Dienstag, 27. Oktober 2020
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ADAC GT Masters
05.10.2010

Vizemeisterschaft für Christopher Mies

Auch wenn es am Ende nicht ganz mit der Meisterschaft geklappt hatte, so darf sich Christopher Mies dennoch über eine tolle Vizemeisterschaft freuen. Beim Finalwochenende vom 01. bis 03. Oktober 2010 vor 13.500 Fans in Oschersleben konnte man zwar noch einen Sieg feiern, doch die Punkte reichten nicht ganz.

Im Team ABT Sportsline zog man vor dem Saisonfinale alle Register und verdoppelte für das Team die Chancen auf den Titel. Die beiden Fahrer mit den meisten Chancen wechselten die Cockpits. Luca Ludwig fuhr mit Jens Klingmann und Christopher Mies bekam den schnellen Polen Kuba Giermaziak als Partner.

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“Natürlich ist man kurz nach dem Rennen erst einmal enttäuscht, da wir nah dran waren und in den letzten Wochen eine tolle Aufholjagd begonnen hatten“, so Christopher Mies am Sonntagnachmittag. „Aber ich denke, wenn wir erst einmal in Ruhe die Saison Revue passieren lassen, dann kommt die Freude über eine tolle Vizemeisterschaft.“

Und nicht nur das durfte man im Team von ABT Sportsline feiern. Nicht zuletzt durch die guten Erfolge von Christopher Mies half er mit die Meisterschaft der Teamwertung zu gewinnen. Somit ist ABT Sportsline Deutschlands bestes Sportwagen-Team. „Ich denke, das ist auch ein Grund zu feiern und etwas, worauf wir stolz sein können“, so nochmals Christopher Mies.

Bis zuletzt kämpften Christopher Mies und Kuba Giermaziak um jeden Punkt. Vor den beiden 60-Minuten-Rennen am Samstag und Sonntag auf dem 3,696 Kilometer langen Kurs in der Magdeburger Börde lag man neun Punkte hinter Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox. Und in Rennen 1 machte man alles richtig und konnte mit einem Sieg die volle Punkteausbeute sichern. Da aber auch die Meisterschaftsführenden mit Platz zwei ordentlich punkteten, konnte man nur zwei Zähler aufholen.

Trotzdem lag beim absoluten Finale große Spannung in der Luft. Bei einem Sieg und eventuell schlechter Platzierung des Lamborghini-Teams hätte man den großen Triumph perfekt machen können. Aber schon beim Start gab es die erste Schrecksekunde als Christopher Mies völlig unnötig hinten getroffen wurde und einen High-Speed-Dreher hinlegte. Nur durch das große Können gelang es ihm das Auto so auf der Strecke zu halten, sodass er sofort weiterfahren konnte. Einen Kommentar zum Kollegen ersparte er sich lieber, doch neutrale Beobachter schüttelten nur den Kopf. Und leider war der folgende Rennverlauf ebenfalls nicht von Glück geprägt. Nach einer nächsten überharten Aktion von Sebastian Asch bekam man am Ende nur zwei Punkte für Platz sieben. Diesmal brachte Kopfschütteln fast auch nichts mehr, so unnötig war der Rempler gegen Kuba Giermaziak. Da half es auch nichts, das Asch einen Drive-Through-Strafe bekam, die er einfach nicht antreten wollte. Da er auch die schwarzen Flagge ignorierte (!) wurde er folgerichtig aus der Wertung genommen!

Da Kox und von Thurn und Taxis aber auch Zweiter wurden, hätte auch ein Sieg nicht mehr geholfen und so erwies sich Christopher Mies als überaus fairer Vizemeister: „Gratulation an die beiden Fahrer-Meister. Wir haben bis zum Schluss alles versucht aber es hat nicht ganz gereicht.“

So wurde es leider nichts mit dem vierten Fahrertitel im vierten Jahr. Aber Vizemeister und auch Meister der Team-Wertung ist ganz bestimmt auch ein großer Erfolg für den Förderpiloten der Deutschen Post Speed Academy. Sein Potenzial hat er jedenfalls erneut unter Beweis gestellt!