgten Metzner, Momcilovic, Wipprecht und Justin Barth (Reichertshofen/Ebert Motorsport). Die Gesamtwertung führt das Schwabe Motorsport Quartett Momcilovic, Metzner, Piro und Wipprecht an.
 
Bambini B: Röhner und Rebbe siegen in turbulenten Rennen
Mit nur zehn Teilnehmern war die Nachwuchsklasse Bambini B sehr schwach besetzt. Die Piloten zeigten trotzdem spannende Rennen und ließen zeitweise den Atem der zahlreichen Zuschauer stocken. Während die Favoriten der vergangenen Saison aufgestiegen sind, fanden sich neue Namen an der Spitze wieder. So war es Max Hesse (Wernau/Solgat Motorsport), der das Zeittraining für sich entschied und im ersten Lauf aus der Spitzenposition ins Rennen ging.
 
Doch schon im Startverlauf musste der Wernauer sich Christopher Röhner (Mülsen/dp Racing Team) beugen und auf Rang zwei einreihen. Eine Runde später platzte für Hesse der Traum vom Sieg endgültig. Im Kampf um Rang zwei kollidierte er mit einem Kontrahenten und verlor seinen Spoiler. Nach einem kurzen Boxenstopp startete er eine Aufholjagd und wurde letztlich noch Sechster. Im Kampf um den Sieg musste sich Röhner warm anziehen. Der Berliner Mike Beckhusen (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) verkürzte seinen Rückstand kontinuierlich, gab sich am Ende aber mit Rang zwei zufrieden. Dritter wurde Anton Kostioukevitch vor Justin Rebbe (Dortmund/TR Racing) und Justin Gorn (Wandlitz). Eine nachträgliche Disqualifikation wegen technischen Unregelmäßigkeiten von Beckhusen und Kostioukevitch würfelte das Feld anschließend noch durcheinander und ließ Tobias Nath (Spremberg) und Dusan Kouril (Tschechien) in die Top-Fünf aufrücken.
 
Justin Rebbe, Christopher Röhner und Max Hesse bestimmten das Geschehen im zweiten Durchgang. Das Dreigestirn wechselte mehrmals die Führung und ließ den Rennausgang spannend werden. Zur Vorentscheidung kam es zwei Runden vor Schluss. Röhner büßte seinen Spoiler ein und musste zusehen, wie Rebbe seinen ersten Sieg einfuhr. Dritter wurde Hesse gefolgt von Kostioukevitch und Beckhusen. Finalsieger Rebbe war im Ziel ganz aus dem Häuschen: "Das ist der erste Sieg meiner Karriere, in den Rennen ging es verdammt eng zu und ich bin glücklich gewonnen zu haben." Auch in der Meisterschaftsgesamtwertung führt Rebbe punktgleich mit Röhner die Tabelle an.
 
KF3: Gesamtführung für Luca Lüther
Mit 38 Piloten stellte die internationalen Kategorie KF3 das stärkste Starterfeld an diesem Wochenende. Der Volkmarsener Luca Lüther (KSM Racing Team) setzte mit der schnellsten Runde im Zeittraining ein erstes Ausrufezeichen und sollte auch in den Rennen für Aufsehen sorgen. Nach drei Heats hatte aber erstmal Dennis Marschall (Eggenstein/Solgat Motorsport) mit zwei Siegen das Zepter in der Hand.
 
Dieses musste er jedoch schon in der Startphase des ersten Wertungslaufes an David Detmers (Österreich/KSM Racing Team) abgeben. Bevor Detmers aber richtig in Fahrt kam, zwang ein Unfall die Rennleitung zum Einschreiten. Nach einer anfänglichen Gelbphase, folgte kurze Zeit später der Rennabbruch. Beim Restart hatte der ukrainische Gaststarter Daniil Pronenko (Solgat Motorsport) den längsten Atem und führte das Feld an. Allein Polesetter Luca Lüther konnte ihm kurzzeitig die Führung streitig machen, musste sich letztlich aber hinter Marschall mit Rang drei begnügen. Als Vierter überquerte Yannik Witte (Garbsen/dp Racing Team) vor David Detmers die Ziellinie.
 
Der zweite Durchgang wurde zum Rennen von Luca Lüther. Der Fahrer aus dem Kart-Team des Formel 1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher erkämpfte sich in der ersten Runde die Führung und brachte einen sicheren Sieg nach Hause. Dabei ließ er sich auch nicht durch einen zwischenzeitlichen Rennabbruch und hartnäckigen Attacken vom Ukrainer Pronenko aus der Ruhe bringen. Auf Platz drei kam David Detmers vor den KF3 Neueinsteigern Maximilian Günther (Rettenberg/RS Motorsport) und Dennis Marschall ins Ziel.
 
