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24h Spa
30.06.2024

Porsche führt das 24-Stunden-Rennen in Spa zeitweise an

Die Porsche-Kundenteams sind beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps nach schwierigen Streckenbedingungen in der Nacht auf dem Weg zu Topergebnissen. Nach mehr als zwei Dritteln der Distanz lag der 911 GT3 R von Rutronik Racing auf Platz sechs und das Fahrzeug von SSR Herberth auf Rang sieben.

Der Langstreckenklassiker in den belgischen Ardennen hatte für die Partnermannschaften von Porsche Motorsport verlustreich begonnen: Nach den ersten acht Stunden war die Hälfte der insgesamt zwölf 911 GT3 R aufgrund von Unfällen und Zwischenfällen bereits aus dem Rennen. Trotz wechselhafter Witterung mit zeitweise starken Niederschlägen, 15 Grad Celsius Luft- und 21 Grad Asphalttemperatur beruhigte sich das Geschehen in der Nacht. Der richtigen Reifenwahl kam unter schwierigen Bedingungen entscheidende Bedeutung zu. Um 8:30 Uhr am Morgen waren die verbliebenen sechs GT3-Fahrzeuge aus Weissach weiterhin auf der 7,004 Kilometer langen Strecke unterwegs. Vier übernahmen je nach Boxenstopp-Rhythmus immer wieder die Führungsarbeit und kamen damit für ein Spitzenresultat in Frage.

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Eine ausgesprochen gute Ausgangsposition besitzt dabei der bis zu 416 kW (565 PS) starke Neunelfer von Rutronik Racing. Julien Andlauer (Frankreich), Sven Müller (Deutschland) und Patric Niederhauser (Schweiz) konnten in den frühen Morgenstunden wichtigen Boden gutmachen. Nach zwei Dritteln der Distanz lag er auf Rang 16 und ist inzwischen auf die sechste Position vorgerückt.

Auch SSR Herberth führte das Feld zwischenzeitlich an. Hier kommen mit Matt Campbell aus Australien sowie den beiden Franzosen Mathieu Jaminet und Frédéric Makowiecki drei Porsche-Werksfahrer zum Einsatz, die 14 Tage zuvor noch mit dem Hybridprototypen 963 in Le Mans am Start waren. Ihre Platzierung um 8:30 Uhr: Rang sieben.

Der 911 GT3 R von Phantom Global Racing zählt ebenfalls zur Spitzengruppe, obwohl er kurz vor der Halbzeitmarke eine 30-Sekunden-Strafe wegen zu häufigen Überschreitens der Streckenbegrenzungen kassiert hatte. Die chinesische Mannschaft wird vom Team75 Motorsport des Porsche-Markenbotschafters Timo Bernhard unterstützt. Der Schwede Joel Eriksson, Jaxon Evans aus Neuseeland und der Österreicher Thomas Preining rangierten acht Stunden vor dem Zieleinlauf auf der 14. Position.

Gute Chancen auf ein Topresultat hatte PureRxcing. Klaus Bachler aus Österreich und der Deutsche Joel Sturm konnten auf regennasser Fahrbahn erstmals gegen Mitternacht Platz eins übernehmen. Sie teilen sich den Rennwagen mit dem Briten Alex Malykhin. Nach 16 Stunden lag die Startnummer 911 erneut auf Platz eins. Ein Unfall ausgangs der schnellen Blanchimont-Kurve beendete den Auftritt des Trios jedoch kurze Zeit später.

Mit 66 teilnehmenden Rennwagen gilt das 24-Stunden-Rennen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps als größte Veranstaltung für GT3-Fahrzeuge weltweit. Es zählt zum GT World Challenge Europe Endurance Cup sowie für die Intercontinental GT Challenge (IGTC). Fahrer und Teams erhalten für die GTWC nach sechs, zwölf und 24 Stunden Punkte. Die Website www.intercontinentalgtchallenge.com überträgt das Rennen im mehrsprachigen Live-Stream.

Sebastian Golz (Projektleiter Porsche 911 GT3 R): „Harte Stunden liegen hinter uns, Unfälle und technische Probleme haben uns sieben Fahrzeuge gekostet. SSR Herberth, Phantom Global Racing, Rutronik Racing und Lionspeed X Herberth kamen aber gut durch die Nacht und zeigen eine starke Performance. PureRxcing lag in einer besonders guten Ausgangsposition. Nach dem Unfall dieses Fahrzeugs sind wir erleichtert, dass Joel Sturm wohlauf ist. Jetzt liegt noch etwas weniger als ein Drittel der Distanz vor uns mit dem Übergang von nasser zu trockener Strecke. In dieser schwierigen Phase müssen die Fahrer die Slick-Reifen auf Temperatur und in ihrem Arbeitsfenster halten.“

Julien Andlauer (F, Porsche 911 GT3 R #96): „Wir haben es durch die Nacht und zurück in die Führungsrunde geschafft. Bei den wechselhaften Bedingungen musst du auch mal ins Risiko gehen und benötigst etwas Glück, damit du zum jeweils richtigen Zeitpunkt auf den richtigen Reifen wechselst.“

Joel Eriksson (S, Porsche 911 GT3 R #23): „Es herrschen ziemlich schwierige Bedingungen da draußen. Während meines Stints trocknete die Strecke ab. Wir mussten einen Boxenstopp etwas vorziehen, als der Zeitpunkt für Slicks gekommen war. Wenn wir weiterhin sauber fahren und Strafen vermeiden, sieht es gut für uns aus.“

Matt Campbell (AUS, Porsche 911 GT3 R #92): „Das schlechte Wetter während der Nacht sorgte für schwierige Verhältnisse – selbst als wir langsam hinter dem Safety Car herfuhren. Aber wir haben die Nacht ohne große Probleme überstanden. Unsere Performance bei freier Fahrt stimmt, wir sind vorne mit dabei. In den nächsten Stunden spielt die Strategie eine immer wichtigere Rolle.“

Klaus Bachler (A, Porsche 911 GT3 R #911): „Unser Porsche 911 GT3 R funktionierte unter den nassen und halbnassen Bedingungen richtig gut, seine Balance war top! Acht Stunden vor Rennende waren wir noch vorne mit dabei, alles war möglich. Wir sind sehr froh, dass Joel Sturm den Unfall gut überstanden hat.“
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