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Rallye WM
08.08.2023

-Sport Ford fährt bei Rallye Finnland aufs WRC2-Podium

Adrien Fourmaux und Beifahrer Alex Coria haben auf Platz zwei in der WRC2-Kategorie eine schwierige Rallye Finnland mit einem Erfolgserlebnis für M-Sport Ford beendet. Am Steuer ihres allradgetriebenen Ford Fiesta Rally2 spulten die Franzosen alle 22 Wertungsprüfungen (WP) ohne nennenswerte Probleme ab.

Ebenfalls einen positiven Eindruck hinterließen Finnland-Debütant Grégoire Munster und sein Beifahrer Louis Louka: Sie pilotierten ihren Rallye-Fiesta auf den neunten Rang der WRC2-Wertung. Pech hatten hingegen beide Ford Puma Hybrid Rally1-Besatzungen: Sowohl Ott Tänak/Martin Järveoja als auch Pierre-Louis Loubet/Nicolas Gilsoul mussten ihre über 368 kW (500 PS) starken Turbo-Hybrid-Allradler auf der dritten WP vorzeitig abstellen. Während die Rallye für den dreimaligen Finnland-Sieger Tänak beendet war, konnte Loubet am Samstag wieder ins Geschehen eingreifen und Marken-WM-Punkte sammeln.

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Fourmaux/Coria fanden auf den ultraschnellen Prüfungen der auch als "Schotter-Grand-Prix" bezeichneten Rallye Finnland schnell den richtigen Rhythmus. Dank konstant konkurrenzfähiger Zeiten konnten sie sich mit ihrem Ford Fiesta Rally2 von Beginn an gegen die finnischen Lokalmatadoren behaupten und in der WRC2-Spitzengruppe etablieren. Insbesondere dank der die Klassenbestzeit auf der abschließenden Wertungsprüfung (WP) des Freitags beendeten sie die erste Etappe als WRC2-Vierte.

Auf der Auftaktprüfung des Samstags verbesserten sich Fourmaux und Coria mit der zweitbesten Zeit zunächst auf den dritten Platz in ihrer Klasse. Kurz vor dem Etappenziel übernahm das französische Duo Rang zwei, den es mit aufeinanderfolgenden Top-3-Ergebnissen sowie einer weiteren WP-Bestzeit untermauerte und den Vorsprung auf die Drittplatzierten bis auf 48,6 Sekunden ausbaute. Am Sonntag trennten Fourmaux nur noch vier Prüfungen von seinem ersten Podestplatz seit der Rallye Monte Carlo 2021. Mit vollem Einsatz, aber ohne übertriebenes Risiko steuerte der 28-Jährige seinen Fiesta Rally2 kontrolliert ins Ziel. Mit der drittbesten WRC2-Zeit auf der abschließenden Power Stage sicherte er sich zudem einen zusätzlichen WM-Zähler. Das erfolgreiche Finnland-Wochenende belohnt auch die intensive Arbeit des M-Sport Teams, das den Fiesta Rally2 seit Saisonbeginn konsequent weiterentwickelt hat.

Für Pierre-Louis Loubet und Beifahrer Nicolas Gilsoul ging es bei der Rallye Finnland nach der Kollision mit einem Baum auf der dritten Wertungsprüfung nur noch um Schadensbegrenzung. Bis zum Restart am Samstag konnten die Mechaniker die Beschädigungen des Ford Puma Hybrid Rally1 jedoch wieder reparieren. Obwohl weit abgeschlagen, erreichten der Korse und sein belgischer Copilot das Ziel noch auf Rang fünf der Markenwertung. Damit sicherten sie M-Sport Ford zehn wichtige Weltmeisterschaftszähler und hielten vor allem eine Rekordserie aufrecht: Kein anderes Team konnte bislang so viele Punkteresultate in Folge erzielen.

Ott Tänak war mit dem zweiten Puma Hybrid Rally1 furios in die Rallye Finnland gestartet. Schon auf der allerersten WP markierte er die Bestzeit. Wie Teamkollege Loubet ereilte aber auch den Esten auf der dritten Prüfung das Pech: In einer schnellen Rechtskurve erwischte Tänak einen im Gras verborgenen Stein, der den Ölwannenschutz durchschlug und einen Motorschaden verursachte. Der dreifache Rallye-Finnland-Sieger setzte seine Fahrt zunächst noch mit rein elektrischem Antrieb fort, musste wenig später aber aufgeben.

In der WRC2-Kategorie hat Grégoire Munster ein erfreuliches Rallye-Finnland-Debüt gefeiert. Der junge Belgier baute mit einer fehlerfreien Vorstellung seine Schottererfahrung aus. Mit mehreren Top-10-Klassenergebnissen beendete er seinen ersten Auftritt in den finnischen Wäldern mit einem respektablen neunten Platz in der WRC2-Wertung.

"Es war ein schwieriges Wochenende für das Team", betonte M-Sport-Teamchef Richard Millener. "Sehr schade, dass wir trotz unserer harten Arbeit keine besseren Resultate einfahren konnten - wir hätten mehr erreichen können. Im Shakedown und auf der ersten Prüfung konnten wir wieder vielversprechende Ansätze unserer guten Pace sehen. Dass Pierre-Louis Loubet nach dem Pech zu Beginn der Rallye noch das Ziel erreicht hat, freut mich sehr. Hinzu kommt das fantastische Ergebnis für Adrien Fourmaux in der WRC2. Gregoire Munster hat erneut eine Rallye ohne jeden Kratzer am Auto beendet und konnte weitere Erfahrung sammeln. Uns stehen nun drei bis vier Wochen Pause bevor, in der wir unsere Batterien wieder aufladen können. Wir wollen frisch gestärkt zu den noch ausstehenden vier Rallyes in diesem Jahr reisen."
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