"Ein klasse Wochenende, bis auf ein kleines Problem lief alles glatt. So kann es nun weiter gehen.", verrät Lüther, der schon der nächsten Veranstaltung in Hahn/Hunsrück entgegen fiebert. Auch in der Gesamtwertung rangiert Lüther nach zwei von zehn Wertungsläufen an der Spitze.
 
KF2: Die One-Man Show des Florian Herzog
Gegen den Dresdner Florian Herzog (TB Motorsport Racing Team) war auf dem 1018m langen Kurs in der Magdeburger Börde kein Kraut gewachsen. Nach der Pole-Position im Zeittraining, siegte Herzog in beiden Vorläufen und schlussendlich auch in den Finalrennen. Allein im Finale musste er kurzzeitig seine Führung abgeben, konnte diese aber schnell zurückerobern.
 
Entsprechend gut gelaunt war der Sachse am Abend. "Was soll ich sagen, einfach sensationell. Mit solch einem erfolgreichen Wochenende habe ich nicht gerechnet, ich bin überglücklich."
Wesentlich härter verlief der Kampf um Rang zwei. Im ersten Rennen hatten zeitweite sechs Fahrer Chancen auf den Platz hinter Herzog. Am Ende setzte sich Andre Matisic (Hamburg/RSG Hamburg e.V.) gegen Hendrik Grapp (Berlin/ADAC Berlin-Brandenburg e.V.), Niklas Brinkmann (Neuenrade) und Jason Kremer (Bonn/KSM Racing Team) durch.
 
Das zweite Rennen verlief annähernd gleich. Nach einem reibungslosen Start waren die Positionen schnell bezogen. Lediglich Hendrik Grapp machte es zu Rennende nochmal spannend. Der Berliner setzte zum Angriff auf den Drittplatzierten Brinkmann an, geriet aber etwas auf die Außenbahn und musste sich gegen Matisic zur Wehr setzen. Im Ziel komplettierten die drei hinter Sieger Herzog und Marvin Kirchhöfer (Leipzig/dp Racing Team) die Top-Fünf.
 
KZ2: Wangard meldet sich mit Sieg und Gesamtführung zurück
In der Getriebekartklasse KZ2 rollten in Oschersleben 23 Teilnehmer an den Start. Die schnellste Zeit im Qualifying brannte Alexander Schmitz (Wesel/Team M-Tec Racing) in den Asphalt und ging in den Vorläufen jeweils aus der ersten Startreihe auf die Reise. Seine Spitzenposition konnte er nach einem Ausfall aber nicht verteidigen und landete nach den Heats auf Platz zwölf. Die erste Startreihe eroberten derweil Tobias Wolf (Erbach/TB Motorsport Racing Team) und Pascal Fritzsche (Wipperfürth/Baier-Motor-Racing).
 
Wenige Meter nach dem Start des ersten Laufes musste Wolf Fritzsche passieren lassen und wurde nach 17 Rennrunden Zweiter. Hinter dem Duo folgten Kevin Rehberger (Büchlberg/Kartshop Ampfing) und Christian Wangard (Kaltenengers/ADAC Mittelrhein e.V.) auf Rang drei und vier, gefolgt von Rainer Machmer (Bünde/Kartshop Ampfing) auf Position fünf.
 
Nach seinem Sieg im ersten Durchgang, verpatzte Fritzsche im zweiten Rennen seinen Start und musste nach einem Dreher dem Feld hinterher eilen. Die Führung übernahm Wolf, der aber nur kurze Zeit den Angriffen von Rehberger und Wangard Stand halten konnte und zu Rennmitte ganz aus dem Rennen schied. Zu diesem Zeitpunkt sah es nach einem sicheren Sieg für Rehberger aus, doch Kartrückkehrer Wangard machte jede Runde Boden gut und griff vier Runden vor Schluss nach der Führung. Im Ziel war dem Koblenzer die Freude deutlich anzumerken. "Anfänglich hatte ich einige Probleme mich wieder im Kart zu Recht zu finden. Im Finale lief dagegen alles perfekt, ein großes Dankeschön an Marco Jeleniowski für das einzigartige Setup."  Das Podium komplettierte Michele di Martino (Eitorf/Jedi Racing Team) vor Lucas Buhk (Dassendorf/Team Hemkemeyer) und Rainer Machmer. Auch in der Gesamtwertung liegt Wangard vor Rehberger und Fritzsche an der Spitze.