Samstag, 15. Juni 2024
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24h Nürburgring
01.06.2024

Mercedes-AMG bereit für den Eifelklassiker: Reifen, Strategie und Startfahrer

Die Mercedes-AMG Customer Racing Teams sind bereit für die ultimative Herausforderung. Angesichts möglicher Wetterkapriolen spielt vor allem die Rennstrategie eine entscheidende Rolle. Zusammen mit allen AMG-Fahrern gab es heute um 12 Uhr noch einmal eine ausführliche Rennbesprechung sowie eine gemeinsame Einstimmung auf den Eifel-Klassiker.

Der Rennstart verlangt den Startfahrern bereits einiges ab. Ein zu erwartender Mix aus trockenen und nassen Streckenabschnitten macht die 25,378 Kilometer lange Kombination aus Nordschleife und GP-Kurs des Nürburgrings besonders anspruchsvoll. Mit Hard, Medium und Soft stehen den Mercedes-AMG Customer Racing Teams drei Mischungen von Slicks zur Verfügung. Das wechselhafte Wetter erfordert allerdings spezielle Vorbereitungen: Bei Mischbedingungen werden geschnittene Soft-Reifen präpariert. Der weiche Compound hält bei kühlen und feuchten Bedingungen besser die Temperatur und bleibt dadurch in seinem Arbeitsfenster. Das durch das Schneiden entstandene Profil sorgt dafür, dass der Reifen auch bei Nässe funktioniert.

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Die Mercedes-AMG Teams GetSpeed und BILSTEIN setzen auf Pneus von Michelin, Schnitzelalm Racing geht mit Goodyear-Reifen ins Rennen und Team ADVAN x HRT vertraut auf Yokohama. Allen drei Teams stehen verschiedene Spezifikationen von Regenreifen zur Verfügung. Für Starkregen kann bei Bedarf das Profil der Regenreifen zudem von Hand nachgearbeitet werden, um noch mehr Wasser aufnehmen zu können.

Um für den Start die richtige Reifenwahl zu treffen, wird die Wetterlage rund um die Rennstrecke stets überwacht. Auch Informationen, die von den Fahrern über Funk kommen, werden intern geteilt und bei strategischen Entscheidungen berücksichtigt.

Wenn das wechselhafte Wetter anhält, bleibt die Reifenwahl im Rennverlauf stets ein entscheidender Faktor. Darüber hinaus spielen auch Gelbphasen bei der Strategie eine wichtige Rolle. Wenn irgendwo auf der Strecke das Geschehen neutralisiert ist, werden schnelle Entscheidungen getroffen. Die Teams mit mehreren Fahrzeugen sind häufig im Vorteil, da sie die Taktiken splitten können. Die unterschiedlichen Boxenstoppzyklen minimieren das Risiko, bei einer ungünstigen Code-60-Phase mit beiden Fahrzeugen Zeit zu verlieren.

Mercedes-AMG Startpositionen und Startfahrer:
P8: Mercedes-AMG Team GetSpeed #130 – Maro Engel (GER)
P9: Mercedes-AMG Team BILSTEIN #4 – Luca Stolz (GER)
P11: Mercedes-AMG Team BILSTEIN #3 – Frank Bird (GBR)
P13: Team ADVAN x HRT #6 – Hubert Haupt (GER)
P18: Mercedes-AMG Team GetSpeed #8 – Adam Christodoulou (GBR)
P22: Schnitzelalm Racing #11 – Marcel Marchewicz (GER)
P68: Schnitzelalm Racing #111 – David Schumacher (GER)

Christoph Sagemüller, Leiter Mercedes-AMG Motorsport: „Alle bei Mercedes-AMG freuen sich sehr, dass es jetzt endlich losgeht. Wir als Hersteller haben uns gemeinsam mit unseren Teams lange und intensiv auf das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring vorbereitet. Ich bin – auch im Hinblick auf die herausfordernden Bedingungen und die Startpositionen– sehr gespannt, was wir sportlich erreichen können. Natürlich hoffe ich, dass unser 130-jähriges Motorsportjubiläum nicht das Einzige bleibt, was es an diesem Wochenende für uns zu feiern gibt. Ich wünsche unseren drei Kundensportteams und den 25 Fahrern viel Glück und Erfolg!“

Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing: „Sollte es beim Start, wie aktuell angekündigt, regnen, gilt es für uns und unsere Teams flexibel zu bleiben, um schnell auf die wechselhaften Bedingungen reagieren zu können. Das ist einerseits eine große Herausforderung für die Strategieabteilungen und die Mechaniker, bietet andererseits aber auch die Chance, Positionen gutzumachen. Wir kennen den Nürburgring und sein Eifelwetter. Entsprechend zuversichtlich sind wir, gemeinsam mit unseren Teams die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir können uns auf eine spannende und intensive Startphase einstellen.“

Luca Stolz, Mercedes-AMG Team BILSTEIN #4: „Vor dem Start beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring sind alle angespannt. Es ist für uns das wichtigste Rennen des Jahres. Für mich ist es darüber hinaus mein Heimrennen. Viele Fans, viele Freunde drücken mir rund um die Nordschleife die Daumen. Den Start fahren zu dürfen, ist etwas Besonderes, aber auch mit der entsprechenden Verantwortung verbunden. Wir haben das Auto gut vorbereitet und stehen in den Top 10. Die Zeichen stehen gut. Direkt vor dem Rennen rede ich immer noch mit meinem Renningenieur über Themen neben dem Motorsport, um den Kopf freizubekommen. Grundsätzlich freue ich mich aber einfach darauf, wenn ich im Auto sitze und die Fahrertür zugeht.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team GetSpeed #130: „Schön, dass es endlich losgeht. Mit Platz acht im Grid haben wir zwar nicht ganz die gewünschte, aber trotzdem eine sehr solide Startposition, von der wir gut ins Rennen gehen können. Wenn ich auf der Einführungsrunde die ganzen Fans rund um die Strecke sehe, bekomme ich immer Gänsehaut. Das ist hier schon etwas ganz Besonderes. Das Wetter bleibt die große Unbekannte. Es wird mit Sicherheit interessant. Wir sind auf jeden Fall bestens vorbereitetet und hochmotiviert.“
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